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Ein Rollentausch bringt Börsenkurse in Wallung

Stiftsschule Ein Rollentausch bringt Börsenkurse in Wallung

Beim Musical „Schock-orange“ von Peter Schindler tanzten, sangen und rockten 35 Stiftsschüler der Musikkurse der Jahrgangsstufe E2 und des Leistungskurses Musik der Jahrgangsstufe Q2.

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Bevor Millionski (zweiter von hinten links) und Rocco (zweiter hinten rechts) endgültig den Job tauschen, gab es noch einen Crashkurs in Sachen Taktgefühl auf den Tonnen. Foto: Karin Waldhüter

Amöneburg. Bevor die Premierenvorstellung überhaupt losgehen konnte, war erst einmal Stühlerücken angesagt. Im Nu waren die aufgestellten 180 Sitzplätze belegt und vor der Tür warteten noch einen ganze Reihe Besucher auf den Einlass. „Schockorange“ so lautete das Motto der immer gut gelaunten Müllmann-Band um Rocco Dilettanto (Konrad Ivo). Sie trommeln auf Mülltonnen, tanzen fröhlich mit dem Besenstil und genießen das Leben, wohl auch dank der täglichen Vitaminzufuhr durch Orangen.

Ganz anders sieht dagegen das Leben des von Zahlen und Daten frustrierten Bankers Arthur Millionski (Jonas Waldhüter) aus, der auf „höchstem Niveau“ leidet und die Müllmann-Band für ihre Arbeit beneidet. Nach einem Crashkurs in Taktgefühl beschließen Rocco und Millionski Kleider und Job zu tauschen. Dann beherrschen plötzlich Roccos extravaganter Anzug in grellem Schockorange und sein geheimnisvoller „Gewinnerrhythmus“ die Schlagzeilen, denn Rocco dreht mit seiner guten Laune und „schockorange und bum, bum, chak die Welt herum“. Die Börsenkurse steigen weltweit. Doch Rocco wird immer übermütiger und sein „Gewinnerrhythmus“ immer schneller. Dass am Ende die Börsenkurse ins Bodenlose fallen macht ihm nichts aus, denn für ihn ist alles nur ein großes Spiel.

Es war imposant, wie locker und souverän die Schüler während der rund neunzigminütigen Vorstellung agierten und nicht nur sangen und schauspielten sondern auch tanzten. Allen voran die Solisten Jonas Waldhüter, Konrad Ivo und Kim Christin Bremer (Frau Meier), die ihren Part bemerkenswert ausfüllten und dafür mit viel Szenenapplaus belohnt wurden.

Daneben tanzten, sangen, fegten und trommelten Müllmänner, Aktionäre, Angestellte, Putzfrauen und Managerinnen so versiert, dass sie wohl jedem Musicaltheater Ehre machen würden. Überraschende und humorvolle Einlagen sorgten zudem für ein Quäntchen Lokalkolorit. Unter der Leitung von Hartmut Raatz hatten sich die Mitglieder des Chors vor der Bühne positioniert und die Band mit Till Gockel am Schlagzeug, Alexandre Weber Martins am Bass, Luis Rieger an der Gitarre, Leiter Jürgen Pöschl und Johann Brüning am Klavier und Tenorhorn und Konrad Ivo am Akkordeon und Patrick Diehl der Tuba bewiesen bei unterschiedlichsten Musikstilen, wie Rock, Pop und gefühlvollen Balladen viel Rhythmusgefühl und Können. Zu den einzelnen Szenen im Sitzungssaal, auf der Straße oder unter der Brücke gab es über 20 Musikstücke. Barbara Ballmeier führte Regie. Die „Frau des Theaters an der Stiftsschule“ hatte für die wichtigen Tanzeinlagen eine externe professionelle Tänzerin als Unterstützung gewonnen.Die ehemalige Stiftsschülerin, ihre Tochter Karin Ballmeier, hatte den Schülern gezeigt, wie sie tanzend die groovigen Rhythmen auf die Bühne bringen können.

Vorbereitet hatten sich die Schüler während des Unterrichts in ihren Kursgruppen, bei einem Projekttag und noch einmal besonders intensiv in den fünf Tagen vor der Premiere, wie Jürgen Pöschl verdeutlicht. „Daneben haben die Schüler viel Freizeit investiert, um die Rollen zu lernen“, ergänzt Hartmut Raatz. Am Ende wird die Aufführung zum Teil in die Schulnote einfließen. Sehr zufrieden zeigte sich in der Pause Barbara Ballmeier: „Alles ist gut gelungen, hinter der Bühne läuft es von allein“, erklärte sie.

Am Ende findet Millionski eine Rose und steckt diese seiner ehemaligen Sekretärin Frau Meier ins Haar und ein Hauch von Liebe keimt in alle dem Chaos auf. „Das ist der volle Hype! Der volle Crash! Das ist ein Happy End“, singen alle am Ende. „Ein volles Haus, ein toller Applaus, was will man mehr. Die Arbeit über das Schuljahr hat sich gelohnt. Macht weiter so“, rief begeistert Schulleiter Hans-Georg Lang den Schülern und Besuchern zu.

von Karin Waldhüter

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