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Drei Bürgermeister wehren sich

Fahrplanwechsel Drei Bürgermeister wehren sich

Am Dienstag hatten sich die Bürgermeister von Ebsdorfergrund und Fronhausen in der OP deutlich zum Fahrplanwechsel 2015 geäußert. In der Kritik standen auch drei Ostkreis-Städte. Deren Bürgermeister halten dagegen.

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Die Bürgermeister Jochen Kirchner (von links), Thomas Groll und Christian Somogyi wehren sich gegen Äußerungen von Amtskollegen in einem OP-Bericht von gestern.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Beim Wechsel des Bahn-Fahrplans 2015 fallen zwölf Zughalte zwischen Gießen und Marburg weg, wenn es der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) so beschließt.

Unter der Überschrift „Pyrrhus-Sieg, der vielen schadet“ hatte die OP am Dienstag (auf „Südkreis) über die Kritik der Bürgermeister von Ebsdorfergrund, Andreas Schulz, und Fronhausen, Reinhold Weber, am Fahrplanwechsel 2015 berichtet. Im Zentrum der deutlichen Worte von Schulz und Weber standen dabei auch die Ostkreis-Städte Neustadt, Stadtallendorf und Kirchhain. Sie hätten sich „ködern lassen“, unter anderem mit einer Zeitersparnis von 12 Minuten auf der Fahrt von Marburg nach Frankfurt und einer besseren Anbindung, hieß es von Schulz. Die beiden Bürgermeister sehen ihre Gemeinden dagegen benachteiligt, die Stadt Marburg einseitig bevorteilt.

Die Reaktion aus dem Ostkreis kam gestern ebenso deutlich und ebenfalls öffentlich. Kurzfristig luden Christian Somogyi, Thomas Groll und Jochen, Kirchner, Bürgermeister von Stadtallendorf, Neustadt und Kirchhain, zum Termin in den Stadtallendorfer Bahnhof. Thomas Groll geht gleich in die Offensive. „Wenn wir so etwas lesen, eint uns das sofort“, betonte er. Als selbstständige Kommunen ließen sich die drei Städte natürlich „nicht am Gängelband der Stadt Marburg führen“, sondern träfen ihre Entscheidungen selbst. „Wenn der Regionale Nahrverkehrsverband eine solche Entscheidung mehrheitlich trifft, dann müssen die zwei Kommunen damit leben“, sagte Groll im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Züge müssen nicht an jeder Milchbank halten“

Grolls Stadtallendorfer Amtskollege Somogyi wählt ebenfalls klare Worte: „Züge müssen nicht an jeder Milchbank halten“, sagt er in Richtung der Kritiker aus Ebsdorfergrund und Fronhausen. Und er rechnet vor: In Stadtallendorf, Kirchhain und Neustadt leben etwa 45000 Menschen. Allein Stadtallendorf habe täglich 8000 Ein- und 1000 Auspendler, viele davon seien auf die Bahn angewiesen und eben auch auf schnelle Zugverbindungen. Besonders ins Gewicht fällt für Somogyi dabei auch, dass Stadtallendorf Industrie- und Bundeswehrstandort ist.

Ein weiteres Argument aus Sicht der drei Rathauschefs aus dem Ostkreis: Jede wirtschaftliche Stärkung des Oberzentrums Marburg wirke sich auch auf die gesamte Region positiv aus.

An Zahlen macht es auch Kirchhains Bürgermeister Kirchner fest, dass sich allein die verkürzte Reisedauer schon rechnet. Er verweist auf Fahrgastzahlen des RMV. Sie hätten gezeigt, dass die Zahl der Fahrgäste, die in Marburg einstiegen, um ein Vielfaches höher sei als die derjenigen, die unterwegs zustiegen. „Das spricht für sich, wir brauchten dafür kein zusätzliches Gutachten“, sagt Kirchner. Damit erwidert er Äußerungen von Bürgermeister Weber in der OP. Er hatte eine fehlende Expertise als Grundlage für eine Entscheidung kritisiert. Kirchner verweist auf die Tatsache, dass Kirchhain ein regional bedeutsamer Schulstandort mit entsprechenden Pendelverkehren ist.

Dass es offen ist, ob es zu - von Städten wie Pendlern gewünschten - Zugverlängerungen kommt, ist für die Ostkreis-Bürgermeister nachrrangig. „Natürlich wünschen wir uns die Zugverlängerungen. Doch wir hätten alleine schon wegen der jetzt angekündigten Fahrzeitersparnis zugestimmt“, sagt Groll. Weder Groll, noch Kirchner und Somogyi haben die Hoffnung auf Zugverlängerungen aufgegeben. „Fronhausen und Ebsdorfergrund werden im Übrigen nicht vom Bahnnetz abgehängt, wie von Schulz und Weber der Eindruck vermittelt werden sollte“, ergänzt Somogyi. Ein Stadtallendorfer Bahnkunde, der das Pressegespräch am Bahngleis gestern mitverfolgte, formulierte die Dinge praktisch: „Bei Hin- und Rückfahrt bringt das einem Pendler eine halbe Stunde am Tag. Das macht sich schon bemerkbar.“

von Michael Rinde

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Kritik an Fahrplan-Änderung
Die Bürgermeister Andreas Schulz (links) und Reinhold Weber zeigen am Bahnhof Fronhausen den Plan mit den zwölf Zughalten, die zum Fahrplanwechsel 2015 wegfallen sollen.

Werden die Gemeinden zu „Western-Geisterstädten, in denen die Strohballen durch die verlassenen Straßen rollen“? Dieses Bild beschwören die Bürgermeister Andreas Schulz und Reinhold Weber herauf.

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