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Ein Koffer voller Geld weckt Gier

Theater Ein Koffer voller Geld weckt Gier

In der Stadthalle bebte der Saal vor Applaus, als die Laiendarsteller der Kolpingfamilie ihren Kriminalschwank "Das Geld ist im Eimer" präsentierten und dabei zur Hochform aufliefen.

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Die Akteure der Kolpingfamilie zeigten geschlossen wieder eine tolle Leistung. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Nur noch wenige Restkarten waren an der Abendkasse am Samstagabend zu bekommen. Auch die waren schließlich verkauft. Längst ist das Kolpingtheater zu einem festen Bestandteil im Stadtallendorfer Kulturleben geworden. Mit einer glanzvollen Vorstellung begeisterten die Laiendarsteller der Kolpingfamilie 550 Besucher mit der Abwandlung des Theaterstücks „Das Geld ist im Eimer“ von Dietmar Steiner, dessen Handlung kurzerhand nach Stadtallendorf verlegt wurde.

Ein Überfall auf die Sparkasse in Stadtallendorf diente als Sprungbrett für ein Versteckspiel mit einem Geldkoffer, das die Darsteller Alfred Fink, Susanne Görge, Sylvia Ossinger, Alfons Schold, Maria Sulkowski, Michael Happel und - erstmalig dabei - Christina Knapp in Bewegung und die Zuschauer in Stimmung brachte. Während der mit viel Lokalkolorit gewürzten Handlung verschmolzen die Akteure auf der Bühne zu einer Einheit und erreichten immer ihr Ziel, ihr Publikum zum Lachen zu verführen.

Rund zweieinhalb Stunden lang beherrschte eine komplexe Situationskomik das Geschehen, Pointe folgte auf Pointe. Die Zuschauer dankten für diese tolle Gesamtleistung des Ensembles mit zahlreichem Szenen- und einem tollen Schlussapplaus.

Zum Inhalt: Als Karl Riebele muss Alfred Fink auf der Bühne viel über sich ergehen lassen. Als Mann, der die Arbeit hasst und das Leben liebt, findet er nach durchzechter Nacht in seinem Wohnzimmer eines Morgens einen Koffer voller Geld. Sein Freund Jupp (Alfons Schold) und die Nachricht von einem Banküberfall schaffen schnell Gewissheit, woher das Geld stammt. Karl und Jupp beschließen, das Geld heimlich zu behalten.

Alfred Fink (als Karl Riebele) und Alfons Schold (als Jupp Guggenmoser) glänzten in dem Stück als emotionsgeladenes Traum-Team auf Abwegen und Sylvia Ossinger hatte als schwerhörige, streng katholische „Oma Riebele“, die Lacher immer auf ihrer Seite.

Resolut und dominant trat Susanne Görge überzeugend als Marie Riebele auf und Tochter Ulrike wurde gekonnt von Christina Knapp verkörpert. Freundin Hildegard weiß gegen jedes Leid ein Mittel, sie wurde überzeugend von Maria Sulkowski gespielt.

Michael Happel schlüpfte in die Rolle des verständnisvollen Polizisten Werner und sorgte am Ende für ein Happy End. In einen der zahlreichen Höhepunkte gipfelte die Szene „Zusammenläuten zur Hoffnungsmesse“, die so nicht im Textbuch stand und dennoch für manche Lachträne sorgte. Einen Regisseur habe die Gruppe nicht, berichtete der Vorsitzende der Kolpingfamilie und Hauptakteur Alfred Fink.

Ganz entspannt fand er während einer der beiden Pausen Zeit für ein Gespräch mit der OP. Man helfe sich gegenseitig, jeder bringe sich mit neuen Ideen ein und das Verhältnis untereinander sei sehr gut, berichtete er. Von Beginn der Stadtallendorfer Aufführungen an steht Fink, genau wie Michael Happel, seit 1991 auf der Kolpingbühne. Doch etwas anderes erfreut Fink ganz besonders: „Wir sind stolz auf die Zuschauerzahlen. Es wird honoriert, dass wir Laiendarsteller sind und auch ein Profi-theater bringt nicht mehr Zuschauer“, freute er sich. Winterzeit sei Theaterzeit, erklärte Fink, denn gerade dann seien die Menschen auf der Suche nach Entspannung und das Ziel der Kolpingfamilie sei es, den Leuten Spaß zu bereiten.

Das gelang an diesem unterhaltsamen Winterabend wieder hervorragend, wie die Reaktionen des Publikums zeugten. Für die perfekte Maske sorgte Ingeborg Reuter, Souffleusen waren Brigitte Görge und Dieter Weitzel und um die Frisuren kümmerte sich Sabine Schicha. Moderator war Hans-Joachim Görge.

von Karin Waldhüter

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