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Dudelsackmusik an der Orgel

Orgelkonzert Dudelsackmusik an der Orgel

Dass die Orgel wirklich die Königin der Instrumente genannt werden kann, stellten am Sonntagnachmittag Iris und Carsten Lenz in der Niederkleiner Pfarrkirche St. Blasius/St. Elisabeth eindrucksvoll unter Beweis.

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Iris und Carsten Lenz boten ein beeindruckendes Orgelkonzert in der Kirche in Niederklein.

Quelle: Alfons Wieber

Niederklein. Die beiden Wiesbadener Künstler boten ein hervorragendes Konzert an der Orgel, das weit mehr als die nicht einmal 100 anwesenden Besucher verdient gehabt hätte.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, mit zwei Händen zu spielen. Um wieviel schwerer mag es sein, vier Hände und vier Füße auf das Manual und die Pedale abzustimmen?“, fragte Kantor Hans Christian Malzahn, selbst ein sehr guter Organist, während der Begrüßung. Damit die Konzertbesucher nicht nur hören konnten, was sich musikalisch auf der Orgelempore tat, hatten die beiden Künstler am Altar des Gotteshauses eine Leinwand aufgebaut, auf der mittels moderner Technik ihr Spiel auch optisch mitzuerleben war.

Carsten Lenz moderierte das Konzert selbst und gab zwischen den einzelnen Abschnitten Erklärungen zu den Komponisten und ihren Werken. Die ersten vierhändigen Orgelstücke waren um das Jahr 1700 entstanden. Aus dieser Zeit stammten auch das Präludium und die Fuge in D-Dur von Johann Georg Albrechtsberger, mit der das Organistenehepaar das Konzert eröffnete.

Viele der Zuhörer genossen mit geschlossenen Augen die Musik, die ihnen die beiden Orgelvirtuosen boten. Es war beeindruckend zu sehen, wie die vier Hände über die beiden Manuale und die vier Füße – zum Teil über Kreuz – über die Pedale glitten, ohne sich dabei gegenseitig zu stören.

Den Höhepunkt des Konzertes stellten die vierhändigen Orgelvariationen zum Thema „Freude schöner Götterfunken“ dar, die Iris und Carsten Lenz in Dur oder Moll, mal leicht und verspielt, mal machtvoll und fordernd, als Wiener Walzer oder sogar als schottische Dudelsackmusik interpretierten.

Dafür gab es im Niederkleiner Gotteshaus langanhaltenden Applaus und sogar stehende Ovationen. Die beiden Künstler bedankten sich mit einem Walzer als Zugabe, den sie, und das war außergewöhnlich, fast ausschließlich mit den Fußpedalen spielten.

Die Konzertreihe „Sonntags um 5“, die Teil der Stadtallendorfer Kulturtage ist, wird am 29. Mai in der Schweinsberger Kirche mit dem Trio „Artpassion“ fortgesetzt. Die künstlerische Vielfalt von Andreas Winkler (Marimbaphon), Hajo Willimczik (Klarinette) und Karsten Lauke (Kontrabass) – drei Solisten der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin – reicht von Musik der Klassik und Romantik bis zu Ragtime, Tango und Jazz-Klassikern.

von Alfons Wieber

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