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Die neue Form der Jugendpflege

Pläne Die neue Form der Jugendpflege

Kinder und Jugendliche haben am morgigen Sonntag um 14 Uhr die Chance, in der Roßdorfer Mehrzweckhalle ihre Wünsche für die neue Jugendpflege der Stadt zu äußern.

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Betont lässig posiert Michael Plettenberg (vorne) mit seinen neuen, für die Jugendarbeit verantwortlichen Mitarbeitern (von links) ­Natalie Föth, Marius Maus, Valentina Daube und Alena Sennhenn. Es fehlt Johannes Wilhelm.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Wer schon einmal an den Amöneburger Ferienspielen teilgenommen hat, der kennt Marius Maus, Alena Sennhenn, Valentina Daube, Natalie Föth und Johannes Wilhelm bereits. Die fünf jungen Menschen haben sich in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in der Großgemeinde Amöneburg bereits einen Namen gemacht - und kümmern sich in Zukunft um die städtische Jugendpflege.

In Gesprächen mit der Kirchengemeinde haben sie bereits erreicht, dass es nach den Sommerferien neben Erfurtshausen, Roßdorf und Mardorf auch in Amöneburg (Pfarrheim) und Rüdigheim (Anbau am Schützenhaus) wieder Jugendräume gibt, in denen sie aktive Jugendarbeit anbieten. Jeder von ihnen will hauptverantwortlich für einen der Räume sein: Alena Sennhenn kümmert sich um die Einrichtung in Amöneburg, Marius Maus um Roßdorf und Natalie Vöth um Mardorf - was auf der Hand liegt, da sie aus den jeweiligen Stadtteilen stammen. Die aus Roßdorf kommende Valentina Daube übernimmt Rüdigheim, der Langensteiner Johannes Wilhelm Erfurtshausen.

Allesamt haben während der Ferienspiele bereits Erfahrung in der Kinderbetreuung gesammelt, können aber auch andere Qualifikationen wie die Jugendleiter-Card aufweisen. Oder sind als Pädagogikstudenten angehende Experten: „Ich denke, neben dem Studium ein bisschen praktische Erfahrung zu sammeln, ist gut“, sagt Sennhenn, die in Marburg Erziehungswissenschaften studiert, und freut sich aufs Konzipieren, Kreativ-Sein, Fördern und Fordern. Maus, der sich früher bereits um den Roßdorfer Jugendraum gekümmert hatte, ergänzt: „Ich fand es dort als Kind immer cool. Schade, dass er in den vergangenen Jahren nicht so weitergeführt wurde, wie früher. Ich möchte auch dieser Generation die Möglichkeit geben, sich zu treffen. So können wir das soziale Miteinander fördern.“ Und Föth will‘s besser machen als vorher: Mit der Burschen- und Mädchenschaft war sie eine Zeit lang in der Verantwortung für den Mardorfer Jugendraum - ein Projekt, das scheiterte. „Es ist aber wichtig, dass es für Kinder und Jugendliche ein vernünftiges Angebot im Dorf gibt.“

Vor allem genießen die fünf jungen Leute auch das Vertrauen von Bürgermeister Michael Plettenberg - der ja nun quasi auch ihr Dienstherr ist: Die Stadt hat für die Umsetzung des neuen Jugendpflegekonzeptes eine halbe Stelle geschaffen und diese, auf Wunsch der Stadtverordneten, auf mehrere Schultern verteilt. Die Idee, auf junge Menschen aus der Gemeinde zu setzen, hatte einst Roßdorfs Ortsvorsteher Stephan Maus geäußert.

Was das Quintett den Kindern und Jugendlichen in Zukunft genau anbietet, steht noch nicht fest. Die fünf haben extra für den morgigen Sonntag (14 Uhr) alle 12- bis 17-Jährigen aus der Großgemeinde in die Mehrzweckhalle nach Roßdorf eingeladen, um ihre Wünsche abzuklappern. Sport, Kochen, Musik, gemeinsame Aktionen oder Ausflüge - die Möglichkeiten sind vielfältig, und das Quintett ist nicht nur bereit, vieles umzusetzen, sondern auch hochmotiviert, das Projekt anzugehen. Es ist nur Input nötig. Mitsprache beziehungsweise Partizipation sind die Schlagworte. „Wir wollen wissen, worauf die Kinder und Jugendlichen Lust haben“, sagt Daube und betont: „Außerdem möchten wir uns denen, die uns nicht kennen, vorstellen und zeigen, dass wir etwas bewegen möchten.“ Ein Ziel sei, dem Nachwuchs eine Anlaufstelle und einen Treffpunkt im Dorf zu bieten - und es ihnen letztendlich auch zu ermöglichen, die Räume alleine zu nutzen und selbstständig zu sein. „Natürlich halten wir erst mal Gruppensitzungen und schaffen eine Vertrauensbasis“, hebt Sennhenn hervor. Erst, wenn sicher sei, dass die Jugendlichen bereit sind, Verantwortung zu nehmen und „ihren“ Raum in Schuss zu halten, dann gebe es grünes Licht für die Nutzung ohne Betreuer.

Plettenberg freut sich derweil, fünf hochmotivierte Mitarbeiter gefunden zu haben, die eine wichtige Aufgabe übernehmen: „Wir machen viel für Senioren, aber wenig für die Jugend. Wir müssen den Jugendlichen in den Dörfern Treffpunkte anbieten - sonst können wir uns nicht beklagen, wenn der soziale Zusammenhalt nachlässt und die jungen Leute ihren Heimatorten den Rücken kehren.“

von Florian Lerchbacher

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