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Ein Jahr Warten auf Prozess rettet 25-Jährigem die Freiheit

Landgericht Ein Jahr Warten auf Prozess rettet 25-Jährigem die Freiheit

Die 3. Strafkammer des Marburger Landgerichtes gewährt einem 25-Jährigen Marburger die Chance, sein Leben in Freiheit in den Griff zu bekommen.

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Kirchhain. Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte war vor mehr als einem Jahr vor dem Kirchhainer Amtsgericht wegen Handelns mit Betäubungsmitteln, einfacher und gefährlicher Körperverletzung, sowie unerlaubten Waffenbesitzes als Bewährungsversager zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Mit seiner Berufung richtete sich der Angeklagte, unterstützt durch seinen Verteidiger Carsten Dalkowski, einzig gegen den Rechtsfolgenausspruch (Strafmaß) der Vorinstanz und begehrte die Aussetzung der Vollstreckung der Freiheitsstrafe.

Mit den einzelnen Straftaten, die der Marburger in Kirchhain begangen hatte, beschäftigte sich die unter Vorsitz von Richter Dr. Thomas Wolf tagende Strafkammer nicht mehr. Die Kammer sahen die Feststellungen des Kirchhainer Amtsgerichts im Berufungsverfahren zu den Straftaten als erwiesen an, und die haben es in sich.

Der damals alkoholkranke Angeklagte hatte mit zwei weiteren Beteiligten auf einer „Beach Party“ im Kirchhainer Stadtteil Sindersfeld auf eine junge Frau eingeschlagen und eingetreten. Zudem dealte er mit Marihuana und Amphetaminen.

Kopfstoß zertrümmertein Nasenbein

In Kirchhain wurde er mit einer Schreckschusspistole aufgegriffen, ohne im Besitz der für die Waffe erforderlichen Erlaubnis zu sein. Zudem hatte er ohne jeglichen Anlass einem Mann mit einem Kopfstoß eine Nasenfraktur zugefügt.

Bei einem Großteil dieser Taten stand der Angeklagte unter Alkoholeinfluss. Erschwerend kam hinzu, dass der junge Familienvater zu den Tatzeitpunkten unter Bewährung stand, sodass das Amtsgericht in Kirchhain keine Möglichkeit mehr gesehen hatte, eine weitere Bewährungsstrafe zu verhängen.

Die mehr als einjährige Wartezeit auf die Berufungsverhandlung rettete den Marburger nun, da er diese Zeit nach Überzeugung der Verteidigung sinnvoll genutzt hatte. „Mein Mandant hat erfolgreich eine Entzugstherapie absolviert, bemüht sich um eine Arbeitsstelle und bekommt seit Oktober 2012 zusätzliche Hilfe durch „betreutes Wohnen“, berichtete Verteidiger Carsten Dalkowski von den Bemühungen des Angeklagten, sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken.

Auch die Aussagen des 25-Jährigen zu seinem Kampf gegen die Alkoholsucht und zu seiner künftigen Lebensplanung überzeugten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Strafkammer.

So setzte das Gericht die 13-monatige Freiheitsstrafe noch einmal zur Bewährung aus. Die Bewährungszeit setzte die Kammer auf drei Jahre fest. Während dieser Zeit steht der 25-Jährige in der Obhut eines Bewährungshelfers. Weitere Auflagen: Der Mann darf das betreute Wohnen nicht ohne Erlaubnis verlassen, er hat sich intensiv um eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz zu bemühen und muss 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Das Verteidigung und Staatsanwaltschaft Rechtsmittelverzicht erklärten, erlangte das Urteil sofort Rechtskraft.

von Marius Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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