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Die unvergessliche Vergangenheit

Abschied Die unvergessliche Vergangenheit

Eine launige Feier mit viel Musik und herzlichen Worten erlebten weit mehr als 300 Gäste in der gut gefüllten Aula der Alfred-Wegener-Schule während der Verabschiedung von Jürgen Franke.

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Seine Kollegen unterhielten Jürgen Franke mit einem kleinen Ratespiel. Enkel Marten durfte bei der Bigband der Schule mitwirken.

Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain. Mit der Pensionierung von Realschulleiter Jürgen Franke ist eine Ära von 51 Jahren an der Alfred-Wegener-Schule zu Ende gegangen - stilvoll mit einer herzlichen und unterhaltsamen Verabschiedungsfeier. Leiter Matthias Bosse legte die Latte mit seiner Rede aber auch hoch. Ohne Umschweife widmete er sich einer treuen Person, die stets bei schulischen Veranstaltungen zugegen gewesen sei. Allerdings redete er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht von Jürgen Franke, sondern von dessen Frau Änne. Erst danach kam „der Boss“ auf die eigentliche Hauptfigur der Feier zu sprechen, der er Treue und Weitblick beschied und dann sogar noch ein Lied widmete: Der Schulleiter hatte „Danke für diesen guten Morgen“ in eine wahre Lobeshymne umgetextet.

Doch die scheint sich Franke, der mehr als 30 Jahre verschiedene Leitungspositionen bekleidet hatte, auch verdient zu haben: Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner bezeichnete ihn als Person, die in der Stadt ein hohes Ansehen genieße und der zu Beginn ihrer Geschichte riesig anmutenden Gesamtschule schnell ein menschliches Antlitz gegeben habe.

Nikola Schouler vom Personalrat lobte Franke dafür, stets ein offenes Ohr gehabt und in zahlreichen Situationen die richtigen Worte gefunden zu haben. Gunther Martin, der Vorsitzende des Elternbeirates stellte das Engagement Frankes für die Schule und seine Verbundenheit mit der Bildungseinrichtung heraus. Zudem zeigte er sich von der Ruhe, Gelassenheit und Freundlichkeit des 64-Jährigen beeindruckt und äußerte die Hoffnung, die Schule möge wieder jemanden finden, der Schüler zur Gestaltung des Volkstrauertages in Kirchhain gewinnen könne - ein Feld, auf dem sich Franke ebenfalls verdient gemacht hatte.

Eine launige Feier mit viel Musik und herzlichen Worten erlebten weit mehr als 300 Gäste in der gut gefüllten Aula der Alfred-Wegener-Schule während der Verabschiedung von Jürgen Franke.

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Eine musikalische Laudatio hielten derweil zahlreiche Ehemalige, die über den angehenden Pensionär unter anderem sangen: „Mit Umsicht leitet er die Schul‘, fast immer blieb er dabei cool.“ Ähnlich hielten es einige seiner Kollegen, die ebenfalls ein Lied schmetterten und die musikalische Untermalung durch die Bigband der AWS ergänzten - wobei die Jazzcombo dem leidenschaftlichen Gitarristen Franke eine besondere Freude machte, als sie dessen Enkel Marten auf die Bühne holte und zum Mitspielen animierte.

Für gute Unterhaltung sorgten auch noch die Mitglieder des Schulleitungsteams, die sich Franke und dessen Hobbys, Ehrenämtern und Steckenpferden widmeten. Nach einer Diashow mit Impressionen aus seinem Leben war es dann an der Zeit für den 64-Jährigen, der für die Feier extra auf die Teilnahme an einem Spiel seines TTC Burgholz (der ohne ihn nur unentschieden spielte) verzichtet hatte, zum Mikro zu greifen.

„Ich fühle mich wie ein Fußballprofi - der nicht das wert sein kann, was er erhält“, freute er sich über die zahlreichen Komplimente und das viele Lob. „Manche Worte sind etwas überzogen“, sagte er und gab nach einem kurzen Moment zu: „Aber sie tun unglaublich gut.“

Nachdem Franke das Lob zurückgegeben hatte, machte er seiner Frau Änne noch eine Liebeserklärung, ehe er an seine eigenen Worte erinnerte, die er stets an Abgänger richtete: „Denkt daran: Ihr seit die Zukunft“, gab er ihnen mit auf den Weg. Diesmal ergänzte er seinen Ausspruch: „Ich bin die Vergangenheit - aber die sollte man auch nie vergessen.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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