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Drive-Thru am Drive-Thru

Rollender Markt Drive-Thru am Drive-Thru

Wenn der rollende Weihnachtsmarkt durch‘s Dorf fährt, dann fahre ich doch einfach mal durch den ­rollenden Weihnachtsmarkt. Diesen Gedanken dürfte Ottmar Boucsein am Mittwoch in Langendorf gehabt haben.

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So, wie auf dem großen Foto zu sehen ist, läuft der Glühweinverkauf normalerweise ab. Ottmar Boucsein kam kurz vor Toreschluss und führte spontan den Drive-Thru-Schalter ein.

Wohratal. Ob sich der Drive-Thru-Schalter beim Drive-Thru-Weihnachtsmarkt durchsetzt, steht noch in den Sternen. Fakt ist: Nach einem kurzen Moment der Verwunderung über das Auto, das in Langendorf plötzlich vor dem Stand des rollenden Weihnachtsmarkt wartete, servierte Tristan Dommel Fahrer Ottmar Boucsein ohne mit der Wimper zu zucken den bestellten Glühwein.

Der Wohrataler Weihnachtsmarkt mag vielleicht nicht der schönste sein, den es im Landkreis gibt, wohl aber der ungewöhnlichste. Kurz vor den Festtagen touren die Mitglieder des Stammtischs „Komm mach mit, tratsch dich fit“, durch ihre Heimatgemeinde und zaubern den Bürgern ein Lächeln ins Gesicht und Bratwurst und Glühwein in die Hände. Nur um Wohra machten die zwölf Männer in diesem Jahr nach einem Todesfall aus Pietätsgründen einen Bogen.

„Ich finde es eine super Sache, dass der Weihnachtsmarkt ins Dorf kommt. Wir haben keinen eigenen Markt, daher ist das ein guter Ersatz“, freute sich der Langendorfer Daniel Weber-Wasmuth über den Einsatz der Männer um Helmut Kauffeld -der diesmal die organisatorischen Fäden in der Hand hielt. Jens Ratz, der in der Vergangenheit meist die Federführung innehatte, muss in diesem Jahr aufgrund seines Engagements als Stadtallendorfer Prinz etwas zurücktreten - hatte aber dafür mehr Zeit, sich um die Abordnung des FCKK zu kümmern, die beim Halt in Halsdorf den rollenden Markt besuchte.

Dort ist traditionell am meisten los, wie die Stammtisch-Mitglieder betonen, die die 150 Liter Glühwein, 400 Bratwürste und 20 Kisten Bier auf ihrem weihnachtlich geschmückten - von der Familie Leonhäuser zur Verfügung gestellten - Traktorgespann und zwei Begleitfahrzeugen transportierten. In Hertingshausen sei es immer wie ein kleines Volksfest, bei dem die Bürger die Hauptdarsteller bereits erwarten. Aber auch in Langendorf ging es am Mittwoch richtig rund. Um ein Haar hätten die Langendorfer sogar den Besucherrekord von 40 gebrochen. „Ich habe alles stehen und liegengelassen und bin sofort nach der Arbeit gekommen“, berichtete Ingrid Ochs. Natürlich seien sie dabei: „Das ist doch unser Weihnachtsmarkt“, waren sich Heike Metke und Regina Waldheim einig, während Sabine Knabeschuh von einer schönen „After-Work-Party“ sprach. „Miss“ Elly Rey aus Rosenthal war ebenfalls dabei: „Wegen der netten Gesellschaft“, erläuterte sie in der feucht-fröhlichen Frauenrunde - die großes Bedauern äußerte, als Ratz die Abfahrt des Marktes ankündigte. „Ihr könnt ruhig noch bleiben“, hallte es wie aus einer Kehle.

von Florian Lerchbacher

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