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Ein "Kümmerer" übernimmt die Station

Polizei Stadtallendorf Ein "Kümmerer" übernimmt die Station

Offiziell ist Heinz Frank erst seit 1. April der neue Chef der Polizeistation in Stadtallendorf, kommissarisch ist er bereits seit 10. Dezember im Einsatz. Er hat bereits einige Eindrücke gewonnen.

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In großer Runde wurde Heinz Frank (Dritter von links) gestern in sein Amt als Leiter der Polizei­station Stadtallendorf eingeführt. Foto: Michael Rinde

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Er ist der Chef einer Polizeistation von über 50 Mitarbeitern einschließlich der Angestellten. Mit ihnen zusammen ist er für die Sicherheit von rund 57000 Bürgern verantwortlich. Gestern gab es die offizielle Amtseinführung von Heinz Frank, dem neuen Leiter der Polizeistation Stadtallendorf.

Das Aufbaugebäude, der direkte Nachbar der Polizei, bot den Rahmen für diese besondere Veranstaltung. Eigentlich ist Heinz Frank erst seit wenigen Tagen offizieller Nachfolger von Karl-Heinz Wohlfeil. Doch Heinz Frank hatte bereits einige Gelegenheit, sein neues Einsatzgebiet kennenzulernen. Denn er ist, zumindest kommissarisch, schon seit dem 10. Dezember im Dienst, da Wohlfeil noch einiges an Resturlaub plus Überstunden zustand.

Schweizer sparte nicht mit lobenden Worten

Polizeipräsident Manfred Schweizer übernahm den formellen Teil, die offizielle Begrüßungsrede für Heinz Frank und sparte dabei nicht mit lobenden Worten über den 51-Jährigen. Schweizer machte aber auch klar, dass Frank der Leiter eines Teams geworden ist, dessen Leistungen sich sehr gut sehen lassen können. An zwei Zahlen machte er das klar: Im Jahr 2005 wurden im Gebiet der Polizeistation Stadtallendorf rund 2600 Straftaten registriert, im Jahr 2013 waren es rund 2300. Im gleichen Zeitraum stieg die Aufklärungsquote von 60,5 auf aktuell 77,1 Prozent, ein sehr hoher Wert auch innerhalb des Polizeipräsidiums Mittelhessen.

Seine Polizeikarriere begann Heinz Frank vor 35 Jahren beim Bundesgrenzschutz, von dort wechselte er sechs Jahre später zur Landespolizei. Frank lernte den Streifendienst von der Pike auf kennen, zunächst in Frankfurt, später dann in Grünberg und Gießen, danach wiederum in Grünberg, dort als Leiter einer „dezentralen Ermittlungsgruppe“. In Gießen hatte er sich auch zum Dienstgruppenleiter qualifiziert.

Erste Eindrücke hat er sich "erlaufen"

Manfred Schweizer beschrieb Heinz Frank als einen „Kümmerer“ gegenüber seinen Mitarbeitern, als einen Mann, der Beurteilungen habe, die „vom Feinsten“ seien. Die Aufgabe, die er jetzt übernommen habe, sei eine der schönsten innerhalb der Polizei, aber auch eine schwierige. Vom Personalrat bekam der neue Leiter der Polizeistation Stadtallendorf gleich einen ­guten Rat mit auf den Weg: „Mach weiter mit Deiner Kollegialität und Deiner guten Arbeit.“

Heinz Frank selbst sprach von seinen ersten Eindrücken, speziell von Stadtallendorf, das er sich in den vergangenen Monaten ein wenig „erlaufen“ hat. „Das ist eine bunte Stadt“, fasste er zusammen. Er verwies aber auch darauf, was das für Herausforderungen auch für die Polizei mit sich bringt. „Wir brauchen eine interkulturelle Kompetenz und dabei auch entsprechendes Fingerspitzengefühl“, sagte Frank bei seiner Rede zur Amtseinführung. Beides, so hat er als Leiter der Polizeistation bereits festgestellt, ist in seinem neuen Team vorhanden.

In Franks ersten Wochen im Dienst fiel auch der Angriff auf das Asylbewerberheim in Wohratal. Ausdrücklich lobte er bei dieser Gelegenheit das, was sich nach den Ereignissen in der Gemeinde entwickelt hat, ein umfassendes Hilfsangebot. Am Beispiel Wohratal machte Heinz Frank aber auch deutlich, dass das Zusammenspiel zwischen Kriminalpolizei und Schutzpolizei im Ostkreis sehr gut funktioniert. Es habe bis zum Fahndungserfolg keine 24 Stunden gedauert.

Frank fand aber auch klare Worte in Richtung des Polizeipräsidenten: „Natürlich können wir noch Personal gebrauchen.“ Die gute Aufklärungsquote dürfe nicht dazu führen, dass Stellen verlorengehen könnten.

Privat lebt der neue Polizeistations-Chef und Vater zweier Kinder in Feldatal. Da er begeisterter Radsportler ist, fährt er bei jeder sich bietenden Möglichkeit mit dem Rad nach Stadtallendorf. Dafür braucht er im Regelfall eine Stunde und zehn Minuten für eine Strecke. Ansonsten ist er ein großer Gartenfreund.

von Michael Rinde

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