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EAM nimmt ihren "Meilenstein" in Betrieb

Neuerung EAM nimmt ihren "Meilenstein" in Betrieb

Das ehemalige Kompostwerk Stausebach hat sich dank einer Investition von 18 Millionen Euro zu einem hessenweit einzigartigen Biomassezentrum entwickelt. Gestern fand die Einweihung statt.

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Mit dem symbolischen Umlegen eines Biogashahns wurde die neue Anlage eingeweiht.Fotos: Lerchbacher, EAM

Stausebach. Seit fast 25 Jahren gibt es Biomülltonnen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Im Jahr 1990 wurden jährlich rund 3300 Tonnen Bioabfall im Kompostwerk Stausebach angeliefert. Nach dem Ausbau zum Biomassezentrum werden es rund 30000 Tonnen sein, zu denen noch einmal 15000 Tonnen Biomasse - vorwiegend Mais und Gras - hinzukommen. War einst die Kompostierung die Aufgabe der Anlage, so ist es nun die Gewinnung von Biogas.

Besonders stolz ist die EAM (ehemals e.on Mitte) auf die Anlage zur Trockenvergärung, in der innerhalb von 28 Tagen aus Bio- und Grünabfällen Rohbiogas wird. Aus 30000 Tonnen Müll gewinnt das Unternehmen jährlich drei Millionen Kubikmeter Rohbiogas. Die Gärreste werden in einem weiteren Produktionsschritt zu Kompost veredelt und in der Region vermarktet.

Ebenfalls neu ist eine Fermenter-Anlage zur Nassvergärung nachwachsender Rohstoffe. Des Weiteren erfolgt in einer anderen Anlage des Biomassezentrums die Aufbereitung von 5000 Tonnen Holzhackschnitzeln aus Holzabfällen und Resthölzern.

Wichtige Komponente beim Umstieg auf die Erneuerbaren

Insgesamt entstehen in den Anlagen jährlich rund sechs Millionen Kubikmeter Rohbiogas, aus denen ebenfalls in der Anlage in Stausebach durch Veredelung rund 30 Millionen Kilowattstunden Bioerdgas werden -die laut EAM für das Beheizen von 2000 Wohnungen im Jahr reichen. Bisher wird Biogas meist zur Erzeugung von Strom genutzt. Zu guter Letzt gibt es in Stausebach noch ein Pilotprojekt zur Verwendung mehrjähriger kräuterreicher Wildpflanzenmischungen, was zum einen die Bandbreite der zum Einsatz kommenden Rohstoffe erhöht und zum anderen das Landschaftsbild verbessert sowie eine Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten bietet.

Geschäftsführer Thomas Weber betonte, dass die 18 Millionen Euro die größte Investition von EAM der vergangenen Jahre sei, erinnerte an den Planungsbeginn im Jahr 2009 und ergänzte: „Die regionale Verwertung von Biomasse, wie wir sie hier in Stausebach gleich mehrfach betreiben, ist eine wichtige Komponente beim Umbau der Energieversorgung.“

Regierungspräsident Dr. Lars Witteck hob hervor, dass für die Umsetzung des Ausbaus zahlreiche Menschen zusammenarbeiten und viele Rädchen ineinandergreifen mussten. Auch für das Regierungspräsidium sei das Biomassezentrum ein besonderes Projekt gewesen: 4 von 6 Abteilungen hätten sich am Genehmigungsverfahren beteiligt, 25 von 35 Dezernaten mussten eine Stellungnahme abgeben.

Meilenstein für die Zukunft der EAM

Insgesamt sei es ein Projekt, das „kluge Gedanken und Verfahren vereint und gut für die Energiewende ist“. Hervorragend sei, dass es sich auch mit der Frage der Speicherung von Energie beschäftige: „Mit der Erzeugung kommen wir hin -Transport, Speicherung und Kosten sind die interessanteren Themen.“

Landrätin Kirsten Fründt lobte, dass das Biomassezentrum von erheblicher Bedeutung für den biologischen Kreislauf sei. Stadtrat Dr. Christian Lohbeck widmete sich insbesondere Punkten, die für Kirchhain wichtig sind: Zum einen reagierte er auf einen gestrigen Bericht dieser Zeitung rund um den Transport von Energiemais für die Anlage, der die Anwohner Kleinseelheims belastet: Dies seien Probleme, „die wir ansprechen und in Gemeinsamkeit lösen müssen“. Ob des zunehmenden Lastwagenverkehrs erinnerte er an den vom Land Hessen eigentlich für dieses Jahr geplanten, inzwischen aber auf 2015 verschobenen Umbau der gefährlichen Kreuzung zwischen Kirchhain, Anzefahr, Niederwald und Stausebach zum Kreisel. Als Letztes äußerte er, dass er für die Bürger auf „stabile Entsorgungskosten“ am Biomassezentrum hoffe.

Martin Severin, Geschäftsführer von „EAM Natur“ - einem Tochterunternehmen EAMs, das als Betreiber fungiert -sprach von einem Meilenstein für die Zukunft des Unternehmens. Zudem überreichte er Gassmess- beziehungsweise Gaswarngeräte an die Freiwillige Feuerwehr Kirchhain: „Verbunden mit der Hoffnung, dass diese nie zum Einsatz kommen.“

- Morgen findet von 11 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Tür am Biomassezentrum Stausebach statt.

von Florian Lerchbacher

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