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Ein Dorffest der besonderen Art

Rockfestival Ein Dorffest der besonderen Art

Omis und Rocker liegen sich glücklich in den Armen: Am Wochenende herrschte Ausnahmezustand in Albshausen.

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Die schwedische band "Spiders" begeisterte beim "Black Sunset Festival" in Albshausen.

Quelle: Foto: Miriam Prüßner

Albshausen. Hunderte Kilometer stecken ihnen in den Knochen. Von Müdigkeit keine Spur.Die „Spiders“ fegen über die Bühne, als gebe es kein Morgen mehr. Die Frontfrau der schwedischen Band wirft ihr blondes  Haar in die neblige Nacht. Das Stroboskoblicht spiegelt sich in der Glitzerjacke des Gitarristen wider. Zeitreise zurück in die 70er: Pailletten und Schlaghose passen perfekt zum mitreißenden Glamrock, den die Vier zelebrieren. „Don’t stop“, singt Ann-Sofie Hoyles, die Gitarren kreischen, der Bass wummert. Musik, die in die Glieder fährt. Der Sportplatz bebt.  

„Wir sind so dankbar, dass wir hier sein dürfen“,  ruft die Blonde ins Mikrofon und der Mob vor der Bühne tobt. Man glaubt es den Schweden. Klar, am Freitagabend sind vielleicht gerade einmal 100 Menschen vor der Bühne. Die Schweden sind mehr Publikum gewöhnt. Aber was ihnen in dem kleinen Dorf entgegenschlägt, ist selten: Pure Liebe und echte Leidenschaft.  Ganz in schwarz gekleidete, tätowierte Kerle mit langen Haaren liegen sich in den Armen und feiern lautstark. Die Schweden. Die Musik. Das Festival und wohl auch das Leben an sich.

Das Black Sunset Festival in Albshausen lockte zahlreiche Besucher an. Foto: Miriam Prüßner

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„Es ist einfach super hier. Wie eine große Familie. Wurde Zeit, dass es das Black Sunset wieder gibt“, sagt Tschech in breitestem Schwäbisch und grinst.Der Frontmann der Stuttgarter Band „Doom Division“ fällt Dennis Barmbold um den Hals. Der 29-Jährige hat nach fünf Jahren Pause das „Black Sunset“ wieder auf die Beine gestellt. Mit tatkräftiger Hilfe seiner Familie, seiner Freunde und vielen Albshäusern. Und das hat sich gelohnt. Zwar sind nicht so viele Besucher gekommen wie erhofft, aber davon lässt sich Dennis nicht entmutigen. „Es ist einfach der Oberhammer. Das Feedback der Leute ist Wahnsinn.“

Und tatsächlich hat das „Black Sunset“ ein ganz besonderes Flair: 15 Bands aus aller Welt, zwei Tage hochkarätiger Rock gepaart mit familiärer Stimmung und grenzenloser Begeisterung. Sowohl bei den Rockfans aus ganz Deutschland als auch bei den Albshäusern: Im extra für das Festival gezimmerten Biergartenbereich sitzt eine Gruppe Senioren und bestaunt das Spektakel mit einem Würstchen in der Hand. „Das ist doch toll hier. Wir waren doch auch mal jung und haben gern gefeiert. Gut, die Musik ist gewöhnungsbedürftig, aber wenn ich mein Fenster geschlossen habe, hört man ja gar nichts mehr“, sagt eine alteingessene Albshäuserin und lacht.

 

Und während auf der Bühne die langen Haare geschüttelt werden, die erste Reihe zum wiederholten Male nach einer Zugabe schreit, herzt ein Rocker am Crepes-Strand zwei ältere Damen. Ein Wochenende, das wohl niemand so schnell vergessen wird.

von Nadine Weigel

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