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Ein Radfahrstreifen verschwindet

Verkehr Ein Radfahrstreifen verschwindet

Auf der Hauptstraße in Stadtallendorf lässt Hessen Mobil auf Anstoß der Stadt Zug um Zug die Radfahrstreifen aufheben. Das führte im Stadtparlament zu Eilantrag und Grundsatzdebatte.

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Die Symbole auf den bisherigen Schutzstreifen sind entfernt, die Markierungen werden abgefräst. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Auf einem Teilstück der Hauptstraße sind die aufgemalten, dicken Radfahrsymbole offenbar bereits entfernt worden, die Markierungen für den „Schutzstreifen für Radfahrer“ sind allerdings noch vorhanden. Hessen Mobil als für die als Landesstraße eingestufte Hauptstraße zuständige Behörde wird den Streifen zwischen Kreuzung Hauptstraße und Bundesstraße 454 entfernen.

Das ist das Ergebnis eines Termins verschiedener Behörden und der Polizei, bei der der Streifen und vor allem die Verkehrssituation noch einmal bewertet wurden. Fachbereichsleiter Hubertus Müller hatte dies schon vor einigen Monaten in einer Ausschuss-Sitzung angekündigt.

Die Stadt habe die Radfahrstreifen-Symbole bereits entfernt, eine Fachfirma werde die Markierungsstreifen abfräsen erläuterte Sonja Lecher, Sprecherin von Hessen Mobil in Marburg, auf Anfrage. Einen Termin für das Abfräsen gebe es noch nicht, der Auftrag sei aber erteilt.

Parkfläche auf Radweg

In der Antwort auf die Anfrage führt die Stadtverwaltung unter anderem aus, dass die Breite der Hauptstraße eigentlich von vorneherein nicht ausgereicht hat, um einen solchen Schutzstreifen einzurichten und es bereits zu gefährlichen Situationen bei engen Begegnungen zwischen Lkw- und Autofahrern und Radfahrern gekommen ist. Schutzsstreifen dürfen demnach nur eingerichtet werden, wenn sie nur in „seltenen Ausnahmefällen“ von Fahrzeugen mitbenutzt werden.

In der Hauptstraße, zumindest im Abschnitt zwischen der Einmündung Scheidsweg und der Kreuzung mit der B 454, war es bisher die Regel, dass Fahrzeuge insbesondere in der engen Kurve den Radfahrern zugedachten Streifen mitbenutzten. Am Rande erläutert die Stadtverwaltung auch, warum sie zwischenzeitlich eine Parkfläche an der Einmündung Kronackerstraße geschaffen geschaffen hat. Sie ragt in den Gehweg wie auch in die Fahrbahn hinein. Da einige Anwohner keine Möglichkeit hätten, ihre Fahrzeuge auf dem eihgenen Grundstück zu parken, war die Parkfläche aus Sicht der Stadt wohl notwendig.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte zu dem Thema eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt und nach Erhalt der Antwort auch noch einen Eil- oder Dringlichkeitsantrag eingereicht. Damit wollten die Antragssteller erreichen, dass sich die Stadt um eine Aufschiebung des Abfräsens bemüht.

Bürgermeister bietet Ortstermin an

Doch im Stadtparlament gab es keine Zwei-Drittel-Mehrheit dafür, diesen Antrag zusätzlich zu behandeln. Eine kurze Aussprache gab allerdings dann bei der Behandlung der Grünen-Anfrage. Verschiedene Positionen prallten dabei aufeinander. Während sich Michael Goetz und Michael Feldpausch (beide B 90/Die Grünen) vehement für den Erhalt des Schutzstreifens für Radfahrer einsetzten, warnte unter anderem Werner Hesse (SPD) davor, „Sicherheit vorzugaukeln, wo Gefahr droht.“

Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) lud die Fraktion der Grünen und andere Interessierte zu einem Ortstermin an der Hauptstraße ein, um die Situation vor Ort zu erörtern.

von Michael Rinde

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