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Drei Räder drehen sich bis Jahresende

Windenergie Drei Räder drehen sich bis Jahresende

Während das Stadtparlament Kirchhain noch letzte Formalien erfüllen muss, liegt die eigentliche Genehmigung für fünf neue Windkraftanlagen vor, erste Bauarbeiten haben bereits begonnen.

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In der Gemarkung bei Emsdorf gibt es erste Bauarbeiten für die neuen Windkraftanlagen.

Quelle: ABO Wind

Kirchhain. Am Montagabend dürfte das Stadtparlament Kirchhain wohl die Anpassung des Flächennutzungsplanes beschließen. In der jüngsten Bauaussschuss-Sitzung zeichnete sich ein klares Votum dafür ab. Mit dieser Änderung weist die Stadt formell ihre „Konzentrationszonen“ für Windenergie zu. Die Flächen liegen in der Gemarkung Emsdorf, Sindersfeld, Langenstein und Burgholz (die OP berichtete mehrfach). Neu ist, dass sich das betreffende Gebiet bei Sindersfeld deutlich verkleinern wird, wie das beauftragte Planungsbüro in der Ausschuss-Sitzung erläuterte.

In der ursprünglichen Größe hätte das Gebiet für Windkraftanlagen die sogenannte Platzrunde des Flugplatzes Schönstadt möglicherweise beeinträchtigt.

Darauf hatten die Deutsche Flugsicherung und auch die Gemeinde Cölbe hingewiesen. Stadtverwaltung und Planungsbüro folgten dem Einwand letzten Endes und passten das Gebiet an. Andere Einwände, nicht zuletzt auch der Nachbarstadt Stadtallendorf wurden lediglich „zur Kenntnis genommen“, änderten aber nichts an den eigentlichen Planungen für die „Konzentrationszone“ auf der Emsdorfer Höhe. Dort entstehen drei Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern vom Typ Nordex 117. Dabei handelt es sich um einen speziell für Binnenstandorte entwickelten Windkraft-Typ. Gegen die Kirchhainer Pläne hatte sich beim Nachbarn Stadtallendorf einiger Widerstand geregt, vor allem im Stadtteil Erksdorf, wo es massive Befürchtungen gibt, endgültig von Windrädern „eingekesselt“ zu werden.

Zwei weitere Anlagen sind im Kirchhainer Stadtwald vorgesehen. Alle fünf werden vom Unternehmen ABO Wind AG mit Sitz in Wiesbaden gebaut und betrieben werden. Und die Bauarbeiten haben bereits begonnen, zumindest auf der Emsdorfer Höhe. Das ist formal kein Problem. Denn das Unternehmen hatte parallel zu den Planungen der Stadt Kirchhain eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissions-Schutzgesetz beantragt und inzwischen auch erhalten.

Erste Kabel liegen bereits in der Erde

Zurzeit laufen die vorbereitenden Arbeiten für die Errichtung der drei Anlagen, wie Manuel Schmuck, Leiter der Projektplanung bei ABO Wind, auf OP-Anfrage erläuterte. Kabel werden in der Erde verlegt, die Aufstellfläche für den Baukran muss vorbereitet werden. „Wir rechnen fest damit, dass wir diese drei Anlagen noch im Laufe dieses Jahres in Betrieb nehmen werden“, erläuterte Schmuck. Er schränkte allerdings ein, dass bei diesem Zeitplan auch das Wetter entsprechend mitspielen muss.

Alle fünf Anlagen von ABO Wind sollen pro Jahr 62 Millionen Kilowattstunden Strom liefern, was laut dem Unternehmen ausreichen soll, 9000 Haushalte mit Energie zu versorgen. Ursprünglich waren sogar einmal sieben Anlagen in der Planung.

Bei den beiden im Kirchhainer Stadtwald vorgesehenen Anlagen hat das Unternehmen inzwischen die Rodungsgenehmigung erhalten. Die Bäume sollen dort im Laufe des Augusts fallen. Wann diese Anlagen Strom liefern werden, ist indessen noch nicht klar. Die Bauvorbereitung wird sich dort unmittelbar an die Fällung anschließen.

  • Kirchhains Stadtparlament tagt am Montag, 1. Juli, ab 19 Uhr im Bürgerhaus in Großseelheim.

von Michael Rinde

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