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Ehrenamtliche Helfer brauchen Hilfe

Sozialprojekt Ehrenamtliche Helfer brauchen Hilfe

Die rund 20 Freiwilligen engagieren sich gerne bei den Mittagstischen für Senioren in Mardorf und Roßdorf und genießen die Arbeit - dennoch würden sie mehr Unterstützung durchaus begrüßen.

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Die Helfer der Mittagstische suchen nach Mitstreitern.Foto: Florian Lerchbacher

Mardorf/Roßdorf. In Mardorf sind es 15, in Roßdorf bisher nur 6 Ehrenamtliche, die sich um die Mittagstische für Senioren kümmern. Eigentlich ist die Zahl der Helfer ausreichend - in Roßdorf müssen dieselben sechs Frauen allerdings jede Woche ran. So besteht die Gefahr, dass sie irgendwann den Spaß verlieren und das Engagement zur Belastung wird. Dies gilt es, zu verhindern. Das Pflänzchen pflegen und nicht überstrapazieren, lautet das Motto.

Die Mittagstische jedenfalls erfreuen sich großer Beliebtheit. Zwischen 15 und 30 Gäste sind es zumeist. Es hat sich sogar schon ein richtiger „Mittagstisch-Tourismus“ entwickelt, berichtet Hildegard Kräling vom Verein „Leben und Altwerden in Mardorf und Umgebung“, der das Projekt auf den Weg gebracht hatte. Das heißt, zahlreiche Gäste kommen auch aus anderen Stadtteilen oder sogar anderen Kommunen zu den Mittagstischen. Für Austausch und Unterhaltung unter den Senioren ist also gesorgt.

Und auch die Helfer genießen ihre Arbeit, wie Inge Eismann-Nolte berichtet: „Unsere Gäste sind sehr dankbar. Sie genießen die Zeit und freuen sich, dass wir uns für sie einsetzen.“ Gleichzeitig sei es schön zu sehen, dass die Senioren selbst auch noch aktiv sind, ihr Leben in die Hand nehmen, aus dem Haus gehen und die Geselligkeit suchen. „Das macht mir Mut, älter zu werden - auch auf dem Land“, betont sie.

„Man wird gebraucht, und die Menschen danken einem den Einsatz. Das gibt mir viel“, ergänzt Katharina Nau, während Richard Schick erklärt: „Wenn die Leute hier rausgehen und sagen, dass sie eine schöne Zeit im Schwesternhaus verbracht haben, dann ist das für mich das Größte.“

Das ehrenamtliche Engagement kommt also nicht nur den Gästen zugute, sondern gibt auch den Freiwilligen etwas. „Jeder hat ein bisschen Zeit zur Verfügung und kann sich ein bisschen einbringen, denn jeder hat irgendwo auch ein gewisses Helfenssyndrom“ kommentiert Kräling und spricht beispielsweise Gerlinde Mengel aus dem Herzen, die neu im Kreis der Helfer ist. Sie habe dienstags Zeit, und die wolle sie nutzen, um etwas Gutes zu tun, erläutert die Mardorferin ihre Motivation.

Der ein oder andere Nachahmer sollte sich allerdings noch finden. Vor allem auch, um die Zukunft des Projektes zu sichern. „Irgendwann kommt man selber in die Situation, dass man auf die Hilfe der Mitmenschen angewiesen ist“, betont Richard Schick.

Der Mittagstisch im Mardorfer Schwesternhaus findet jeden Dienstag und Donnerstag ab 12 Uhr statt. In Roßdorf gibt es mittwochs und freitags ab 12 Uhr warme Mahlzeiten. Doch bei den Terminen geht es nicht nur um das Essen. Wichtig sind auch der Austausch untereinander, die Geselligkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Mittagstische haben sich zu echten Treffpunkten entwickelt, in denen die Gäste das Dorf- beziehungsweise Gemeindeleben pflegen.

- Kontakt: Christina Stettin, Telefon 06429/8291541, E-Mail: buergerhilfe-amoeneburg@t-online.de

Der Verein „Leben und Altwerden in Mardorf und Umgebung“ stellt sich, seine Projekte und das Konzept der Bürgerhilfe in allen Stadtteilen noch einmal vor. Termine sind: 10. März, 19 Uhr, im Schwesternhaus Mardorf; 20. März, 19 Uhr, im Bürgerhaus Erfurtshausen; 24. März, 19 Uhr im Treffpunkt Rüdigheim, 31. März, 19 Uhr, in der Mehrzweckhalle Roßdorf, 7. April, 19 Uhr in den Bürgerstuben Amöneburg.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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