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Eberhard Zorn geht "auf halbem Wege"

Kommandeurswechsel Eberhard Zorn geht "auf halbem Wege"

Überraschung bei der Division Schnelle Kräfte: Generalmajor Eberhard Zorn verlässt den Verband bereits wieder. Er übernimmt ab Oktober eine zentrale Aufgabe im Verteidigungsministerium.

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Divisionskommandeur Eberhard Zorn und Bürgermeister Christian Somogyi, hier beim gemeinsamen Stadtallendorfer Unternehmertag, arbeiteten eng zusammen. Archivfoto: Schmidt

Stadtallendorf. Die Division Schnelle Kräfte (DSK) steht vor einem abermaligen Kommandeurswechsel. Generalmajor Eberhard Zorn übergibt sein Kommando am 30. September an seinen Nachfolger. Wer das sein wird, ist noch nicht bekannt. Zorn rechnet mit einer Entscheidung in den nächsten Wochen. Ihn habe die Entscheidung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen selbst überrascht, erklärt Zorn gegenüber dieser Zeitung. Im Verteidigungsministerium habe es einige Personalentscheidungen gegeben, die nunmehr auch zu seiner Versetzung führten. Ab 1. Oktober ist er Abteilungsleiter Führung Streitkräfte im Verteidigungsministerium - und arbeitet damit bei zentralen Themen direkt dem Generalinspekteur zu, etwa bei der materiellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr, ihrer inneren Lage oder auch Reservisten. Das sei eine Aufgabe, die er schon längere Zeit gerne machen wollte, erklärt Zorn.

„Leider verlasse ich den Standort wie auch meine Division auf halbem Wege, das sehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, fasst Zorn seine Situation zusammen. Es brauche Zeit, am Standort Kontakte aufzubauen und Projekte anzustoßen, etwa mit Politikern, Unternehmen oder auch Vereinen und es brauche auch Zeit, alle 20 Standorte der Division wirklich kennenzulernen. An der Zeit hat es Zorn aufgrund seiner jetzigen Versetzung nach Berlin am Ende etwas gefehlt. Dennoch: „Mit meinen neuen Erfahrungen mit der Truppe kann ich sicherlich vieles für die Truppe mit ins Ministerium nehmen und dort bewegen.“

In Zorns Zeit als Kommandeur der DSK fiel die erste Phase der Integration der 11. Luchtmobielen Brigade der niederländischen Streitkräfte in die Division. Diese erste Phase ist aus seiner Sicht sehr erfolgreich verlaufen.

Guter Start für Zusammenarbeit

Wichtige Abstimmungsprozesse stehen vor dem Abschluss, erste größere gemeinsame Übungen im nächsten Jahr sind in der Planung. Und das Kooperationsprojekt hat Interesse bei anderen Streitkräften geweckt. So wollen die belgischen und österreichen Streitkräfte zu den geplanten Übungen Beobachter schicken.

Bei allem Positiven nimmt Zorn aber auch Punkte mit ins Verteidigungsministerium, bei denen er weiter Handlungsbedarf sieht. Etwa bei der Einsatzbereitschaft von Hubschraubern, ein Punkt, mit dem die Bundeswehr in die Schlagzeilen geriet und der für die luftbeweglichen Einheiten der DSK von zentraler Bedeutung ist.

„Die Kurve bei der Einsatzbereitschaft muss weiter nach oben gehen, der aufgebaute Druck bei diesem Thema muss aufrechterhalten werden“, formuliert es Zorn. Auch baulich muss weiter in die Standorte der Truppe investiert werden, der Divisionskommandeur sieht unterschiedlich großen Bedarf an allen ihm unterstellten Standorten. In Stadtallendorf ist es beispielsweise die fehlende Betreuungseinrichtung für Soldaten. Dort gibt es die Überlegung, ein größeres Betreuungs- und Kantinengebäude vor der Herrenwaldkaserne zu schaffen. Der Neubau könnte auch eine Begegnungsstätte mit den Bürgern Stadtallendorfs werden, so, wie es das geschlossene Soldatenheim einmal war.

Ausdrücklich lobt Zorn die Zusammenarbeit mit der Stadt und die Integration der Soldaten am Standort in das gesellschaftliche Leben. Auch das wird Generalmajor Zorn als etwas Positives mitnehmen nach Berlin.

Zorns Vorgänger als Divisionskommandeur, Generalleutnant Jörg Vollmer, übernimmt ebenfalls eine neue Aufgabe in der Bundeswehrführung. Er wird Inspekteur des Heeres und damit Nachfolger von Generalleutnant Bruno Kasdorf, der vor Kurzem in Stadtallendorf zu Gast war.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi bedauert den überraschenden Kommandeurswechsel bei der Division Schnelle Kräfte sehr. Die Zusammenarbeit mit der Division, auch der persönliche Kontakt zu Eberhard Zorn, seien hervorragend.

„Viele Projekte, die Zorn und wir als Stadt angehen wollten, werden wir jetzt mit seinem Nachfolger abstimmen müssen“, erklärte Somogyi. Der Kommandeur hatte ihn kurzfristig über seinen Weggang informiert.

von Michael Rinde

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