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Ein Diebstahl, ein gellender Schrei

Wer hat die Axt der Riesen geklaut? Ein Diebstahl, ein gellender Schrei

Helmut Wittekindt ist ­völlig aufgelöst. Ins ­Rauschenberger Rathaus ­wurde eingebrochen. Er alarmiert die Polizei, die fast in der Stärke einer Hundertschaft anrückt, um den Fall zu lösen.

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So viele Ermittler gab‘s in Rauschenberg noch nie. Dutzende Junior-Detektive unterstützen Chefermittler Matthias Kraus bei der Spurensuche in den Gassen der Rauschenberger Altstadt.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Die Polizisten, das sind der Chefermittler Matthias Kraus und seine vielen Assistenten, die zahlreichen Kinder, die in diesem Jahr an der Lesewoche der Rauschenberger Bücherei teilnehmen, die von der Stadtjugendpflege unterstützt wird. Thema diesmal: Detektive.

Die Detektive brechen auf und machen mit ihrem ersten Zeugen Helmut Wittekindt so ihre Erfahrungen. Der gestikuliert wild, ist empört und aufgeregt, hat aber zum Sachverhalt wenig zu sagen. Er hat lediglich einen großen Mann mit Vollbart und dicker Jacke gesehen, der offenbar mit einem schweren Gegenstand in Richtung Schlossberg flüchtete. Was gestohlen wurde, kann er nicht sagen.

Der Schrei einer Frauenstimme aus dem Rathausturm bringt Aufklärung: „Die Axt ist weg!“ Nicht irgendeine Axt, sondern DIE Axt. Die Axt der sagenumwobenen Riesen Sippel und Rausch, das wertvollste Exponat des im Rathaus untergebrachten Heimatmuseums. Alarmstufe Rot!

Kindgerechter Krimi ohne Mord und Totschlag

Andreas Pigulla hat den kindgerechten Krimi ohne Mord und Totschlag geschrieben und sein Plot führt die geballte polizeiliche Kompetenz nun zum Pfarrhaus. Glückes Geschick: Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung hat tatsächlich etwas gesehen. Beim Holzholen in ihrem dunklen Schuppen hörte sie Schleifgeräusche. Durch das Gitter sah sie einen Mann, der etwas Schweres nach sich zog und sich dann ausruhte. Groß, Vollbart, dicke Jacke. Fluchtrichtung: Pfaffengasse.

Die Kinder jagen in Richtung Pfaffengasse, wo sie nicht die erhofften Schleifspuren finden. Die Detektive eilen zum Römer und versuchen beim Apotheker ihr Glück. Ob er jemanden gesehen hat? Groß, Vollbart, dicke Jacke. Schwerer Gegenstand? Hat er. Der Apotheker erzählt von einem verletzten Mann. Da dieser ärztliche Hilfe ablehnte, habe er ihm nur ein leichtes Schmerzmittel mitgegeben, erzählt der Apotheker. Und er hat noch einen Hinweis für die Kinder. Der Gesuchte ist in Richtung Alte Schule gelaufen. Wenig später geht in dem dunklen Gebäude ein Licht an. 30 Sekunden später klingelt die Polizei an der Tür, und der Live-Krimi steuert auf seinen dramaturgischen Höhepunkt zu. Paul Ludwig gibt sich an der Haustür ahnungslos. Er weiß von nichts, hat nichts gesehen. Frustriert ziehen die Kinder weiter.

Die Ereignisse überschlagen sich

Dann zerreißt ein gellender Schrei die Abendstille. Wie ein geölter Blitz flitzen die Kinder ums Haus, wo sie auf Irmgard Schein treffen, die um ihr Leben fürchtet. Sie hat den Gesuchten samt der großen Axt gesehen. Die Dinge überschlagen sich. „Schnell, schnell, nichts wie hinterher“, schickt sie die Detektive zurück auf den Römer, wo der aufgeregte Apotheker schon vor dem Haus wartet und ruft: „Macht schnell, hier ist er lang, die Borngasse runter!“ Die wilde Hatz endet schließlich vor dem Restaurant Venezia, wo die polizeiliche Übermacht den „Täter“ stellt. Es ist der gar nicht so ahnungslose Zeuge Paul Ludwig, der allerdings ein ehrbares Motiv für sein Handeln hat. So endete der von den Schauspielern des Theaters vom Bau gestaltete erste Live-Krimi schiedlich und friedlich.

Die Lesewoche klingt am Donnerstag ab 16 Uhr mit einer Schreibwerkstatt aus.

von Matthias Mayer

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