Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Die heraufbeschworene Verzögerung

Parlament Amöneburg Die heraufbeschworene Verzögerung

Rainer Schick (FWG) kritisierte in der Stadtverordnetenversammlung Amöneburg Verzögerungen und wollte ein Bauvorhaben in Mardorf beschleunigen - doch das ging mächtig nach hinten los.

Voriger Artikel
Koordinator wird weiterhin gesucht
Nächster Artikel
Mehr als 70 Schüler wirken am Theaterstück mit

Fortsetzung folgt: Die Stadtverordneten stellen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für Grundstücke nahe der Grillhütte zurück.

Quelle: Pixelio/Ulrike Karow

Amöneburg. „Das sorgt für eine erneute Verzögerung. Ich finde das nicht so gut“, sagte Rainer Schick und betonte: „Wir sollten über das Lärmschutzgutachten noch einmal nachdenken.“ Der FWG-Mann kritisierte die Auflage, die die Stadt Amöneburg zwei Mardorfer Familien für ihre Bauvorhaben in der Nähe der Grillhütte machen will (die OP berichtete). Zudem monierte er, es habe genügend Verzögerungen gegeben: Die erste Initiative der Bürger liege schließlich schon drei Jahre zurück.

Die beiden Familien möchten bauen. Da ihre Grundstücke nahe der Grillhütte liegen, fragte die Stadt beim Heimat- und Verschönerungsverein Mardorf an, ob es Bedenken gebe. Eigentlich nicht, erklärt Barbara Heck und betont: „Wir weisen die Nutzer der Grillhütte immer auf die Lärmschutzvorschriften hin und bitten um Rücksichtnahme auf die Anwohner. Umgekehrt braucht es auch Toleranz und Verständnis der Nachbarn. Mehr wollen wir nicht. Bisher gab es nie Probleme.“

Antrag kommt nun erst im September zur Abstimmung

Die Stadt legte fest, den Verein ins Bauleitplanverfahren einzubinden und fordert von den Investoren ein Schallgutachten -zum „gegenseitigen Schutz“, sagte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und erklärte: Andere Bauherren hätten dies nicht vorlegen müssen, weil damals ein anderes Baurecht gegolten habe. Gleichzeitig wies er einen Vorwurf Schicks zurück, die Stadt sei schuld an Verzögerungen beim Projekt der beiden Familien: Diese seien relativ zögerlich gewesen und hätten sich geziert bei allem, was mit Kosten verbunden sei.

Schick wiederum wollte den Antrag stellen, das aufwändige Lärmschutzgutachten nicht zu verlangen und diesen Punkt aus dem Aufstellungsbeschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu streichen. „Das fände ich nicht gut“, entgegnete Peter Greib (AWG) und betonte, dass vorher der Heimat- und Verschönerungsverein sich zu diesem Punkt äußern solle. Er beantragte, die Abstimmung zu vertragen. Sieben Stadtverordnete stimmten dem zu, fünf nicht, sechs enthielten sich. Das heißt, sie müssen sich der Thematik erneut in den Ausschüssen und später in ihrer Versammlung im September widmen. „Da hat er nun die Verzögerung“, kommentierte CDU-Vorsitzender Jan-Gernot Wichert in einem Anflug von Zynismus in Richtung der FWG.

  • In seinem Sachstandsbericht zu einem möglichen Baugebiet für Mardorf erläuterte Richter-Plettenberg, dass zunächst noch ein gemeinsames Gespräch mit den drei Eigentümern der potenziellen Bauflächen nötig sei.
  • Des Weiteren stimmten die Stadtverordneten dem Verkauf eines Grundstücks in Rüdigheim zu, auf dem früher der Spielplatz „Auf dem Knorren“ stand. Ebenfalls votierten sie für den Verkauf eines Bauplatzes in Erfurtshausen nebst einer Gemeinschaftsfläche. An der habe nun allerdings eine weitere Familie Interesse angemeldet, teilte der Bürgermeister mit - vielleicht werde sie daher aufgeteilt und an zwei Käufer veräußert.
  • In den Kindergartenbeirat und den Koordinierungsausschuss Mardorf wählten die Stadtverordneten den jungen Vater Jochen Splettstößer.
  • Einstimmig sprachen sie sich für die Teilnahme am Pilotprojekt „Cybersicherheit in öffentlichen Verwaltungen am Beispiel der Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf“ aus.
  • Ebenfalls einstimmig segneten sie die Novellierung der Schutzgebietsverordnung für das Naturschutz- und das FFH-Gebiet Amöneburg ab.
  • Bei einer Abstimmung über die Stromnetzübernahme durch die Energie Marburg-BiedenkopfGmbH und die Entsendung des Bürgermeisters als Vertreter der Stadt in den Aufsichtsrat und die Gesellschaftversammlung enthielten sich die Christdemokraten. Die anderen Stadtverordneten stimmten dafür.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr