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Ein Dorf feiert sein neues Museum

Neuerung Ein Dorf feiert sein neues Museum

Ganz Roßdorf schien zur Einweihung des Dorf- und Trachtenmuseums auf den Beinen zu sein. Sehr viele von ihnen kamen in Tracht zum Dorffest.

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Anlässlich der Einweihung des Dorf- und Trachtenmuseums war ein Hochzeitszug in Roßdorf unterwegs.Fotos: Klaus Böttcher

Roßdorf. Kaum hatten die Roßdorfer ihre „überragende Kirmes“ verdaut, gab es wieder etwas zu feiern: die Einweihung des Dorfmuseums. Diakon Wilfried Jockel hielt eine bewegende Andacht, bei der als Hochzeitsgesellschaft gekleidete Bürger in der Marburger katholischen Tracht in den vorderen Reihen der Kirche saßen. Unter Glockengeläut formierte sich der Hochzeitszug, der durch das Dorf bis zum Haus der Vereine zog, wo im ersten Stock des ehemaligen Schulgebäudes das Dorf- und Trachtenmuseum untergebracht ist.

Nachdem die Begrüßungsmusik der Roßdorfer Kapelle verklungen waren, sagte Ortsvorsteher Stephan Maus überwältigt: „Ich fühle mich in meine Jugend zurück versetzt, denn ich habe schon lange nicht mehr so viele Trachten zusammen gesehen.“ Tatsächlich gibt es in Roßdorf noch 10 bis 15 Frauen, die regelmäßig Tracht tragen. Zum „Festtag“ waren es um die 50 Personen - das fing bei kleinen Mädchen und Jungen im Kindergartenalter an, setzte sich über Schulkinder und Jugendliche bis zu jungen Frauen und Männern fort. Selbst Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg war in Tracht gekommen und hatte sich am Hochzeitszug beteiligt.

In Hessen und im Kreis gebe es noch sehr viele Trachten, doch das sterbe leider aus, bedauerte der Rathauschef und sagte. „Deshalb ist es wichtig, dass es bewahrt wird.“ Er lobte die Energieleistung der vielen Helfer, die den Raum so hergerichtet haben, dass er nun ein Museum ist. Die Stadt habe gerne den Löwenanteil der Kosten übernommen, betonte das Stadtoberhaupt und bat: „Unterstützen sie weiter die Leute, die das Museum geschaffen haben.“

Pfarrer Günter Wondrak segnete das Museum, bevor die zahlreichen Besucher es besichtigten. Vor dem Gebäude unterhielt die Kapelle die Gäste. Zwischendurch erläuterte Lena Schüler, die Organisatorin des Hochzeitszuges, die Trachten des hübschen Brautpaares (Nora Schüler und Marius Maus) sowie des gesamten Gefolges.

Bei Grillwürstchen sowie Kaffee und Kuchen erlebten die Roßdorfer und die vielen Gäste von außerhalb ein abwechslungsreiches Dorffest, das von einer Traktoren- und einer Kutschenausstellung abgerundet wurde.

Die Exponate hat Heimatkundler und Sammler Heinrich Ried zusammengetragen. Neben Trachten und Trachtenteilen - sprichwörtlich von der Wiege bis zur Bahre - enthält die Ausstellung viele interessante Stücke und Dokumente aus den vergangenen Jahrhunderten. Kernstücke sind ein Fronleichnamsaltar in voller Größe, eine Braut und Brautjungfer, Männertrachten, die eigentlich nicht mehr so bekannt sind und sehr viele Bilder und Fotos vergangener Zeiten.

Es gibt keine festen Öffnungszeiten. Kontakt für Besucher: Heinrich Ried, Telefon 06422/3575.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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