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Ein "Baumdenkmal" an exklusivem Standort

Wiedervereinigung Ein "Baumdenkmal" an exklusivem Standort

Friedrich Bohl, die rechte Hand und der engste Vertraute des "Einheitskanzlers" Helmut Kohl, weihte in Neustadt vor dem Junker-Hansen-Turm ein "Baumdenkmal" ein.

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Insgesamt drei Bäume stehen nun vor dem Junker-Hansen-Turm und erinnern an die Wiedervereinigung.Fotos: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Ich finde es eine tolle Idee, an die epochalen Veränderungen nicht nur mit einer Feier zu erinnern, sondern mit etwas, das bleibt“, sagte Friedrich Bohl gestern am Junker-Hansen-Turm nach der Enthüllung einer Gedenktafel. Als bisher einzige Kommune des Landkreises hatte die Stadt Neustadt die Anregung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald aufgegriffen, „wachsende Gedenkmale“ zu pflanzen, um 25 Jahre nach dem historischen Jahr 1990 an die damals vollzogene Wiedervereinigung Deutschlands zu erinnern. Hinzu kommt eine Gedenktafel mit Erläuterungen.

Drei neue Bäume stehen nun in Form eines gleichseitigen Dreiecks an der exponierten Stelle: Symbol für die „alte“ Bundesrepublik ist eine Buche, die neuen Bundesländer soll eine Kiefer repräsentieren, für das wiedervereinigte Deutschland steht eine Eiche. „Das Wachsen dieser Bäume und der Kronen soll Wachstum, Aufschwung, Wandel und Zusammenwachsen unseres ehemals geteilten Landes dokumentieren“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

"Wiedervereinigung ist ein Erfolgsmodell"

„Oft gerät in Vergessenheit, was sich in den Jahren 1989 und 1990 an epochalen Dingen veränderte“, sagte Bürgermeister Thomas Groll und betonte, dass in seiner Kindheit niemand an die Wiedervereinigung geglaubt hätte. Dann sei es anders gekommen - und vor allem rasch: „Wenn etwas schnell geht, dann passieren auch Fehler. Aber insgesamt ist die Wiedervereinigung ein Erfolgsmodell“, kommentierte er und ließ sich beim Enthüllen der Tafel nicht nur von Bohl, sondern auch von seinem städtischen Mitarbeiter René Spatzier unterstützen, Neustadts „lebendem Symbol der Wiedervereinigung“, wie der Rathauschef schmunzelnd erklärte - Spatzier war im Jahr aus Sachsen in die Junker-Hansen-Stadt gekommen, in der er sich mehr als eingelebt hat.

Hauptperson war allerdings Bohl, das „Gesicht“ der Wiedervereinigung aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der ehemalige Bundesminister und Chef des Bundeskanzleramtes gehörte Ende der 1980er Jahre zu den engsten Mitarbeitern des „Einheitskanzlers“ Dr. Helmut Kohl. Er gab einen kurzen Einblick in die historische Zeit. So berichtete er davon, neben Sabine Bergmann-Pohl gesessen und zu ihrem Aufstieg von der praktizierenden Ärztin zur Abgeordneten und letztendlich zur Präsidentin der Volkskammer - und somit zum letzten Staatsoberhaupt der ehemaligen DDR - gratuliert zu haben: „Das hat sie emotional umgehauen. Sie war auf einem sehr schnellen Zug unterwegs, der aber nach vielen Hindernissen sicher im Bahnhof ankam. Ich sehe die Wiedervereinigung als Geschenk unseres Schöpfers.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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