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Die ersten Szenen sind im Kasten

Stadtmystery Die ersten Szenen sind im Kasten

Die Begeisterung ist aus Langenstein und Burgholz nach Neustadt rüber­geschwappt: 54 Bürger beteiligten sich am ersten großen Drehtag für die aus vier Teilen bestehende Neustadt-Mystery.

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Andreas Gnau (rechts) war sich nicht zu schade, einen Räuberhauptmann zu spielen, der aufgeknüpft wird.Privatfoto

Neustadt. „Ich musste mich anbrüllen, verhaften und aufhängen lassen. Was will man mehr?“, lautet das Fazit von Andreas Gnau zum ersten Drehtag für „Neustadt“, beziehungsweise ein Filmintro, das Lust auf mehr wecken und neugierig machen soll. Der Hauptmann der Neustädter Bürgerwehr hat die Lager gewechselt und spielt in dem halbdokumentarischen Filmkunstwerk, das Manuel Weitzel und Felix Müller für ihre Mystery-Serie drehen, einen Räuberhauptmann. „Ich habe in die Runde gefragt, aber die Freiwilligenquote war nicht wirklich hoch - also musste ich die Rolle übernehmen“, berichtet Gnau.

Für Bürgerwehr und Biedermeierfrauen sei von Anfang an klar gewesen, dass sie an der ersten Stadtmystery zum einen als Infoquellen, zum anderen als Schauspieler mitwirken. Das habe weniger damit zu tun, dass Manuel Weitzel sein Schwager sei, als vielmehr damit, dass „wir neugierig sind, was aus unserer Stadtgeschichte gemacht wird“. Hilfreich ist dabei natürlich auch, dass sowohl Gardisten als auch Biedermeierfrauen sich zum einen für allerhand begeistern lassen und zum anderen sehr offen sind. So wirkten sie beispielsweise auch schon an der Serie „Schlösser in Hessen“ mit - natürlich auch in typischer historischer Verkleidung.

Insgesamt beteiligten sich 54 Neustädter am Auftakt der Dreharbeiten für die neueste(n) Mystery-Folge(n), in denen Weitzel und Müller heimische Sagen „aufpimpen“. Drehorte waren die Momberger Hardtmühle - einst eine Räuberhochburg - und der Marburger Gerichtsberg, an dem geschnappte Räuber die Konsequenzen für ihre Taten tragen mussten. In der nachgestellten Szene aus dem Jahr 1811 wird ein Räuberhauptmann vor den Augen zahlreicher Zuschauer - gespielt von Gardisten und Biedermeierfrauen - hingerichtet.

„Das waren sensationelle Laiendarsteller“, lobte Weitzel und betonte: „Sie kamen locker und authentisch rüber - und das ist eine echte Schwierigkeit.“ In welchem der vier Stadtteile der erste Akt der als Vierteiler geplanten Neustadt-Mystery spielen wird, will er noch nicht verraten: „Das bleibt ein Geheimnis. Ich kann aber versprechen: Es wird sensationell.“

In den vergangenen Wochen und Monaten waren Weitzel und Müller mit ihren tiefgehenden Recherchen beschäftigt, bei denen sie Bücher und andere Quellen wälzten und, vor allem, zahlreiche Gespräche führten, um die Geschichte der jeweiligen Orte quasi in sich aufzusaugen. Die Story für jeden der vier Teile von „Neustadt“ steht, berichtet Weitzel: „Wir wollen aber noch mit Stadtführer Sebastian Henkel ein paar historische Punkte anlaufen, dann machen wir uns ans Schreiben der jeweiligen Szenen.“ Zudem sei geplant, mögliche Darsteller über die Ortsvorsteher anzusprechen - wobei sich auch noch Freiwillige als Statisten anmelden können. Ziel ist es, das „Intro“ für die Stadtmystery bis September fertigzustellen.

von Florian Lerchbacher

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