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Eigenes Windgutachten soll es richten

Stadtallendorf Eigenes Windgutachten soll es richten

Die Stadt Stadtallendorf hat klar Position zu den geplanten Vorranggebieten für Windkraftanlagen bezogen. Erwartungsgemäß stellt sich die Stadt gegen neue Flächen, die an Erksdorf heranreichen.

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Diese Windräder bei Erksdorf und Speckswinkel sind bereits von weitem zu sehen. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. In den Stadt- und Gemeindeparlamenten sind sie momentan ständig auf den Tagesordnungen: die Stellungnahmen zum Entwurf des Teilregionalplans Energie. Stadtallendorfs Stadtverordnete haben jetzt Position bezogen. Auch Stadtallendorf sieht einigen Änderungsbedarf am Planentwurf:

n Nach dem Wunsch von Verwaltung und Stadtparlament soll das bei Wolferode vorgesehene Vorranggebiet (Gemarkung „Kohlhopf“) für Windräder ganz entfallen.

n Stadtallendorf setzt dagegen ganz auf das gemeinsam mit Neustadt angepeilte Vorranggebiet südöstlich der Windräder bei Erksdorf und Speckswinkel. Das ist jedoch im Teilregionalplan-Entwurf nicht berücksichtigt worden. Grund: Die Windgeschwindigkeit soll dort laut einem TÜV-Gutachten nur bei 5,5 Metern pro Sekunde liegen, die Mindestvorgabe sieht aber 5,75 Meter pro Sekunde in 140 Metern Höhe vor. Stadtallendorf hat darum ein eigenes Gutachten erstellt, das zu höheren Windgeschwindigkeiten als der TÜV kommt. Darum geht Stadtallendorf davon aus, dass sich diese Vorrangfläche doch beim Regierungspräsidium durchsetzen lassen wird.

n Dagegen ist Stadtallendorf klar gegen eine Vorrangfläche auf dem Kirchhainer Stadtgebiet. Diese Fläche grenzt direkt an Erksdorf an. Sie liegt südwestlich des Stadtteils, in dem sich angesichts des bereits vorhandenen Windparks zunehmend Widerstand gegen weitere Anlagen in der direkten Nachbarschaft regt. Der Ortsbeirat hatte bereits im vergangenen Jahr klar Position bezogen (die OP berichtete mehrfach).

Außerdem legt der Teilregionalplan Energie sogenannte Vorbehaltsgebiete für großflächige Fotovoltaikanlagen fest. Sollte ein Investor dort Großanlagen schaffen, müsste die Stadt allerdings einen entsprechenden Bebauungsplan aufstellen. Im Falle Stadtallendorfs ist bisher eine solche Fläche bei Schweinsberg vorgesehen. Doch dagegen hat die Stadt erhebliche Bedenken, vor allem wegen des Landschaftsbildes. Einzig der letzte Punkt war während der jüngsten Stadtparlamentssitzung umstritten. Bündnis 90/Die Grünen hatten sich dafür stark gemacht, diesem Vorbehaltsgebiet Fotovoltaik doch zuzustimmen. Außerdem hatten sie in einem Antrag eine grundlegende Kritik an Land und Bund zu den Vorgaben bei der Planung von Windenergieanlagen formuliert.

Während Michael Feldpausch (B90/Die Grünen) eindringlich für die grundlegenden Ziele der Energiewende warb, wendete sich Winand Koch (FDP) gegen „Landtagswahlkampf“ im Stadtparlament.“

Mit Blick auf die Vorrangfläche in Wolferode, die die Stadt nicht will, bemerkte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD), dass dort ohnehin nur zwei Anlagen möglich wären. „Das lohnt den Erschließungsaufwand auch nicht“, sagte Somogyi. Klare Worte in Richtung der Kirchhainer Vorrangfläche wählte Thomas Dziuba. „Wir verschließen uns der Energiewende nicht. Es kann aber nicht sein, dass Stadtteile am Ende umzingelt werden“, sagte er.

Die Grünen stimmten beim Vorbehaltsgebiet Fotovoltaik gegen den Vorschlag der Verwaltung, das Areal aus dem Plan herauszunehmen. Alle übrigen Punkte wurden einstimmig gebilligt. Jetzt wird es am Regierungspräsidium und der Regionalversammlung liegen, ob Stadtallendorfs Anstöße, Wünsche und Bedenken berücksichtigt werden.

von Michael Rinde

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