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Dreckiger Teich, ungewisse Zukunft

Stadtallendorf Dreckiger Teich, ungewisse Zukunft

Müll schwimmt auf der Oberfläche, der Brunnen steht mal wieder still. Der Teich am Iglauer Weg macht an diesem Montag wieder einmal einen trostlosen Eindruck. Bis zu einer Umgestaltung wird es wohl noch dauern.

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Der Mülleimer an der Teichanlage quoll gestern über, weil ein Unbekannter dort einen Sack hineingestopft hatte. Am Ufer lag ebenfalls Müll.

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Im Hintergrund arbeitet ein Bagger, bewegt Boden. Ein Radfahrer ist auf dem kleinen Weg rund um den Teich am Iglauer Weg unterwegs. Wasseroberfläche und Ufer sehen aber nicht so idyllisch aus: Tüten schwimmen am Rand, das Wasser sieht verdreckt aus. Um den nicht eingeschalteten Brunnen kreist eine einsame Ente.

Seit vergangenem Jahr ist klar, dass die Stadt die Teichanlage Iglauer Weg umgestalten will. 65000 Euro stehen im Haushalt 2015 bereit, vor allem auch für Planungen, weitere 150000 Euro sind als Verpflichtungsermächtigung eingeplant - dieses Geld stünde also bei Bedarf zur Verfügung.

Doch diesen Bedarf wird es in diesem Jahr wohl nicht mehr geben, wie auch eine Anfrage des Stadtverordneten Klaus Ryborsch (CDU) bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ergab. Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Stadt mit Unterstützung des Programms „Soziale Stadt“ ein sogenanntes Gutachterverfahren angestoßen, um ein Planungsbüro für die Umgestaltung zu finden. Das wurde in diesem Frühjahr ausgewählt und arbeitet an Entwürfen wie auch einer Kostenermittlung. Im Herbst sollen die Entwürfe dann präsentiert werden, sowohl den politischen Gremien als auch Anliegern.

Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD), dass derzeit alles darauf hinausläuft, dass anstelle der Teichanlage ein kleiner Park entstehen könnte. So ganz verzichten will man bei der Stadt aber nicht auf einen Teich. „Die Wasserfläche soll aber deutlich reduziert werden“, erklärt Somogyi. Im Gespräch mit der OP macht er keinen Hehl daraus, dass er einen Erhalt des Teiches skeptisch sieht, unter anderem wegen der laufenden Verschmutzungen und Problemen mit der Pumpe, die den kleinen Springbrunnen speist. Ist sie außer Betrieb, leidet auch die Wasserqualität entsprechend - wie aktuell auch zu sehen.

Doch wie die OP erfuhr, gab es von Anliegern auch schon Signale, dass sie nicht ganz auf eine Teichanlage verzichten wollen. „Wir werden mit den Anliegern natürlich Gespräche führen und sie einbeziehen“, sagte Somogyi auch gegenüber der OP noch einmal ausdrücklich zu. Vorentscheidungen gibt es ohnehin noch nicht im jetzigen Stadium der Planungen.

Der Bagger, der im Augenblick auf dem benachbarten Grundstück der Teichanlage im Einsatz ist, gehört zur Baustelle der Siedlungsgenossenschaft Herrenwald. Auf dem Nachbargrundstück baut die „Herrenwald“ seniorengerechte Wohnungen, die die Awo Nordhessen bereits angemietet und weitervermietet hat (die OP berichtete mehrfach). Dort entstehen 30 Wohnungen, wofür der alte Wohnblock, der dort stand, seinerzeit zunächst abgerissen werden musste.

Dieses Bauvorhaben war im vergangenen Jahr auch der Anstoß für die Stadt, die Teichanlage zu einer kleiner Parklandschaft umzugestalten. Die Pläne für die Teichanlage hatten im vergangenen Herbst zu heftigen Auseinandersetzungen bei der Haushaltsverabschiedung geführt.

Seinerzeit hatte die CDU-Fraktion durchgesetzt, dass der eigentlich eingeplante Betrag für die Veränderungen an dem Areal auf 65000 Euro gekürzt wird. Ursprünglich hatte Somogyi einen Betrag von 215000 Euro vorgesehen.

von Michael Rinde

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