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„Ein Glücksfall für unsere Stadt“

Windkraft-Pläne „Ein Glücksfall für unsere Stadt“

Die Burgholzer Bürger haben durch den geplanten Bau von zwei Windrädern im Langensteiner Forst keine Beeinträchtigungen durch Schattenwurf und Geräusche zu befürchten.

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Das Teleobjektiv verkürzt optisch diesen 140 Meter hohen Windkraft-Turm. Windräder dieser
Größenordnung sollen zwischen Emsdorf, Burgholz und Langenstein gebaut werden. Foto: M. Mayer

Burgholz. Das zumindest versicherte Manuel Schmuck von der Firma AboWind unter Berufung auf Gutachten am Montagabend während einer Sitzung des Kirchhainer Bau- und Planungsausschusses im Burgholzer Dorfgemeinschaftshaus. AboWind bringt die von der Stadt Kirchhain für die Windkraft-Nutzung vorgesehenen Flächen bei Emsdorf und bei Sindersfeld planerisch bis zur Baureife, ohne dass der Stadt dafür Kosten entstehen. Im Gegenzug hat das Unternehmen das Recht, auf den städtischen Flächen selbst sieben Windkraftanlagen zu bauen und zu betreiben oder das Baurecht an Dritte zu verkaufen. Dabei geht es um Millionenbeträge.

15 Burgholzer Bürger waren gekommen, um Informationen aus erster Hand zu dem Projekt zu bekommen. Der Burgholzer Stadtverordnete Peter Emmerich (CDU) zeigte sich deshalb hocherfreut, über die Auswahl des Tagungsorts. „Einige Bürger fühlen sich noch nicht ausreichend informiert. Was wir brauchen ist Transparenz“, sagte Emmerich.

Eine transparente und bürgernahe Informationspolitik nahm Bürgermeister Jochen Kirchner für die Stadt in Anspruch. Seit eineinhalb Jahren informiere Kirchhain über die Windkraftpläne in Bürgerversammlungen, in den Sitzungen der parlamentarischen Gremien und in einem Arbeitskreis mit den betroffenen Ortsbeiräten. Kirchner lobte ausdrücklich das Verhalten des Burgholzer Ortsbeirats, der das Thema richtigerweise niedrig gehängt habe. Unter den betroffenen vier Stadtteilen werde Burgholz die geringsten Beeinträchtigungen in Kauf nehmen müssen, weil das nächstgelegene Windrad von der Burgholzer Bebauungsgrenze 1,6 Kilometer entfernt sei. Das sei ein Riesenunterschied zum gesetzlichen Mindestabstand von 650 Metern, sagte Kirchner.

Der Bürgermeister verteidigte die Absicht der Stadt, über eine Flächennutzungsplanänderung die Planungshoheit über die Windkraft in Kirchhain zu erlangen. Das geschehe zum Wohl der Bürger, weil die Stadt so einen Mindestabstand vom 1000 Metern zu den Ortsrändern durchsetzen und entscheiden könne, wo Windräder gebaut werden und wo nicht. Gegen die Änderung des Flächennutzungsplans seien von Bürgern rund 40 Einwendungen eingegangen. Wenn die Stadt mit ihren Vorranggebieten für Windkraft scheitere, schütze dies die Anwohner in keinster Weise vor dem Bau von Windrädern, denn die Flächenplanung des RP für Windkraft in Kirchhain sei nahezu deckungsgleich mit den Plänen der Stadt. Entscheidender Unterschied: ohne städtische Planungshoheit könnte die Windräder bis auf 650 Meter an die Ortsränder heranrücken, sagte Kirchner.

Argumentative Unterstützung bekam Kirchner vom Stadtverordneten Klaus Weber (SPD), der auch der Regionalversammlung Mittelhessen angehört: „Es ist ein Glücksfall für unsere Stadt, dass alle politischen Kräfte sich darin einig sind, den Flächennutzungsplan für die Windkraft aufzustellen. Sonst wären unsere Flächen für jedermann bebaubar .“

Die Einwände der Bürger sollen während der nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses Ende Januar/ Anfang Februar erörtert werden.

von Matthias Mayer

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