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Drogen-Cocktail lagerte im Wohnwagen

Gericht Drogen-Cocktail lagerte im Wohnwagen

Wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in zwei Fällen und des Besitzes eines Schlagrings muss ein 32-jähriger Familienvater eine Gesamtgeldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen à 40 Euro bezahlen.

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Unterschiedliche synthetische Drogen in Pillenform fand die Polizei im Wohnwagen eines Kirch­hainers.

Quelle: Nabil Mounzer

Kirchhain. Der mir zwei erheblich einschlägigen Vorstrafen, die allerdings schon länger zurückliegen, belastete Kirchhainer zeigte sich von Beginn an geständig. Drogenfahnder hatten am 6. Oktober 2015 in dem auf einem Freizeitgrundstück abgestellten Wohnwagen des Mannes einen wahren Drogen-Cocktail gefunden. In einer Schublade fanden sich neben 43 Ecstasy- und LSD-Tabletten Marihuana, Haschisch, Amphetamin und Kokain in geringen Mengen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellten Polizeibeamte am 20. April dieses Jahr einen Schlagring und sehr geringe Mengen Marihuana und Canabis sicher.

Der Angeklagte räumte die Taten ein. Bei dem größeren Drogenfund im Wohnwagen handele es sich um die Überreste seiner länger zurückliegenden Geburtstagsparty. Der Stoff sei dort liegengeblieben, erklärte er dem ob der Party-Bräuche verwunderten Kirchhainer Amtsgerichtsdirektor Edgar Krug, der vor dem Amtsgericht den Vorsitz führte. Die in seiner Wohnung gefundenen kleinen Mengen Cannabis und Marihuana sind, so der Angeklagte, „vergessene Reste aus unserer Kifferzeit.“

Der Schlagring vom „falschen Kontakt“

Der Schlagring habe ihm nicht gepasst, sei für seine Hand viel zu klein und das Geschenk eines Kumpels gewesen. „Einen feinen Kumpel haben sie da“, stellte Edgar Krug lakonisch mit Blick auf die strafrechtliche Vergangenheit des namentlich nicht genannten Mannes fest. „Ein falscher Kontakt, ein sehr falscher Kontakt“, räumte der Angeklagte ein.

Ein Polizeibeamter, der bei der Durchsuchung am 6. Oktober dabei gewesen war, offenbarte im Zeugenstand die Identität des Kumpels. Bei diesem handelt es sich um einen Dealer aus dem Ostkreis, der vor Jahren die heimischen Strafverfolgungsbehörden massiv beschäftigt hatte und im Zentrum eines großen Drogenprozesses stand. Dieser Mann ist offenbar wieder im Geschäft. Zumindest wusste die Polizei über die Telefon-Überwachung, dass der Dealer am Abend des 30. September vor der Wohnung des Angeklagten stand, um diesen mutmaßlich mit Drogen zu beliefern.

­Eine Durchsuchung am 1. Oktober sei für die Beamten überraschend ohne Ergebnis geblieben. Allerdings sei die Freundin des Angeklagten am Abend der Durchsuchung erst spät heimgekehrt. Sie habe keine Angaben zu ihrem Aufenthaltsort gemacht. Möglicherweise habe sie den Stoff in dieser Zeit zum Wohnwagen gebracht, sagte der Polizeibeamte.

Über einen Vertrauensmann aus dem Umfeld des Dealers habe er erfahren, dass der Angeklagte vor der Durchsuchung gewarnt worden sei. Die gleiche Quelle habe auch den Hinweis auf den Wohnwagen als Drogendepot gegeben, sagte der Beamte.

Der angeklagte Handwerker bedauerte die Taten und verwies darauf, dass er sich stabilisiert habe und für seine Familie eine größere Kredit-Verpflichtung eingegangen sei. Er verzichtete auf sämtliche sichergestellten Gegenstände.

Staatsanwaltschaft und Gericht berücksichtigten dies für ihren Antrag beziehungsweise für das Urteil. „Die Vorstrafen sind heftig, liegen aber lange zurück. Der Angeklagte hat reinen Tisch gemacht“, begründete Edgar Krug das relativ milde Strafmaß.

von Matthias Mayer

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