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Ein Limit für das Kulturspektakel

Parlamentsbeschluss Ein Limit für das Kulturspektakel

Sowohl bei der FWG als auch bei Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg besteht die Hoffnung, dass mit dem neuesten Beschluss die Diskussionen rund um das Kulturspektakel und dessen Kosten ein Ende haben.

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Der Antrag der FWG zum Kulturspektakel war einer der letzten, den die Stadtverordnetenversammlung in dieser Zusammensetzung (hier mit Magistrat und Rathauschef) absegnete.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Auf Antrag der FWG setzten die Fraktionen dem Kulturspektakel ein Limit: Abhängig von der Zahl der Veranstaltungstage darf der Verlust künftig maximal 10.000 Euro betragen - und in die Berechnung muss die Stadt auch die Zahlen der „internen Kostenverrechnung“ einbeziehen.

Darüber waren in der Vergangenheit massive Diskussionen entbrannt. Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg hatte gegenüber dieser Zeitung beispielsweise diese Zahlen nie erwähnt, wenn es um das Defizit ging - die FWG pocht jedoch darauf, dass auch die Kosten für den eventuellen Einsatz von Bauhofmitarbeitern oder Fahrzeugen in die Berechnung einfließen müssen.

So erklärt sich beispielsweise beim Spektakel 2011 ein Unterschied von rund 13.000 Euro: Der Bürgermeister bezifferte das Defizit auf rund 5500 Euro - die FWG errechnete unter Einbezug der „internen Kosten“ jedoch ein Minus von rund 18.000 Euro.

FWG lehnt Diskussionen ab

Und das sei noch niedrig angesetzt, sagte Karl Jennemann. Die Stadt habe beispielsweise rund 19 bis 22 Euro pro Stunde für Personalaufwendungen berechnet - was aber laut Angaben im Staatsanzeiger für Personalaufwendungen in Verwaltungen zu wenig sei.

Das stimme nicht, warf Richter-Plettenberg ein, die Stadt gehöre schließlich nicht zur Landesverwaltung. Er zog letztendlich auch eine Ergänzung zum FWG-Antrag zurück, da eine Diskussion mit der Fraktion unmöglich schien.

Auf Nachfrage, warum seine Anregungen strikt abgelehnt würden, sagte Rainer Schick beispielsweise mit gequälter Miene: „Wir haben uns in der Fraktion lange mit dem Antrag beschäftigt.“ Optimaler könne der Antrag quasi nicht aussehen, lautete seine Botschaft.

Winfried Kaul (SPD) kommentierte, die FWG wolle mit dem Antrag das Kulturspektakel „austrocknen“, um das „Glanzstück des Bürgermeisters“ auszulöschen: „Ich halte eine weitere Existenz nicht mehr für realistisch.“ Schick bezeichnete dies als „Unterstellung“ und „dickes Ding“: „Wir sind die Einzigen, die sich mit dem Thema befassen. (...) Wir geben dem Kulturspektakel eine Chance.“

Reinhard Franke (CDU) stellte heraus, dass es auf seine Initiative hin ab dem Jahr 2017 für das Kulturspektakel ein eigenes Produkt im Haushalt geben werde - und dann sei zumindest höchste Transparenz rund um die Kosten gesichert. Er gehe davon aus, dass mit all diesen Neuerungen die Diskussionen rund ums Kulturspektakel „endlich beendet“ seien, sagte Richter-Plettenberg.

von Florian Lerchbacher

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