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Die „beiden Boiler“ gefallen nicht

Stadtverordnete tagten Die „beiden Boiler“ gefallen nicht

Eine ganze Reihe von Sachentscheidungen traf die Rauschenberger Stadtverordnetenversammlung zum Abschluss des parlamentarischen Jahres.

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Im Stadtparlament gab es Kritik am Erscheinungsbild der beiden Wärmepufferspeicher. Diese stehen auf dem Freigelände der Kratz‘schen Scheune neben der Heizzentrale, von der aus das Rauschenberger Nahwärmenetz gesteuert wird.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Stadtverordnetenvorsteher Norbert Ruhl (FBL) hatte bei 14 Tagesordnungspunkten gut zu tun, all die zum Teil komplizierten Beschlussvorlagen vorzulesen.

Schlussbericht über die Prüfung des Jahresabschlusses 2010 : Der 67-seitige Prüfbericht der Revision lag den Stadtverordneten vor. Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) bedauerte den Umstand, dass sich das Parlament mit einem fünf Jahre alten Haushalt befassen müsse. Das werde sich auf Sicht verbessern.

Ab Januar 2016 würden die Haushalte 2011, 2012 und 2013 geprüft. Ab 2017 sollten die Prüfberichte dem Parlament zeitnah vorliegen, kündigte Emmerich an. Die Stadtverordneten nahmen den Prüfbericht zur Kenntnis und erteilten dem Magistrat bei einer Enthaltung Entlastung.

Neubaugebiet Wolfsgarten in Bracht : Bei einer Enthaltung fasste die Stadtverordnetenversammlung den Entwurfs- und Offenlagebeschluss für das geplante Neubaugebiet. Wie der Bürgermeister berichtete, sollen dort elf Bauplätze mit einer Größe zwischen 630 und 790 Quadratmetern entstehen. „Spätestens im Herbst können wir den Satzungsbeschluss fassen“, sagte Emmerich.

Sobald dieser steht, gibt es in Bracht endlich wieder Bauland für junge Familien. Und die werden dringend gebraucht. Seit zwei Jahren kämpfen die Brachter mit Unterstützung der Stadt und der Kirche um den Erhalt ihrer zweizügigen Grundschule.

Bebauungsplan „Ehemaliges Bahngelände II“ am Ernteweg : Einstimmig fassten die Stadtverordneten den Entwurfs- und Offenlagebeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplans. Diese wird erforderlich, weil die im Ernteweg ansässige Firma SW-Motech dringenden Erweiterungsbedarf angemeldet hat. Das Unternehmen stellt Motorrad-Zubehör her und ist auf seinem Gebiet Weltmarkt-Führer.

SW-Motech möchte sein Areal um eine Richtung Wohra gelegene Fläche erweitern. Dazu wird der direkt am jetzigen Firmengelände verlaufende Weg eingezogen und dem Firmengelände zugeschlagen. Dieser Schritt sei aus logistischen und verkehrstechnischen Gründen notwendig, erklärte der Bürgermeister. Der Weg werde künftig hinter den neuen Produktionsgebäuden herumgeführt, sagte Michael Emmerich.

Baugebiet Zur Seilbach in Josbach: Die Vermarktung dieses Baugebiets im nordöstlichsten Rauschenberger Stadtteil läuft nur schleppend. Deshalb möchte der Magistrat die preisgünstigen Bauplätze für potenzielle Bauherren attraktiver machen und dafür die Bestimmungen des Bebauungsplans so lockern, dass moderne und zeitgemäße Architektur dort verwirklicht werden kann.

Dafür ist eine Änderung des Bebauungsplans notwendig, für den die Stadtverordneten den Entwurfs- und Offenlagebeschluss fassten. Gehen dazu keine Stellungnahmen ein, kann die Bebauungsplanänderung bereits im Februar rechtskräftig werden.

Vorhabenbezogener Bebauungsplan Holzhackschnitzelanlage der Nahwärme Rauschenberg eG: Bei diesem Tagesordnungspunkt gab es Kritik am äußeren Erscheinungsbild der Heizzentrale mit den beiden dicken Wärmepufferspeichern. „Ich lehne das ab. Die Heizzentrale ist optisch eine Zumutung.

Das ist unsere letzte Einflussmöglichkeit, so etwas am Festplatz zu verhindern“, sagte Frank Riedig (Grüne). Unterstützung bekam er von Manfred Hampach, der sich an den „beiden Boilern“ störte, weil diese nicht in die Landschaft passten.

396000 Euro für Edelstahl Der Bürgermeister entgegnete, dass die Stadtverordneten nicht über einen Bauantrag, sondern über die Änderung des für den Festplatz geltenden Flächennutzungsplans zu befinden hätten. Michael Emmerich erklärte, dass für das Rauschenberger Nahwärmenetz eine zweite Wärmequelle benötigt werde.

Lärm- und Emissionsgutachten lägen vor, der Standort Festplatz sei mit dem RP abgestimmt. Bei vier Enthaltungen fassten die Parlamentarier den Aufstellungsbeschluss. Ohne Beschluss wurde das parlamentarische Langzeit-Projekt „Sanierung des Trinkwasser-Hochbehälters Josbach“ erneut an den Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Bauwesen verwiesen.

Der ULB hatte sich schon mehrfach mit dem Thema auseinandergesetzt und wird am 2. Februar darüber zu befinden haben, ob 396000 Euro für den Neubau eines Hochbehälters aus Edelstahl eine wirtschaftliche Alternative zur konventionellen Sanierung des Hochbehälters sind.

von Matthias Mayer

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