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Die neue Heimat bekommt Perspektive

Ausstellung Die neue Heimat bekommt Perspektive

Eine Stadt lässt sich fotografisch aus ganz verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen und erkunden, erst recht, wenn sie zur neuen Heimat junger Flüchtlinge wird.

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Junge Fotografen und die Teilnehmer der Ausstellungseröffnung präsentierten die Werke im Südstadtkiosk. Foto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Fünf Monate lang waren fünf Syrer im Alter zwischen 16 und 28 Jahren unterwegs in Stadtallendorf, ihrer neuen Heimat, bestückt mit modernen Kameras, begleitet vom Fotografen Jan Bosch und von Initiatorin Stefanie Tatzel vom Internationalen Bund.

Die fünf Männer waren Teilnehmer eines Mikroprojektes unter dem Titel „Fotoprojekt Stadtallendorf“, finanziert aus dem Programm „Jugend stärken im Quartier“, von verschiedenen Bundesministerien und dem Europäischen Sozialfonds finanziert.

Herausgekommen ist eine besondere Ausstellung unter dem Titel „Neue Heimat Stadtallendorf“. 20 sehr unterschiedliche, aber fotografisch zu weiten Teilen höchst professionelle Bilder sind im Südstadtkiosk zu sehen.

Die jungen Fotografen haben sich sehr aufmerksam umgeschaut. Sei es im Herrenwald, ein wertvoller Bestandteil der Stadt, sei es im alten Dorf oder beim Freitagsgebet in der Fatih-Moschee, am Bahnhof oder an der Südschule, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Auswahl sei schon sehr schwer gefallen, bekannte Fotograf Jan Bosch bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend.

„Die Ausstellung zeigt Perspektiven von Menschen, die auf dem Weg sind, sich ein neues Leben aufzubauen“, sagt Christoph Stock, Bereichsleiter des Sozialträgers Internationaler Bund.

Am Anfang des Mikroprojekts stand „viel Technik“, wie es Jan Bosch formuliert, der Umgang mit der digitalen Spiegelreflexkamera musste erlernt werden. Danach waren Streifzüge angesagt. Er möge Fotos besonders, die nicht jeder sofort verstünde, erklärte einer der Teilnehmer beim Ausstellungsrundgang am Donnerstag.

Sehr facettenreich ist zum Beispiel der Blick auf den Herrenwald ausgefallen. Oder der Schnappschuss in einen Garten, wo dem deutschen Ordnungssinn entsprechend das Laub wie mit dem Lineal gezogen entfernt wird. Oder das Foto eines tief in sein Gebet versunkenen Muslimen oder die besonderen Perspektiven, die die Barockkirche Sankt Katharina zu bieten hat.

Stefanie Tatzel hatte die Idee zu diesem Mikroprojekt, angeregt durch die Freude vieler Flüchtlinge an der Handyfotografie. Dennoch sei es nicht ganz so einfach gewesen, junge Teilnehmer für diesen Fotokurs zu finden. Mohamed Alrexai lebt seit einem Jahr und fünf Monaten in Stadtallendorf. Ihm sei es darum gegangen, eine schöne Stadt, in der sie alle gerne leben wollten, zu zeigen.

Die Ausstellung wird noch einige Zeit in einem Gang im ersten Stock des Südstadtkiosks zu sehen sein. Sie geht aber auch auf Wanderschaft. So ist „Neue Heimat Stadtallendorf“ vom 17. bis 19. März im Marburger Volkshochschulgebäude in der Deutschhausstraße zu sehen. Oder als Teil der Marburger ­Fototage am 23. Juni.

von Michael Rinde

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