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Ein Jahrhundert politischer Erfahrung

SPD-Ortsverein verabschiedet Mandtsträger Ein Jahrhundert politischer Erfahrung

In Helmut Hahn und Gerhard Kroll haben zwei SPD-Urgesteine die aktive Stadtallendorfer Kommunalpolitik verlassen.

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Den Stadtallendorfer Ortsverein der SPD verlassen haben (von links) Philipp Hesse, Gerhard Kroll (mit Bernarde Kroll) sowie Helmut Hahn (mit Elisabeth Hahn).Foto: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Viele Jahre prägten Helmut Hahn, Gerhard Kroll und Philipp Hesse die Stadtallendorfer Politik. Nun verabschiedete der SPD-Ortsverein die drei Mitstreiter - wobei Hesse die politische Arbeit nicht an den Nagel hängt, sondern aus beruflichen Gründen dem Ortsverein den Rücken kehrt.

Werner Hesse, Fraktionsvorsitzender der Stadtallendorfer SPD, nannte das gleichzeitige Ausscheiden Krolls und Hahns einen „herben Verlust für die Partei und für Stadtallendorf“. Der aus Litzmann-stadt, dem heutigen Lodz, stammende Kroll war nach einer Verschleppung in die Sowjetunion als 16-jähriger Heimatvertriebener am 10. April 1947 mit seiner Familie in das damalige Allendorf gekommen. Vom 1. Oktober 1983 bis zum 31. März 1997, vom 16. März 2000 bis zum 8.Mai 2003 sowie von April 2011 bis April 2014 war er als Stadtverordneter im Stadtparlament tätig. Von Mai 2003 bis zum April 2011 und von April 2014 bis zu seinem Ausscheiden war er Stadtrat. Er war also 20 Jahre als Stadtverordneter und weitere 10 Jahre als Stadtrat kommunalpolitisch tätig.

Zudem engagierte er sich viele Jahre als Vorsitzender des Seniorenbeirates. Zusammen mit seiner Frau Bernarde hatte er unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ viele Aktivitäten der Stadtallendorfer Senioren organisiert und persönlich begleitet. Am 22. Januar 1998 wurde er für seine Verdienste mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Im Dezember 2006 erhielt er die Verdienstmedaille der Stadt Stadtallendorf.

Hahn war 52 Jahre lang kommunalpolitisch tätig

Der heute 77-jährige Helmut Hahn stammt aus Schweinsberg und kann auf insgesamt 52 Jahre kommunalpolitischer Arbeit zurückblicken. Begonnen hatte er bereits in 1964 als Stadtverordneter der damals selbstständigen Stadt Schweinsberg. Nach der Gebietsreform war er dann in Schweinsberg als Ortsbeiratsmitglied tätig. Mehrfach wechselte er in der Zeit danach seine Funktionen: Er war dabei Stadtrat und Stadtverordneter in Stadtallendorf oder auch Ortsbeiratsmitglied in Schweinsberg. Insgesamt kommt Hahn auf 24 Jahre als Stadtverordneter und Ortsbeiratsmitglied sowie 27 Jahre als Stadtrat. Für sein Engagement erhielt er bereits 1980 die Verdienstmedaille der Stadt Stadtallendorf. 1981 kam der Ehrenbrief des Landes Hessen hinzu. 1995 wurde er mit der Ehrennadel und 1998 mit der Ehrenplakette „Silber“ der Stadt ausgezeichnet.

Die größte Ehrung erhielt er ebenfalls im Jahr 1998, als er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland entgegennehmen durfte. Diesem folgte 2011 noch die städtische Ehrenplakette in Gold für seinen jahrzehntelangen Einsatz in Vereinsvorständen.

Einer der größten kommunalpolitischen Erfolge des Schweinsbergers, der sechs Bürgermeister Stadtallendorfs erlebte, war seine Initiative zum Bau des Schweinsberger Bürgerhauses - was er unmittelbar nach der Eingemeindung gemeinsam mit dem damaligen Stadtallendorfer Bürgermeister Heinz Lang auf den Weg gebracht hatte.

Als dritter Genosse wurde Philipp Hesse verabschiedet. Er verlässt nach 15-jähriger Tätigkeit den Stadtallendorfer Ortsverein aus beruflichen Gründen.

von Alfons Wieber

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