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Die "große Lösung" kommt

Brückensanierung Die "große Lösung" kommt

Die Zählgemeinschaft aus CDU und OLW hat sich nach langen Diskussionen durchgesetzt: Die Bentreff-Brücke wird saniert - und zwar so, dass auch motorisierter Verkehr wieder über sie rollen kann.

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Seit vielen Jahren ist die Sanierung der Wohraer Brücke ein Thema in der Gemeinde.Archivfoto: Matthias Mayer

Wohra. Wie schon im Bauausschuss ging es auch in der Gemeindevertretung bei der Entscheidung über die Sanierung der Brücke in der Gemündener Straße noch einmal hin und her zwischen CDU und OLW auf der einen und der SPD auf der anderen Seite. Und das nicht zu knapp.

Die Sozialdemokraten sprachen sich für die „kleine Lösung“ aus - nach deren Umsetzung das Bauwerk nur noch als Fußgänger- und Radfahrerbrücke fungiert hätte. Alles andere wäre „unnötiger Luxus“, meinte Ingo Neurath und betonte,dass es auf nur wenigen Metern gleich drei Brücken gebe.

Das sahen Harald Homberger (OLW) und Dr. Gerhard Willmund (CDU) ganz anders. Homberger bezeichnete die „kleine Lösung“ als „rausgeschmissenes Geld“, weil sie laut Fachmännern nur für 30 Jahre gesichert wäre. Die „große Variante“ würde indes 80 Jahre halten - noch dazu gelte es, den Zugang zum noch erschließbaren Land auf der ortsfernen Seite des Bauwerks zu erhalten. „Aber die Zugängigkeit wäre doch durch die anderen Brücken gewährt“, monierte Neurath, stieß aber auf taube Ohren. Willmund hielt ihm quasi das Gewohnheitsrecht entgegen: „Die Wichtigkeit ergibt sich aus dem Bedarf der Nutzer“, sagte er und erinnerte daran, dass der kürzeste Weg aus dem alten Ortskern nach Gemünden über diese Brücke führe: „Sie wurde immer genutzt und hat eine wichtige Bindefunktion.“

Willi Schollmeier (SPD) schlug vor, zunächst die „kleine Lösung“ umzusetzen - und im Bedarfsfall später die Brücke doch noch so auszubauen, dass nicht nur Fußgänger und Fahrradfahrer sie nutzen können. „Jetzt investieren und später nachbauen macht keinen Sinn“, hielt ihm Homberger entgegen.

Auf Stammtischniveau zog derweil Walter Reuter (SPD) die Diskussion hinunter. Zunächst stellte er ganz rational heraus, dass die Brücke nach der Komplettsanierung mit der einhergehenden Erhöhung der Tragfähigkeit nicht mehr so aussehen würde, wie früher. Dann polterte er in Richtung Zählgemeinschaft: „Was soll das Gelaber, die Schönrederei da?“

Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) beobachtete die Diskussion kommentarlos, wunderte sich allerdings, warum die Gemeindevertreter von Kosten in Höhe von 300000 Euro plus X sprachen - das erhaltene Angebot belaufe sich schließlich auf 250000 Euro. „Das ist die gedachte Zahl, weil es hieß, dass bei der Sanierung Kosten entstehen könnten, von denen wir jetzt noch nichts wissen“, erläuterte Homberger.

Neurath beantragte zum Abschluss eine namentliche Abstimmung - was aber niemanden vom eingeschlagenen Weg abbrachte: Die Mitglieder von CDU und OLW stimmten geschlossen für die „große Lösung“ und setzten sich gegen die Sozialdemokraten durch, die geschlossen dagegen waren.

von Florian Lerchbacher

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