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Ein Einblick, wo noch ein Ausblick ist

Umweltbildung Ein Einblick, wo noch ein Ausblick ist

An einem Hang will der Heimat- und Verschönerungsverein einen Teich anlegen. Mit Blick auf die Topographie des Geländes ist das Projekt schwer vorstellbar - doch Geld für die Umsetzung ist bereits da.

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Helmut Zieße (von links, Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins), Burkhard Stern und Erich Weber stehen dort, wo in rund anderthalb Jahren die Hütte mit Teichfenster ihren Platz haben soll.

Quelle: Florian Lerchbacher

Mengsberg. Mengsberg. Seit dem Spätsommer gibt es im Hardtwasser-­Auengrund einen kleinen Teich, der als wertvolles Feuchtbiotop für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dient. Diese Naturschutzfläche, auf der für Menschen das Beobachten im Vordergrund steht, will der Heimat- und Verschönerungsverein noch um ein Projekt bereichern: Er möchte die Natur erlebbar machen.

Aus diesem Grund planen die Mengsberger, an einer Böschung einen weiteren Teich anzulegen, an den ein Gebäude angrenzt. Vom Dach aus sollen die Besucher einen guten Blick von oben ins Wasser bekommen können. Der Clou wartet jedoch in der Hütte drinnen: Durch ein aus Plexiglas bestehendes Fenster können die Gäste das Leben im Teich direkt beobachten. Burkhard Stern, der zweite Vorsitzende des Vereins, schätzt die Kosten für die Umsetzung der Pläne auf rund 15000 Euro. Ein Drittel davon ist schon da: Der Verein erhält 5000 Euro aus der Umweltlotterie „Genau“ - weil das Projekt einen weiteren Mosaikstein der regionalen Umweltbildung darstelle.

Und die liegt den Mengsbergern sehr am Herzen, wie sie in der Vergangenheit zum Beispiel mit dem Waldspielplatz oder dem Baum-des-Jahres-Gatter unter Beweis gestellt hatten. Einen „außerschulischen Lernort“ möchte Stern entwickeln und verknüpft zudem das Schlagwort „spielerisches Lernen“ mit Naherholung und Industriegeschichte. In nächster Nähe gibt es schließlich fünf Mühlen. Zudem denkt er über eine Art Erlebnis-Wasserspielplatz nach - und während die „Kleinen“ das Element Wasser näher erkunden, könnten sich die „Großen“ in einer kleinen Gastronomie an lokalen Spezialitäten laben und sich erholen. Doch der „sanfte Tourismus“ ist Zukunftsmusik. Zunächst einmal stehen das Anlegen des Gewässers und das Teichfenster auf der Agenda.

"Nachhaltiges Naturerlebnis"

Denn schon daran gibt es genug zu holen, wie Erich Weber vom Fachdienst „Klimaschutz und Erneuerbare Energien“, der das Projekt als Berater begleitet, betont. Direkt vor Ort ließen sich beispielsweise die Themen Waldökologie und -wirtschaft, Gewässerkunde und Ökologie von Feld und Wiese erleben. Die Fläche sei vielfältig nutzbar: Kinder könnten Pflanzen und Tiere beobachten und bestimmen, experimentieren und spielen - kurz: In der ökologischen Vielfalt des Hardtwasser-Auengrunds sei ein „nachhaltiges Naturerlebnis“ möglich.

„Man muss nicht in den Bayerischen Wald, um sich mit Wasserökologie zu beschäftigen oder einen tollen Ort zu finden, an dem man gut runterkommen kann“, schwärmt Erich Weber und stellt heraus, dass auch die regenerativen Energien eine Rolle spielen sollen: Windenergie lasse sich leicht darstellen, doch an der Eisermühle­ lasse sich auch hervorragend die Energie nachvollziehen, die aus Wasser gewinnbar sei.

In einen kleinen Bachlauf wollen die Mengsberger außerdem noch Totholz einbringen, um die Natur noch erlebbarer zu machen: Ziel sei, die Fließgeschwindigkeit zu verringern, um Fischen „Unterschlupf und Kinderstube“ zu bieten - was gleichzeitig für andere Tiere ein attraktives Jagdrevier wäre, betont Burkhard Stern.

Sterns Ziel ist, das neue Gewässer mit dem Teichfenster bis Sommer 2018 fertigzustellen. Die Spielscheune, die er vor mehr als zwei Jahren für die Eisermühle ins Spiel gebracht hatte, sei zwar nicht vom Tisch, aber ohne finanzkräftige Sponsoren nicht umzusetzen. Allerdings hat der zweite Vorsitzende einige Teile des Konzeptes (wie in der „Zukunftsmusik“ erwähnt) noch nicht ganz aufgeben.

von Florian Lerchbacher

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