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Egon Dürfeldt erhält das Bundesverdienstkreuz

Auszeichnung Egon Dürfeldt erhält das Bundesverdienstkreuz

Der Künstler Egon Dürfeldt wird am Mittwoch im Kreishaus durch den hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens ausgezeichnet.

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Egon Dürfeldt an seinem Schreibtisch. Foto: Klaus Böttcher

Kirchhain. Dem Maler, Kalligraphen und Restaurateur wird die hohe Auszeichnung für seine Verdienste um das kulturelle Leben in seiner Heimatstadt Kirchhain verliehen. Gleichzeitig ist diese Ehrung eine Anerkennung für sein vielseitiges ehrenamtliches Engagement sowie seine Verdienste als Botschafter der Kunst in vielen deutschen und ausländischen Städten.

Bei den vielen Reisen, die fast immer mit Ausstellungen heimischer Künstler verbunden waren, hinterließ er stets ein positives Bild von seiner Heimat Kirchhain und dem Landkreis. Der Kirchhainer Künstlerkreis (KKü), der im vergangenen Jahr auf 40-jähriges Bestehen zurückblickte, ist Egon Dürfeldts „Kind“. So war er die 40 Jahre Vorsitzender und hat die Geschicke des KKü bravourös geleitet. Nach 40 Jahren hat er das Amt aus Altersgründen abgegeben. Der 85-Jährige wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Egon Dürfeldt ist 1930 in Wanne-Eickel geboren. Schon in der Schule kam sein künstlerisches Talent an den Tag. „Wenn sich etwas bewegt hat, habe ich es gezeichnet“, erzählt er und ergänzt: „Im zweiten Schuljahr habe ich anderen Kindern im Unterricht gezeigt, wie es geht. Ich habe es immer gerne anderen beigebracht.“

Das hat er bis ins hohe Alter bewiesen, indem er vielen Leuten bei Volkshochschulkursen oder der Seniorenarbeit Kalligraphie beibrachte oder die Angst vor dem Pinsel nahm.

Schon mit 13 Jahren hat sich Dürfeldt für die Kalligraphie begeistert. Der Krieg unterbrach dann seine künstlerischen Tätigkeiten. Er wurde nach Pommern evakuiert und geriet 1945 in Gefangenschaft, aus der er nach Wanne-Eickel flüchtete.

Sein Arbeitgeber war die Bahn, wo er den damals noch bildlich und schriftlich künstlerisch gestalteten Kursbüchern und Fahrplänen ihr besonderes Erscheinungsbild gab. Außerdem bemalte und beschriftete er Sonderreisezüge.

1961 sollte Dürfeldt nach Essen versetzt werden, was eine steile Karriere in der Werbeabteilung der Bahn versprach. Doch er entschied sich für Kirchhain, weil er dort vorher schon ein Grundstück gekauft hatte. 1963 zog er mit seiner Familie nach Kirchhain, nachdem er dort ein Haus gebaut hatte. Seine Frau Elsbeth hatte Egon Dürfeldt 1950 geheiratet und feierte mit ihr im vergangenen Jahr Diamanthochzeit. Zur Familie Dürfeldt gehören die Töchter Silvia und Diana.

Neben seiner Arbeit für den KKü engagierte sich der Künstler in seiner Wahlheimat viele Jahre im Seniorenrat (jetzt Soziales Netzwerk), im Seniorenbeirat, im Kirchenvorstand und in der Kommunalpolitik.

Für sein Engagement wurde er schon vielfach geehrt. Dazu zählen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik, der Landesehrenbrief, der Otto-Ubbelohde-Preis, die silberne Ehrenplakette und die goldene Ehrennadel der Stadt. Zu seinem 85. Geburtstag durfte er sich in das goldene Buch der Stadt eintragen.

Zu Egon Dürfeldts Bekanntheit und Beliebtheit in Kirchhain sagte der Stadtverordne­tenvorsteher Willibald Preis: „Wenn du erzählst, dass du in Kirchhain warst und den Egon Dürfeldt nicht gesehen hast, dann bist du blind oder warst nicht in Kirchhain.“ Neben den Reisen und den damit verbunden Ausstellungen des KKü im In- und Ausland waren auch die heimischen Kunstmärkte stets ein Highlight im Kirchhainer Veranstaltungsreigen. Auch hier war der Vorsitzende die Triebfeder. In guter Erinnerung bleiben seine stimmungsvollen Eröffnungreden. Ohne wirtschaftlichen Erfolg bleibe die Kunst brotlose Kunst, so Dürfeldts Devise, der einmal auf einen Schlag gleich 20 Bilder für die Telekom-Etage im Marburger Postgebäude verkaufte. Die Erlöse von Ausstellungen und Kunstmärkten hat der KKü allerdings sozialen Zwecken zugeführt.

von Klaus Böttcher

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