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Ein Gerücht und eine traurige Wahrheit

Tödlicher Unfall im Bahnhof Ein Gerücht und eine traurige Wahrheit

Einsatzfahrzeuge von Polizei, Bundespolizei und Feuerwehr stehen mit eingeschaltetem Blaulicht vor dem Neustädter Bahnhof. Passanten werfen besorgte Blicke in Richtung des Backsteingebäudes.

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Polizeibeamte, Bundespolizisten und Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren Neustadt und Stadtallendorf versahen gestern am Neustädter Bahnhof einen schweren Dienst.

Quelle: Matthias Mayer

Neustadt. Unter den Passanten kursiert ein Gerücht: Zwei Kinder sollen bei einem Unfall im Bahnhof ums Leben gekommen sein. Die traurige Wahrheit ist kaum weniger schlimm. Eine 23-jährige Flüchtlingsfrau, die sich in Deutschland mit ihrer Familie ein besseres Leben erhofft hatte, wurde gegen 15 Uhr von einem durchfahrenden Güterzug erfasst und getötet. Marburgs Polizeisprecher Martin Ahlich bestätigte am frühen Abend entsprechende OP-Informationen.

„Aufgrund von Zeugenaussagen geht die Polizei derzeit von einem tragischen Unglücksfall aus. Wie genau es zu dem Unglück kam, gehört zum Umfang der andauernden kriminalpolizeilichen Ermittlungen“, schreibt Martin Ahlich in einer Pressemitteilung. Nach Informationen dieser Zeitung stand die junge Frau beim Herannahen des Güterzugs zu dicht an der Bahnsteigkante und wurde vom Sog erfasst und in Richtung Gleis geschleudert.

Während der Kriseninterventionsdienst sich mit Hilfe eines Dolmetschers um die Angehörigen des Opfers kümmert und die sterblichen Überreste der Frau geborgen werden, sind der Bahnhof und die Main-Weser-Bahn ab 15.10 Uhr voll gesperrt. Polizeibeamte unterrichten ratlos am Flatterband stehende Bahnreisende über die Sperrung, ohne den grausigen Grund zu nennen.

Die Sperrung der vielbefahrenen Hauptstrecke dauert etwa bis 17.30 Uhr. Wie eine Sprecherin der Frankfurter Bahn-Pressestelle auf OP-Anfrage berichtet, wird der Fernverkehr östlich der Main-Weser-Bahn über Bebra umgeleitet.

Die Nahverkehrszüge fahren aus Richtung Süden bis nach Stadtallendorf und aus Richtung Norden bis Treysa. Für die Reisenden setzt die Bahn zwischen Treysa, Neustadt und Stadtallendorf in beide Richtungen Busse ein. Dort haben die Fahrgäste in den in Stadtallendorf gestoppten Zügen Richtung Süden und in Treysa Richtung Norden unmittelbare Anschlussmöglichkeiten.

von Matthias Mayer

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