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Dreimal dürfen Musiker „nachsitzen“

Konzert Dreimal dürfen Musiker „nachsitzen“

Das zweite Neujahrskonzert des Studenten-Sinfonie-Orchesters Marburg knüpfte nahtlos an den Erfolg des Vorjahrs an. Wie beim Auftritt in Marburg boten die Musiker Anspruchsvolles und Unterhaltendes.

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Solistin Marion Clausen begeisterte in Stadtallendorf mit einer Arie.

Quelle: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Ein begeisterndes Neujahrskonzert haben die Musikerinnen und Musiker des Marburger Studenten-Sinfonieorchesters am Sonntagabend in der Stadtallendorfer Stadthalle gegeben. Nach dem höchst erfolgreichen Konzert der Marburger Studenten zum Neujahr des vergangenen Jahres waren die Erwartungen der Besucher hochgesteckt. Sie wurden nicht enttäuscht. „Wir waren im vergangenen Jahr auch hier. Weil es uns so gut gefallen hat, war das heutige Kommen für uns ein absolutes Muss“, freute sich Werner Gemmecker aus Stadtallendorf auf das Konzert.

Mit viel Schwung und Temperament nahmen die rund 60 Musiker, die auf der Bühne der Stadtallendorfer Stadthalle kaum Platz fanden, gleich zu Beginn mit der „Leichten Kavallerie“ von Franz von Suppé die fast 400 Besucher mit auf eine musikalische Reise durch klassische und moderne Stücke.

Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Ulrich Manfred Metzger standen anfangs vorwiegend klassische Stücke wie die „Jockey Polka“ von Josef Strauß oder „Galopp aus der Masquerade Suite“ von Aram Chatschaturjan auf dem Programm. Nach der Pause begeisterten die Musiker die Konzertbesucher dann mit bekannten Operetten- oder Musical-Melodien wie die „Glorreichen Sieben“ von Elmar Bernstein oder dem Jazz-Klassiker „Summertime“ von George Gershwin.

Eine hervorragende Vorstellung boten die beiden Solisten des Abends: Sergej Bolkhovets mit dem Violinkonzert Nr. 5 von Wolfgang Amadeus Mozart und die Lyrik-Sopranistin Marion Clausen, eine gebürtigte Frankenbergerin, die jetzt in Marburg wohnt, mit der Arie „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ von Robert Stolz sowie „Oh mio babbino caro“ von Giacomo Puccini. Durch ihr ausdruckstarkes und ausgeprägtes Stimmvolumen sowie ihre sehr sichere Intonation der Arien begeisterte sie die Zuhörer.

Die mit einem hohen Schwierigkeitsgrad aufwartende sechsteilige „Feuervogel Suite“ von Igor Strawinsky wurde von dem Orchester perfekt gemeistert. Professionell, mit einem fundierten Fachwissen und mit vielen lockeren Sprüchen seiner angenehmen Stimme höchst unterhaltend führte Tim R. Schneider durch das Programm.

Trampeln, Pfiffe, Bravo-Rufe, stehende Ovationen und fast nicht enden wollender Applaus belohnten am Ende die vorzügliche Leistung von Dirigent, Solisten und Orchester. Erst nach einer dreifachen Zugabe, die aus „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß, „I got Rhythm“ von George Gershwin und dem obligatorischen „Radetzky Marsch“ von Johann Strauß bestand, wurden die Musiker vom Publikum entlassen. „Das ist ein klasse Orchester. Ich freue mich immer, wenn so viele junge Leute musizieren“, urteilte Josef Müller aus Stadtallendorf nach drei Stunden. Ein Anrufer in der Redaktion beklagte gestern lediglich den nicht vorhandenen Bühnenschmuck. Das Orchester spielte vor einer schwarzen Wand.

von Alfons Wieber

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