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Ein „Prinzenpaar“, das noch üben muss

Kolping-Prunksitzung in Kirchhain Ein „Prinzenpaar“, das noch üben muss

Mit einem bunten Programm feierte die Kirchhainer Kolpingsfamilie am Samstagabend die 59. Karnevals-Prunksitzung.

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Das „Showballett Gans Anders“ zeigte einen furiosen Gardetanz.

Quelle: Jürgen Jacob

Kirchhain. Mehr als 300 Narren feierten ausgelassen in der gut gefüllten Turnhalle der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain das mehr als dreistündige Programm. Sitzungspräsident Wolfgang Heinl führte trotz Ischias-Problemen gekonnt durch den Abend und zeigte sich erfreut über einige Neuerungen. So begeisterte zum ersten Mal ein Funkenmariechen die Zuschauer: Marie Pohlner wirbelte mit Pirouetten und Überschlägen nur so über die Bühne. Zuvor hatte bereits die Gardetanzgruppe des KKK-Balletts eine Kostprobe ihres Könnens gegeben.

Als Nachrichtensprecher nahm dann der sichtlich angeschlagene Sitzungspräsident Stellung zu den politischen Gegebenheiten in der Ohmstadt. Während des Kommunalwahlkampfs bekamen die Spitzenvertreter der örtlichen Parteien ihr Fett weg. Für die klamme Stadt zahlen Mäzene für die Bahnhofsuhr und den Erhalt der Stadtmauer. Heinls Vorschlag dazu: „Macht doch ein Benefizkonzert unter dem Motto ‚Auf der Mauer - für die Mauer‘, damit es auch in Kirchhain weiter heißt: ‚Die Mauer muss bleiben!‘“ Auch bundespolitische Themen wie gesundes Essen wurden thematisiert: „Wir haben bereits den Doppel-Veggie-Day mit Gründonnerstag und Karfreitag.“

Nach dem Finale zogen die Akteure mit dem Publikum durch die Reihen.

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Der Kolping-Nachwuchs erfreute mit einem Sträflings-Tanzballett die Gäste. Die jungen Mädchen hatten unter Leitung von Adriana Dunske und Caro Pohlner zu „Jailhouse Rock“ und „Banküberfall“ eine tolle Choreographie vorbereitet.

Wie hart die Vorstandsarbeit in einem Verein sein kann, beschrieb dann Nachwuchsredner Daniel Herrmann als gestresstes Vorstandsmitglied. Gregor Jennemann übte sich als Karnevalstester und skizzierte, welchen Gefahren man auch in dieser Branche ausgesetzt ist.

Für einen besonderen Höhepunkt sorgte der Hausherr, AWS-Schulleiter Matthias Bosse. Um einen weiteren KKK-Orden zu erhalten, sang er zunächst ein Solo mit Gitarre über die Trinkgewohnheiten der Deutschen und holte sich dann mit seinem Stellvertreter Andreas Kühn als Backgroundsänger und dem ehemaligen Förderstufen-Leiter Jürgen Franke noch Verstärkung auf die Bühne, um mit allen Närrinnen und Narren zu singen. Nahtlos ging diese Performance in eine Schunkelrunde mit der Band „The Skyliners“ über. Stimmungsvoll ging es weiter mit dem „Showballett Gans Anders“ und ihrem Gardetanz, bei dem die jungen Damen unter der Leitung von Denise Drahotta-Winter gekonnte Tanzvorführungen zeigten.

Auch das KKK-Ballett zeigte mit seiner zweiten Vorführung zum Thema „Lovestory“ interessante Choreographien, die gemeinsam mit Trainerin Elvira Distler eingeübt worden waren.

„Mary und Uli“ machen richtig sauber

Eine weitere Innovation: das erste Kirchhainer Prinzenpaar. Prinzessin Marie (Pohlner) und Judith Holl als „Prinz Horst“ hielten Hof. Dabei zeigte sich, dass alleine die Lektüre des Fachjournals „Karnevals-Prinzenpaar für Anfänger“ noch lange keine aristokratische Narren macht.

Mit widrigen Umständen hatten „Mary und Uli“ zu kämpfen. Maria Bromm und Ulrike Holl gingen zunächst als emsige Putzfrauen durch die Reihen des Publikums, um sich dann auf der Bühne über ihre Männer, Urlaub oder Fitness auszutauschen.

Ins Reich von Disneys Musicals entführte dann das „Showballett Gans Anders“ die Zuschauer. Mit liebevoll gestalteten Kostümen ging es über Aladin und Dschungelbuch bis zum „König der Löwen“.

Den tänzerischen Höhe- und den Schlusspunkt der Veranstaltung setzte das neunköpfige Männerballett der Kirchhainer Kolpingsfamilie. Zunächst rollten sie die menschliche Freiheitsstatue über die Bühne, bevor sie als „Astronauten“ „völlig losgelöst“ im „(T)Raumschiff Surprise“ abhoben. Zum Finale betraten dann nochmal alle Akteure gemeinsam die Bühne, bevor es dann mit Polonaise durch den Saal ging. Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Narren nach dem großen Finale weiter.

„Eine tolle Stimmung, die uns alle sehr freut“, sagt Birgit Gruß, Vorsitzende der Kirchhainer Kolpingsfamilie und freut sich schon jetzt auf die 60. Prunksitzung im Jahr 2017.

von Jürgen Jacob

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