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Ein Geschenk der besonderen Art

Auszeichnung Ein Geschenk der besonderen Art

So schnell kann es gehen: Eben noch "nur" Geburtstagskind, dann plötzlich Medaillenträgerin: Die 90 Jahre alte Gisela Stöcker verlebte einen abwechslungsreichen Tag.

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Im Kreise von Freunden und Verwandten nahm Gisela Stöcker (Zweite von rechts) die Elisabeth-Medaille aus den Händen von Pater Josua (Dritter von links) entgegen.Foto: Yanik Schick

Kirchhain. Gisela Stöcker ist gerade dabei, ihren Festtag im engsten Freundes- und Verwandtschaftskreis zu feiern. In gemütlicher Runde und bei strahlendem Sonnenschein genießt sie ihren 90. Geburtstag. Plötzlich kommt ein gänzlich unerwarteter Gast zur Tür herein: Pater Josua gratuliert der Frau mit aller Herzlichkeit - und hält noch eine weitere große Überraschung parat: Für ihr Engagement in der katholischen Kirche überreicht der Kirchhainer Pfarradministrator Gisela Stöcker in „Anerkennung ihrer treuen Dienste“ die Elisabethmedaille des Bistums Fulda. Dazu erhält sie eine persönlich von Bischof Heinz Josef Algermissen signierte Ehrenurkunde. Ein Geschenk der außergewöhnlichen Art. „Ich muss das alles erst mal verdauen“, sagt die freudestrahlende Frau und gibt zu: Damit hatte sie nicht gerechnet.

Der Beginn von Stöckers langer Geschichte, in der sie sich ehrenamtlich für die Belange der Gemeinschaft einsetzte, ist lange her: Die frühere Jugend- und Sozialarbeiterin war von 1976 bis 1984 Mitglied im Diözesanvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) in Fulda, „nebenher“ fünf Jahre lang Vorsitzende der KFD im Dekanat in Amöneburg sowie insgesamt ein Jahrzehnt Vorsitzende der KFD in der Pfarrgemeinde St. Elisabeth in Kirchhain.

Neben der aktiven Führungsarbeit spielte für Stöcker auch die Seniorenbetreuung eine überaus wichtige Rolle. Rund 20 Jahre engagierte sie sich im Alten- und Pflegeheim Haus Elisabeth, organisierte monatliche Gottesdienste und leistete Besuchsdienst mit engem Kontakt zu den Senioren.

Und weil Stöcker auch heute noch die Meinung vertritt, dass sich „Frauen viel mehr einsetzen müssen“, gestaltete sie jahrelang deren Gebetstag aktiv mit und initiierte und leitete in den 1980er-Jahren einen Kreis für alleinerziehende Mütter. Heute blickt die 90-Jährige mit Stolz auf diese Zeit zurück. Sie ist etwas zur Ruhe gekommen, ihre Ämter hat sie abgegeben. Das alles sei sehr viel Arbeit gewesen, betont Stöcker, und irgendwann müsse auch einmal Schluss sein. Eine Geburtstagsfeier ist erst nach Ostern geplant.

von Yanik Schick

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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