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Dorfladen Wohra verpasst das Quorum

Zu wenige Rückmeldungen Dorfladen Wohra verpasst das Quorum

Das Ergebnis der Bedarfsabfrage liegt jetzt vor: Einen Dorfladen wird es im Bürgerhaus der Gemeinde Wohratal wohl erst einmal nicht geben.

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Im Bürgerhaus Wohratal im Ortsteil Wohra wird kein Dorfladen eingerichtet. Foto: Matthias Mayer

Wohra. Die Einzelhandelsunternehmen Tegut (Fulda) und Gutkauf (Cölbe) hatten Interesse gezeigt, Teile des Wohrataler Bürgerhauses als Dorfladen zu nutzen. Die Firma Tegut wollte den großen Saal und Gutkauf den kleinen Saal nutzen. Nach kontrovers geführten Diskussionen beschloss das Parlament eine Bedarfsabfrage unter den Bürgern der Gemeinde Wohratal hinsichtlich der Frage der grundsätzlichen Notwendigkeit einer Nahversorgung im Gemeindegebiet und der Standortfrage Bürgerhaus Wohratal durchzuführen.

Dabei wurde das Quorum während der Diskussion von den gegenüber dem Vorhaben skeptisch eingestellten Gemeindevertretern schrittweise immer weiter angehoben und landete schließlich bei 40 Prozent. Das bedeutet: Nur wenn sich mindestens 40 Prozent der Wohrataler Bürger an der Bedarfsabfrage beteiligten, sollte das Projekt bei einem positiven Abstimmungsergebnis weiter verfolgt werden.

Während der Ortsbeiratssitzung in Wohra legte der Beigeordnete Werner Henkel das Ergebnis der Bedarfsabfrage vor. „Benötigen wir in der Gemeinde Wohratal eine direkte Einkaufsmöglichkeit?“, so lautete die erste Frage die beantwortet werden sollte. In der zweiten Frage sollten die Bürger ankreuzen, ob sie bei der Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Bürgerhaus auch dort einkaufen würden.

In den vier Wohrataler Ortsteilen nahmen von den 1983 Befragten insgesamt 705 an der Umfrage teil. Damit ergibt sich ein Prozentsatz von 35,55 Prozent. Auf die Frage, ob sie im Bürgerhaus einkaufen würden, antworteten insgesamt 460 mit Ja, 221 mit Nein. Nach dem generellen Bedarf einer Einkaufsmöglichkeit befragt, sprachen sich 487 dafür aus, 218 sahen keinen Bedarf.

Wohra ist mit 825 Befragten der größte Ortsteil der Gemeinde. Insgesamt beteiligten sich hier 313 Personen (37,94 Prozent). 241 beantworteten die Frage nach dem Bedarf positiv, 72 sprachen sich dagegen aus. Die zweite Frage, ob sie bei einer Ansiedelung im Bürgerhaus auch dort einkaufen würden, beantworteten 219 mit Ja, 87 sprachen sich dagegen aus.

Fast die gleiche Prozentzahl nämlich 37,81 brachte das Ergebnis in Halsdorf. Von den 685 befragten Personen nahmen dort 259 teil. In Langendorf lag die Prozentzahl bei 28,13 Prozent. In Hertingshausen ergab das Ergebnis mit 28,10 Prozent einen ähnlichen Wert.

„Damit ist das Projekt erst einmal erledigt“, fasste Henkel am Ende zusammen. „Man muss bei einem solchen Projekt Leute haben, die mitziehen“, stellte Ortsvorsteherin Hannelore Keding-Groll fest und benannte als gelungene Beispiele für einen Dorfladen Ginseldorf und Michelbach. Schade fände sie es, wenn das Bürgerhaus umgebaut werden würde und der Dorfladen aufgrund des geringen Umsatzes ein halbes Jahr später wieder hätte zumachen müssen.

Als nicht finanzstarke Kommune stecke man in einem Dilemma, erklärte Harald Homberger, stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung. Die Auslastung der Bürgerhäuser sei niedrig, dennoch brauche man die Häuser, weil dort die Gemeinschaft gepflegt werde. Er betonte, dass man alles dafür tun müsse um die Häuser zu behalten. Bei einem Dorfladen komme es darauf an, dass die Zahlen unterm Strich stimmten. Er sei nicht traurig, dass der Dorfladen nicht im Bürgerhaus realisiert werde, erklärte Homberger. Einem Dorfladen an sich stehe er positiv gegenüber, allerdings müsse es Leute geben, die dahinterstünden.von Karin Waldhüter

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