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Drei Kunstformen für ein Projekt

Stiftsschule Amöneburg Drei Kunstformen für ein Projekt

Was hat Antonio Vivaldis „Frühling“ mit Pink Floyd und dem Gefühl des Erwachsenwerdens zu tun? Eine ganze Menge, wie knapp 100 Stiftsschüler der Jahrgangsstufe E eindrucksvoll bewiesen.

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Knapp 100 Stiftsschüler hatten sich ein Halbjahr lang mit dem Thema Erwachsenwerden kreativ beschäftigt und brachten mit der Collage „Ich bin“ ein Stück mit Schauspiel, Musik und Bilderausstellung auf die Bühne.

Quelle: Karin Waldhüter

Amöneburg. Die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein beginnt mit der Pubertät und ist eine deutliche wahrgenommene Phase der Veränderung. Neben dem körperlichen Wandel gehört dazu auch die von Eltern oft schmerzhaft wahrgenommene Loslösung von Normen.

Mit diesem Thema und was diese Zeit alles mit sich bringt hatten sich die Schüler der Jahrgangsstufe E ein Halbjahr lang in einem fächerübergreifenden Projekt in den Fächern Kunst, Darstellendes Spiel und Musik kreativ auseinandergesetzt. Unter der Leitung des Lehrerteams Adelheid Riedl, Daniela Kreutter, Joachim Helmer (Kunst), Constanze Eckel, Isabelle Schmitz (Darstellendes Spiel) und Hartmut Raatz (Musik) entstand die Collage „Ich bin“ mit Schauspiel, Musik und einer Bilderausstellung.

Plötzlich verstummt das Gemurmel im Zuschauerraum und es stellt sich unter den rund 170 Besuchern nach und nach gespannte Stille ein. Nach dem beinahe lautlosen Erscheinen der Mitwirkenden drängt sich unwillkürlich die Frage auf „Geht‘s jetzt los?“. Langsam und wortlos vollziehen die Schüler schließlich einen optischen Wandel, wechseln ihr T-Shirt oder ziehen ein Hemd über ihre Kleidung und beginnen die zweieinhalb stündige Vorstellung mit der laut gerufenen Feststellung „Ich bin“.

Mit dem Erwachsenwerden auseinandergesetzt

Während im Kunstunterricht die eigenen Erfahrungen und Überlegungen in Bildern mit unterschiedlichen Techniken umgesetzt wurden, schrieben und inszenierten die Schüler des Fachs Darstellendes Spiel verschiedene typische Situationen aus dem Leben eines Teenagers.

Eindrucksvoll thematisierte die Gruppe „Alltag“ wie groß der Druck in Schule, in der Freizeit und beim Feiern mit den Kumpels sein kann. Wie eingefroren verharrten die Darsteller am Ende jeder Szene in ihren Bewegungen und lassen damit Raum für eigene Überlegungen.

Tiefgründig hatten sich die verschiedenen Gruppen der Darsteller mit dem Thema Freundschaft und Mobbing, Wünsche und Träume und Liebe und Sucht in der Zeit des Erwachsenenwerdens auseinandergesetzt und ihre Erkennntnisse ausdrucksstark auf die Bühne gebracht.

"Im Alter Erinnerungen, in der Jugend die Träume"

15 Musiker, unter der Leitung von Hartmut Raatz, brachten ihre Sicht der Jugendzeit in verschiedenen Kompositionen zum Ausdruck, indem sie Antonio Vivaldis „Frühling“ mit modernen Popsongs konfrontieren. In seinem bekannten Stück „La Primavera“ hatte Vivaldi 1725 einen Klang für die einzigartige Zeit des Übergangs zwischen Winter und Sommer, zwischen Kindheit und Erwachsensein gefunden. Mit Pink Floyds „Another Brick in the Wall“ und Stücken von John Denver, John Lennon und Peter Maffays „Nessaja“ verknüpften die Schüler Vivaldis „Frühling“ stimmlich und instrumental beeindruckend mit modernen Popsongs. Im Fach Kunst entstand eine Vielzahl von Bildern, die im Eingangsbereich und in der Aula entlang der Zuschauerreihen zu sehen waren. „Im Alter haben Erinnerungen denselben Stellenwert wie in der Jugend die Träume“, heißt es auf einem der Bilder. Andere Werke zeigen die Thematik anhand von Verkehrsschildern auf. Während ein Schild in die Welt der Kindheit zeigt, weist das andere in die entgegengesetzte Richtung in die Welt der Erwachsenen.

Die Schüler beendeten die Performance wie sie diese begonnen hatten: mit der lautstarken Feststellung „Ich bin“. Allerdings fügten diesmal die Schüler noch ihre eigenen Namen an und gaben dem Stück damit eine persönliche Note.

von Karin Waldhüter

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