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Diebe langen in Neustadt und Stadtallendorf zu

Lange Haftstrafen Diebe langen in Neustadt und Stadtallendorf zu

Der alte Spruch „Kaum gestohlen, schon in Polen“ trifft hier wirklich zu: Fette Beute hatten vier Polen gemacht, die in Neustadt und Stadtallendorf mehrere Transporter aufgebrochen hatten.

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Das Landgericht Paderborn verurteilte eine Gruppe Einbrecher zu langjährigen Haftstrafen. Sie hatten auch im Ostkreis mehrere Male zugeschlagen.

Quelle: Archiv

Neustadt/Oaderborn. Das Landgericht Paderborn verurteilte die Männer zu langjährigen Haftstrafen.

Es ist nur die Spitze des Eisbergs, den die 1. Große Strafkammer gegen das Quartett verhandelte: Die Anklage ging davon aus, dass die Männer im Alter zwischen 24 und 40 Jahren als Mitglieder einer Bande in 21 Fällen in Nordhessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz die Fahrzeuge von Handwerkern und Firmen aufgebrochen und daraus Werkzeuge entwendet hatten. Ein Schaden von etwa 75000 Euro soll dabei entstanden sein.

Tatsächlich gehen die Ermittler der Sonderkommission „Resko“ - so genannt nach dem Herkunftsort etlicher der mutmaßlichen und noch nicht geschnappten Bandenmitglieder - von mindestens 170 Fällen aus, in denen nahezu bundesweit von der Bande Fahrzeuge geknackt wurden. Der geschätzte Schaden liegt über 300000 Euro.

In einer Nacht mehrere Brüche im Ostkreis

Gleich mehrere Male hatten die Angeklagten auch im Westerwald zugeschlagen. Anfang März erbeuteten sie in derselben Nacht in Neustadt und Stadtallendorf an verschiedenen Tatorten Winkelschleifer, Akkuschrauber, Bohrhämmer und ähnliche Werkzeuge im Wert von über 15000 Euro. Die Masche war, wie ein Ermittler als Zeuge berichtete, die gleiche wie an den anderen Tatorten: Wenn sich die Türen der Transporter nicht durch das Aufstechen des Schlosses oder das Aufschneiden der Seitentür in der Nähe des Schließmechanismus öffnen ließen, schlugen die Täter einfach die Scheiben ein. Die Beute ging zu einem Großteil nach Polen.

Bereits seit Dezember 2015 war die Kripo Paderborn der polnischen Gruppierung auf der Spur, nachdem sie von der Polizei aus Cloppenburg Hinweise auf einen 40-Jährigen bekommen hatte, der in Oerlinghausen bei Bielefeld wohnte. Die eingeleiteten Überwachungsmaßnahmen - Mobiltelefon, Observation und GPS-Ortung des Fahrzeugs - brachten den Ermittlern der Sonderkommission schnell Erfolge ein. Allerdings führten sie auch zu einem Hase-und-Igel-Spiel mit der Bande: Mehrmals gelang es der Polizei, Beute in verdeckten Zwischenlagern in der Nähe von Tatorten sicherzustellen, bevor die Bande sie abtransportieren konnte.

Autoknacker nahmen aufputschende Drogen um durchzuhalten

Bereits nach ihrer Festnahme im August dieses Jahres hatten die vier Beschuldigten die Bereitschaft zu Geständnissen signalisiert. Vor dem Landgericht gaben sie die in der Anklageschrift aufgelisteten 21 Taten zu und erhielten so Rabatte beim Strafmaß: Jeweils drei Jahre und elf Monate Haft verhängte die Kammer gegen drei von ihnen wegen gemeinschaftlichen schweren Bandendiebstahls. Der 40-Jährige aus Oerlinghausen hingegen kam mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon: Er half den Strafverfolgungsbehörden bei der Identifizierung noch gesuchter Mittäter.

Der Mann hatte den Autoknackern aufputschende Drogen besorgt, damit sie auf ihren nächtlichen Touren gut durchhielten, sich aber als „Herbergsvater“ der Bandenmitglieder, Fahrer und Kontaktmann zu Hehlern laut Urteil „nur“ der Beihilfe zum gemeinschaftlichen schweren Bandendiebstahl schuldig gemacht.

von Ulrich Pfaff

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