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Die kleinsten Wehren sind die Größten

Stadtpokal Die kleinsten Wehren sind die Größten

Freudentränen, spannende Wettkämpfe und ein Sieger, der dann doch keiner war: Der Stadtpokal der Kirchhainer Feuerwehren hatte am Samstag einiges zu bieten.

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Die Anzefahrer Mannschaft bereitet einen Löschangriff vor. Fotos (2): Karin Waldhüter

Sindersfeld. Zehn Wettkampfgruppen der Einsatzabteilungen und zehn Jugendfeuerwehren aus dem Stadtgebiet kämpften am Samstag bei herrlichstem Frühlingswetter um die schnellste Zeit und die höchste Punktzahl.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zu ihrem 60-jährigen Bestehen hatte die Feuerwehr Sindersfeld die Organisation des Stadtpokals übernommen. Wohl auch einer der Gründe, warum sich die Staffelgruppe der Jugendfeuerwehr Sindersfeld besonders viel vorgenommen hatte. „In diesem Jahr wollen wir es besser machen“, erklärte die 13-jährige Hannah, bevor sich die Sindersfelder Gruppe, die im letzten Jahr beim Stadtpokal den dritten Platz belegt hatte, zum Staffellauf fertig machte. „Es lief gut“, kommentierte Jugendwartin Anke Botthof danach zufrieden. Die Sindersfelder Mannschaft hatte eine klasse Zeit vorgelegt, sich aber zwei kleine Fehler geleistet, die von den Schiedsrichtern mit jeweils fünf Strafsekunden geahndet wurden. Neben dem 400 Meter Staffellauf hatten die Jugendfeuerwehren einen Löschangriff zu absolvieren - im Gegensatz zu den Erwachsenen ohne Wasser.

Zehn der insgesamt zwölf Jugendfeuerwehren nahmen an dem Wettbewerb teil. Anzefahr-Schönbach trat mit einer reinen Mädchenmannschaft und einer gemischten Mannschaft an. Sehr zufrieden mit der Beteiligung zeigte sich Stadtjugendfeuerwehrwart Johannes Sprenger. „Der Wettbewerbsgedanke ist zwar da, doch es geht vor allem darum, kameradschaftlich zusammenzuarbeiten - und das geht nur im Team“, so Sprenger.

Der Sindersfelder Vereinsvorsitzende Wolfgang Botthof und Wehrführer Markus Daube hatten gemeinsam mit den Feuerwehrkameraden alles aufs Beste vorbereitet. „In den Stadtpokal und das anschließende Fest sind rund 40 Kameraden eingebunden“, erläuterte Botthof.

Lautstarke Befehle hörte man derweil im Schatten der Dorfkirche. Die Mannschaften aus den Einsatzabteilungen entnahmen hier Wasser aus dem Hydranten, Verteiler wurden positioniert und Schläuche ausgerollt und angeschlossen. Integriert in den Löschangriff war eine Menschenrettung aus einem Wohnhaus. Ein zweiter Trupp startete einen Löschangriff von einem Gerüst, an das eine Leiter angestellt wurde.

Zu Beginn hatten alle Teilnehmer einen Fragebogen mit feuerwehrtechnischen Fragen ausgefüllt. „Ich freue mich, dass so viele Mannschaften angetreten sind“, erklärte Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker. Insgesamt nahmen zehn Mannschaften aus den Einsatzabteilungen an dem realitätsnahen Wettbewerb teil. Nur Emsdorf und Burgholz fehlten. Großseelheim und Kleinseelheim bildete, wie schon im Vorjahr, eine gemeinsame Mannschaft.

Freudentränen in Sindersfeld

Bis zur Siegerehrung im Festzelt am Grünen Weg mussten sich die Teilnehmer dann noch etwas gedulden. Reinhold Bonacker würdigte zunächst die Familie Rhiel, die ihr Gelände zur Verfügung gestellt hatte und hob den hohen Leistungsstand aller teilnehmenden Feuerwehren hervor. „Alle zehn Mannschaften aus den Einzelabteilungen haben die Stufe Gold und damit über 91 Prozent erreicht“, betonte er. Gemeinsam mit Kreisbrandmeister Thorsten Thierbach, Stadtjugendfeuerwehrwart Johannes Sprenger, Bürgermeister Olaf Hausmann und Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weber standen dann noch einige Beförderungen, Neuaufnahmen, Ehrungen und Verleihung von Anerkennungsprämien für Kameraden an, die während der regulären Jahreshauptversammlungen nicht hatten dabei sein können.

Bei den Jugendfeuerwehren erreichte die Mädchenmannschaft aus Anzefahr-Schönbach mit 1380 Punkten die höchste Punktzahl und holte sich den Sieg in der Gruppenwertung Mädchen. Erneut landete in der gemischten Gruppenwertung (9 Teilnehmer je Mannschaft) Anzefahr-Schönbach auf dem Siegerpodest. Der Jubel im Festzelt war bei der nächsten Verkündigung riesengroß. Mit 1322 Punkten gelang der Jugendfeuerwehr Sindersfeld der Sieg in der Staffelwertung (6 Teilnehmer je Mannschaft) und bei Anke Botthof, sie ist seit sieben Jahren Jugendwartin, floss so manche Freudenträne.

Bei den Erwachsenen durfte die Mannschaft Großseelheim/Kleinseelheim den Stadtpokal nicht lange in den Händen halten. Aufgrund eines Rechenfehlers wurde nach der Siegerehrung die Mannschaft aus Himmelsberg nachträglich zum Stadtpokalsieger erklärt. Beide Mannschaften erreichten 100 Prozent. Lediglich die kürzere Knotenzeit bescherte Himmelsberg schließlich doch noch den Sieg. Damit stellten mit Sindersfeld und Himmelsberg die beiden kleinsten Stadtteile des Wettbewerbs zwei Sieger. Mit einem Fassanstich und der Partyband „Deko Hirsche“ wurde anschließend im Festzelt weitergefeiert. Fortgesetzt wurde das Jubiläum am Sonntag mit einem Festkommers, Familiennachmittag mit Kinderprogramm und Livemusik.

von Karin Waldhüter

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