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Ein "Manager" soll die Impulse setzen

Förderprogramm Ein "Manager" soll die Impulse setzen

Wie lassen sich Teile der alten Kirchhainer Innenstadt zukunftsfähig weiterentwickeln? Der Magistrat will für Antworten auf diese Frage auf ein Förderprogramm zurückgreifen.

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Ein Durchgang ermöglicht es, sicheren Fußes am „alten Amtsgericht“ vorbeizugehen. Für das 1608 erbaute Haus gibt es nach wie vor keine Lösung.

Quelle: Rinde

Kirchhain. Über den Anblick zweier leer stehender Gebäude ärgern sich Kirchhainer seit vielen Jahren: das „alte Amtsgericht“ an der Borngasse und das „Armenhaus“ in der Niederrheinischen Straße. Das ist auch Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) absolut bewusst. Doch da sich beide leer stehende Gebäude in Privatbesitz befinden, sind der Stadt eigentlich die Hände gebunden.

Immerhin: Für das im Volksmund „Armenhaus“ genannte Gebäude läuft seit Jahresbeginn ein Abbruchantrag (die OP berichtete Ende Januar), über den die Kreisverwaltung zu entscheiden hat. „Der Antrag befindet sich Bearbeitung“, erklärte Kreissprecher Stephan Schienbein auf Nachfrage der OP. Der Ausgang bleibt weiter offen.

Keine Bewegung gibt es auch seit längerem Zeitraum beim „alten Amtsgericht“, das seinerzeit in die Hände des Investors kam, der die Mülltorpassage baute. Bürgermeister Hausmann ist bewusst, dass es „eines noch langen Atems bedürfen wird, bis es für dieses Gebäude eine vernünftige Lösung gibt“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Vielleicht bringt eine Initiative, an der die Stadt arbeitet, neue Impulse. Derzeit erarbeitet die Verwaltung einen Förderantrag für ein Programm der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses hatte Hausmann das bereits kurz angekündigt, vor allem, weil es deshalb eine Nachmeldung des Magistrats für den Haushaltsentwurf 2017 geben dürfte. Worum geht es? Im Prinzip um die weitere Entwicklung eines Teiles der Kirchhainer Innenstadt und zugleich um das breite Feld „energetische Sanierung“ von Gebäuden.

Dazu wäre zunächst ein Konzept zu erstellen. Das Fördergebiet, Quartier genannt, umfasst das alte Dörfchen einschließlich Marktplatz und die Straßen Auf und Unterm Groth, die Unter- und Borngasse und somit eben auch solche Gebäude wie das „alte Amtsgericht“. Nach der Erarbeitung des „Zukunftskonzeptes“ für diesen historischen Teil der Ohmstadt käme ein Sanierungsmanager ins Spiel, der bei der Umsetzung hilft.

Für beide Schritte bekäme die Stadt Geld von der KfW. Die Förderquote läge laut Hausmann bei 65 Prozent. Jener Sanierungsmanager wird über einen Zeitraum von bis zu maximal fünf Jahren bezuschusst, bei einer Förderung von 50000 Euro pro Jahr plus städtischem Eigenanteil.

Viele Nutzungen sind vorstellbar

Angesichts der Tatsache, dass wesentliche Förderprogramme für Kirchhain wie die Stadterneuerung oder „Stadtumbau in Hessen“ ausgelaufen oder ausgeschöpft sind, sieht Hausmann dieses Angebot der KfW als einen möglichen nächsten Schritt. „Zumal ein solches Konzept auch die Voraussetzung für weitere Fördermöglichkeiten sein könnte“, wirbt Hausmann.

Zurück zum „alten Amtsgericht“. Das Gebäude, so hatte es eine vom Landesamt für Denkmalpflege beauftragte Expertise seinerzeit bestätigt, stammt aus dem Jahr 1608. Eine ältere Sanierungsschätzung betrug rund 1,8 Millionen Euro.

Hausmann kann sich für das Gebäude viele Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, von seniorengerechten Wohnungen bis zu Praxis- und Geschäftsräumen, möglicherweise unter Einbeziehung des ebenfalls leer stehenden früheren Bekleidungsgeschäftes. „Natürlich muss die Nutzung zu unseren Vorstellungen für die weitere Stadtentwicklung passen“, sagt Hausmann und schlägt den Bogen zu dem geplanten „Förderkonzept“.

von Michael Rinde

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