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Edeka will Ostern 2015 eröffnen

Grundsatzbeschluss für Lebensmittelmarkt in der Stadtmitte Edeka will Ostern 2015 eröffnen

Einstimmig ebnete der Stadtallendorfer Ausschuss für Bau, Umwelt und Landwirtschaft am Donnerstagabend den Weg zum Bau eines Edeka-Marktes in der Stadtmitte.

Stadtallendorf. „Wir müssen an die Sache einen Knopf machen“, gab Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) gleich zu Beginn der Sitzung das Klassenziel vor. Und FDP-Fraktionschef Winand Koch mutmaßte: „Eigentlich müsste es heute schnell gehen. Wir sind uns doch alle einig.“

Es dauerte dann doch etwas länger, denn die Damen und Herren vom unter Vorsitz von Nils Runge (SPD) Ausschuss hatten Gesprächsbedarf. Nicht weil sie grundlegende Bedenken gegen das Vorhaben hatten, sondern weil bei einem wichtigen städtebaulichen Projekt wie der Ansiedlung eines großen Lebensmittelmarktes mit einer Verkaufsfläche von 2200 Quadratmetern im Herzen der Stadt der Teufel oft im Detail steckt. Die Stadtverordneten fanden die kleinen Detailteufel ebenso zielsicher, wie Gregor Muth, der als Projektleiter den Bauherren Edeka Melsungen vertrat und Stadtallendorfs Bauamtsleiter Klaus Hütten.

Letzterer bekannte gegenüber dem fragefreudigen Ausschuss, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Detailfragen beantwortet werden könnten, weil weder die Verwaltung noch der Bauherr ohne den Grundsatzbeschluss für das aktuelle Edeka-Konzept Detailplanungen vorantrieben oder in Verhandlungen über Detaillösungen eintreten könnten.

Näher an an dieInnenstadt

Zuvor hatte Gregor Muth gemeinsam mit Architekt Felix Feldmann das Konzept vorgestellt. Auf Wunsch von Stadtallendorf aktiv, mit dem neuem Markt näher an die Innenstadt heranzurücken, habe sich Edeka entschlossen, mit dem Marktgebäude die Grenzen den eigenen Grundstücks (ehemalige Bau- und Gartenmarkt-Areal) zu verlassen. Das Marktgebäude solle neben dem Gebäudetrakt des Kaufhauses Pfeiffer heranzurücken.

Auf dem 2012 von Edeka angekauften Baumarktgelände sollten nach dem Abbruch der alten Gebäudesubstanz hauptsächlich Stellplätze entstehen. Er erwarte eine Zuwachs von rund 100 Stellplätzen sagte Muth. Edeka wolle nicht an einer großen Stärke des Standortes Stadtallendorf rütteln: ausreichende und kostenlose Parkplätze mitten in der Stadt.

Die Versorgung des Edeka-Markets, der von einem selbstständigen Kaufmann betrieben werde, erfolge über die Rückseite des Gebäudes. Dort sei der Bau eines eingehausten Anlieferhofs geplant. Muth rechnet mit fünf bis sechs Anlieferungen pro Tag. Dabei seien auch Rangierfahrten im öffentlichen Verkehrsraum unvermeidbar.

Einbahnstraße hatkeine Zukunft mehr

Der Projektleiter versprach, dass Stadtallendorf einen Lebensmittelmarkt bekomme, wie es im Ostkreis keinen zweiten gebe. Und er wagte sogar eine Prognose für den Eröffnungstermin: Ostern 2015 sei ein realistischer Zeitpunkt. Zuerst brauche Edeka Baurecht. Und dann müsse mit einer Bauphase von acht bis neun Monaten gerechnet werden.

Ausführlich diskutierte das Gremium die verkehrliche Erschließung des künftigen Marktes. Und nicht nur Hannelore Schneider (Bündnis 90/ Die Grünen) war dafür, auch an die Fußgänger zu denken und diesen keine Sprints über Parkplatzflächen zuzumuten. Winand Koch warb dafür, die Einbahnstraßen-Regelung im Teilstück der Teichwiesenstraße am Hallenbad aufzuheben, um so eine in beide Richtungen befahrbare direkte Verbindung zwischen dem Markt und der Bahnhofstraße zu schaffen. Dieser Vorschlag stieß bei Werner Hesse (SPD) und Bürgermeister Christian Somogyi auf Zustimmung. „Wir wollen dort keine Einbahnstraße mehr und werden die Neugestaltung des Verkehrsraums gemeinsam besprechen und verabreden“, kündigte der Bürgermeister an. Auf allgemeine Zustimmung stieß die Idee, an dem Markt eine Bushaltestelle einzurichten. Kritisch bewertete der Ausschuss die Überlegung, den Grünstreifen der Herrenwaldhalle für eine Stellplatz-Reihe zu nutzen.

Der einstimmige Grundsatzbeschluss des Ausschusses für die Verwirklichung des des Edeka-Konzepts muss von von der Stadtverordnetenversammlung bestätigt werden, was nach dem Votum von Donnerstagabend eine Formsache zu sein scheint. Danach können die vielen kleinen Details wie Bushaltestelle, Fußweganbindung und Stellplatz-Zahl verhandelt werden. Und auch die großen. Und die sind finanzielle Natur. Edeka stellt sein eigenes Grundstück als öffentlichen Parkplatz zur Verfügung, baut aber auf städtischen Grund. Da heißt es: Es muss verrechnet werden.

von Matthias Mayer

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