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Ein Hauch Wilder Westen an der Ohm

Ferienspiele Ein Hauch Wilder Westen an der Ohm

Die Ferienspiele in Kirchhain lassen die Kinder seit Jahren in eine ganz andere Welt eintauchen - in diesem Sommer hielt der Wilde Westen Einzug.

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Bei manchen Spielen gingen die Kinder wildentschlossen zu Werke, bei anderen stand – trotz Anstrengung – die Freude im Vordergrund.Fotos: Yanik Schick

Kirchhain. Ês war der allererste Tag der Ferien, da machte sich ein Stamm von 64 lebenslustigen Cowboys und Indianern von Kirchhain auf den Weg Richtung Amöneburg, um für sich neues Land zu erschließen. Frohen Mutes zogen sie durch die Felder. Doch dann ereilte die Pioniere ein harter Schlag: Das Rad ihres Transportwagens brach ab, die Weiterreise war vorerst nicht möglich. Und die Pechsträhne schien anzuhalten: Ein zwielichtiger Mann, der sich als Händler ausgab, stahl das ganze Gold der jungen Gruppe. Notdürftig schlugen Cowboys und Indianer ihr Lager nahe der Ohm auf. Dort gab es allerhand zu erleben. Sie verkauften Zeitungen und lernten, mit dem Bogen zu schießen oder mit der Seilbahn über den Fluss zu fahren.

Das alles hatten sich einmal mehr die Mitarbeiter des Kirchhainer Jugendkulturzentrums (Jukuz) für die Acht- bis Elfjährigen einfallen lassen. Seit Jahren schon prägt immer eine besondere Geschichte das Programm der Ferienspiele in der Ohmstadt.

Zwei Wochen lang traf sich die Gruppe täglich am Festplatz und wanderte anschließend von dort aus zu ihrem „Lager“. „Die Kinder sollen immer ein Problem lösen und anderen Personen helfen“, sagte Christina Heck. Sie war verantwortlich für den Ablauf der Ferienspiele. So war die Gruppe zum Beispiel in der ganzen Stadt unterwegs auf der Suche nach dem Händler, der ihr Gold geklaut hatte - zudem malten die Kinder Fahndungs-Plakate.

Es dauerte dann auch tatsächlich nicht lange, bis das Ordnungsamt den Halunken in Handschellen vorführte. „Die Kinder haben sich dazu entschieden, ihm zu verzeihen“, freute sich Heck über den Großmut des Nachwuchses.

Aber auch sonst orientieren sich die Aufgaben der jungen Cowboys und Indianer stark am Thema. Sie lernten unter anderem, ohne moderne Hilfsmittel Feuer zu machen, Colts zu sägen oder Indianerschmuck zu basteln. Daneben standen Aktivitäten wie Kanufahren oder Nachtwanderungen auf dem Plan.

„Die Betreuer finden immer neue Sachen für uns“, staunte die achtjährige Anne, die zum ersten Mal mit von der Partie war und besonders beim Seilbahnfahren und Schwimmen in der Ohm ihren Spaß hatte.

Nach rund einer Woche warf Bürgermeister Jochen Kirchner einmal einen Blick hinter die Kulissen und verschaffte sich einen Eindruck davon, was die Kinder in ihrem Lager auf die Beine gestellt hatten. „Mit dem Wasser um uns haben wir hier natürlich ein klasse Gelände. Es ist wildromantisch hier“, stellte Kirchner fest.

Inzwischen haben übrigens alle Cowboys und Indianer den Weg aus der Wildnis zurück in die Zivilisation gefunden.

von Yanik Schick

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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