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Die letzten Kabel kommen in die Erde

Breitband-Ausbau Die letzten Kabel kommen in die Erde

Der Ausbau biegt in die Zielgrade. Bis 15. August sollen alle sieben Abschnitte komplett am neuen Breitbandnetz sein, versprechen Breitband-GmbH, der Landkreis und der Partner Deutsche Telekom.

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Techniker arbeiten  an einem der großen Multifunktionsgehäuse, in dem die neuen Glasfaserkabel zusammenlaufen. Es steht in der Gießener Straße in Stadtallendorf.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Die zweitgrößte Stadt im Landkreis, Stadtallendorf, gehört zu den letzten der 21 Städte und Gemeinden im Kreis, wo der Breitband-Ausbau für schnellere Internet-Verbindungen läuft. Am Ende sollen 94,5 Prozent aller Haushalte über Internetzugänge von bis zu 50 Mbit pro Sekunde verfügen. Die Sonderstatus-Stadt Marburg hat sich dabei für ein eigenes Modell entschieden (die OP berichtete).
Aktuell laufen letzte Arbeiten im Ausbaugebiet 6. Es umfasst die Kernstadt von Amöneburg, Kirchhain, Rauschenberg, Wolferode und Wohratal. Bis Juni sollen diese Haushalte über eine Breitband-Anbindung verfügen. Danach kommt das siebte und letzte Ausbaugebiet mit Erfurtshausen, Mardorf, Rüdigheim, Stadtallendorf und Neustadt. Dort soll der Anschluss im August passieren. „Wir werden das bis zum 15. August schaffen“, sagte gestern Stefan Schadowski, verantwortlich für Netzausbau beim Unternehmen Telekom.

Besonders glücklich und zufrieden präsentierte sich gestern Landrätin Kirsten Fründt. Die Kooperation des Landkreises mit der Telekom gilt als richtungsweisendes Pilotprojekt. Inzwischen folgten zahlreiche andere Kreise in Hessen diesem Modell, hieß es am Freitag bei einem Ortstermin in Stadtallendorfs Kernstadt. „Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Projekt in zwei Jahren geschafft haben“, sagte Fründt.

Und sie nutzte die Gelegenheit, der Stadt Stadtallendorf für ihre Geduld zu danken. Planungsbedingt war das Industriezentrum des Landkreises so ziemlich an das Ende des Ausbauvorhabens gerückt. Das war in Stadtallendorfs Gremien nicht ohne Murren geblieben. Rund 200 Kilometer Glasfaserkabel sind nach Telekom-Angaben verlegt, hinzu kommen 565 Multifunktionsgehäuse – große Verteilerkästen.

6 000 Bürger sind vorregistriert

Das schnellere Netz ist nicht an den Anbieter Telekom gebunden, sondern auch für Wettbewerber offen. Am Freitag bekannten Landrätin Fründt und Telekom-Vertreter freimütig, dass es im Verlaufe des Mammut-Projektes auch Stolpersteine und Schwierigkeiten gab. „Doch es gab einen engen Dialog, durch den sich viele Fragen schnell lösen ließen“, sagte Klaus Bernhardt, Geschäftsführer der Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH. Am Anfang hatte die Telekom das große Anschlussinteresse im Kreis unterschätzt, reagierte aber aus Sicht der Kreisverwaltung prompt. Aktuell haben sich rund 6 000 Bürger bei der Breitband GmbH vorregistrieren lassen für schnellere Internetanschlüsse. Täglich gebe es immer noch rund 150 Klicks auf der Internetseite, so Bernhardt. Bis August wird es diese Vorregistrierungsmöglichkeit weiterhin geben.

Bürgermeister Christian Somogyi betonte am Freitag die Bedeutung des Breitbandausbaues für den gesamten Standort Stadtallendorf. „Wir brauchen gute Verkehrsverbindungen, aber das schnelle Internet ist inzwischen genauso wichtig“, sagte der Verwaltungschef.

Jetzt soll ein zusätzlicher Fokus auf Angebote für Unternehmen gelegt werden, wie Breitband GmbH und Telekom in Stadtallendorf hervorhoben.
Doch theoretisch ist technisch ja noch eine doppelt so hohe Übertragungsgeschwindigkeit möglich, dank der Technik Vectoring. Sie ist aber auf Ebene der EU bei geförderten Netzausbaugebieten wie dem Landkreis noch nicht zulässig. „Wir warten noch auf die entsprechende Richtlinie der EU“, sagte Stefan Schadowski von der Telekom gegenüber der OP.

Kosten von rund zehn Millionen Euro

Wer sich für das schnelle Breitband-Angebot entscheidet, wird zumindest bei der Telekom auf die Technologie „Voice over IP“, also Telefonieren via Internet, umgestellt. Müssen Kunden, die das nicht wollen, in Zukunft fürchten, dass das Unternehmen ihren Vertrag kündigt? Thomas Peter vom Telekom-Vertrieb sagt Nein, aber: „Wir werden auf Kunden, die das Netz nutzen, zugehen und ihnen Optionen anbieten“, kündigt er an. Wer mit dem Internet nichts am Hut hat und lediglich telefonieren möchte, der ist auch davon unberührt. Der Breitband-Ausbau, auch das ist Teil des Modells, hat natürlich auch seinen Preis. Aktuell geht der Kreis davon aus, dass ein Betrag von unter zehn Millionen Euro dafür an die Telekom fließen, neun Millionen Euro stammen vom Kreis, weiteres Geld von den 21 Städten und Gemeinden.

Informationen
Die Breitband GmbH weist auf folgende Termine für Inbetriebnahme-Veranstaltungen in verschiedenen Städten und Gemeinden hin. Alle Veranstaltungen beginnen um 18.30 Uhr: 8. Juni, Wohratal, Bürgerhaus; 11. Juni, Rauschenberg, Kratz‘sche Scheune; 16. Juni, Kirchhain, Bürgerhaus, 25. Juni, Amöneburg, Bürgerhaus Mardorf und 30. Juni Großseelheim, Bürgerhaus. 
Weitere Infos im Internet unter  www.breitband-marburg-biedenkopf.de

von Michael Rinde

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