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Die Wandervereine gehen am Stock

Großer Nachwuchsmangel Die Wandervereine gehen am Stock

Die Teilnehmerzahlen bei Volkswanderungen gehen stetig zurück. Das gilt auch für die Veranstaltungen in Neustadt, die mit 500 bis 600 Wanderern noch die größten im Osten des Landkreises sind.

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Neustadts Wanderfreunde hoffen für Sonntag auf möglichst viele, gut gelaunte Teilnehmer an der Volkswanderung.

Neustadt. „Die Vereine leiden an Überalterung und sterben wie die Fliegen, weil der Nachwuchs fehlt“, sagt Ludwig Nothvogel mit Bedauern. Auch bei den Wanderfreunden Neustadt gebe es weitaus mehr Mitglieder, die älter als 70 Jahre sind, als solche, die um die 50 Jahre alt sind. „Noch habe ich genügend Helfer, die sich um die Ausrichtung von Veranstaltungen kümmern. Aber wenn sie abspringen und nicht bald neue Wanderer dazukommen, können wir das Buch zumachen“, kommentiert der Vereinsvorsitzende.

Das Durchschnittsalter der Wanderer steigt stetig und entsprechend sinken die Teilnehmerzahlen bei den Volkswanderungen - wobei die Neustädter mit rund 600 Teilnehmern bei ihren zwei Veranstaltungen im Ostkreis noch an der Spitze liegen. „Man muss sich Mühe geben: Start und Ziel vernünftig gestalten und ordentliches Essen anbieten - dann gefällt es den Menschen, und sie kommen wieder. Ich glaube, das gelingt uns“, analysiert Nothvogel und verrät ein weiteres Geheimrezept: „Kommst du zu mir, komm ich zu dir. Es ist ein Geben und ein Nehmen: Wenn wir an den Veranstaltungen anderer Vereine teilnehmen, dann sind sie auch bei uns dabei.“

Öfters zumindest - denn noch lange nicht alle, die in den Genuss von Neustädter Besuch kamen, sind am Wochenende auch in der Junker-Hansen-Stadt am Start. Wäre aber auch überraschend: Die Wanderfreunde hatten in diesem Jahr schließlich kein einziges Wochenende, an dem sie nicht auf Schusters Rappen unterwegs waren. Hatten sie nicht für Veranstaltungen gemeldet, dann erkundeten sie einfach permanente Wanderwege oder organisierten eigene Wanderungen. Drei Vereine (Bockenau, Alt-Hürth und Maintal) haben sogar schon angekündigt, am Sonntag mit gut gefüllten Bussen anzureisen und die Umgebung Neustadts zu erkunden.

Die Strecken sind sechs und elf Kilometer lang

Inzwischen gibt es sogar eine Kooperation zwischen den Vereinen des Internationalen Volkssportverbandes (IVV) und der Europäischen Volkssportgemeinschaft (EVG). Gab es früher beinahe schon eine Art Glaubenskrieg zwischen den Verbänden, so werden heute bei Veranstaltungen auch die Wertungsstempel des jeweils anderen Verbandes vergeben.

Die Wanderer bemühen sich also, ihre Bewegung aufrechtzuerhalten. Für Nothvogel ist es wichtig, die Vorzüge hervorzuheben: Wandern sei nicht nur geeignet, um die Schönheit der jeweiligen Gebiete zu erkunden, sondern auch, um die Geselligkeit zu pflegen und mit Freunden, Familie oder Bekannten sich zu amüsieren und sich „in freier Natur vom Alltagsstress zu erholen“.

„In unserer schnelllebigen Zeit, in der wir fast nur noch rasend schnell, motorisiert oder virtuell mit Smartphone oder Tablet in der Hand unterwegs sind und uns kaum mehr Zeit nehmen für die Schönheit der Natur, ist es umso wichtiger, einige Momente der Entspannung und des bewussten Betrachtens einfließen zu lassen“, stellt Schirmherr Volker Schmidt, der Leiter der Martin-von-Tours-Schule, heraus. Die Natur biete sich noch dazu als „natürliches und anregendes Klassenzimmer für Jung und Alt, Groß und Klein an“.

Und so bleibt zu hoffen, dass am Sonntag sich auch der ein oder andere jüngere Teilnehmer in Neustadt auf die sechs und elf Kilometer langen Strecken macht. Start und Ziel ist am „Haus der Begegnung“ zwischen 8 und 13 Uhr. „Zielschluss“ ist für 16 Uhr anberaumt.

Von dort führen beide Strecken Richtung Heidental bis zum Scheibenweg auf den befestigten Feldweg zum Modellflieger-Platz, an dem sich die erste Kontrollstelle befindet. Danach geht es zu den Apostel-Buchen, wo sich die Strecken teilen.

Die Sechs-Kilometer-Strecke führt dann am Waldrand entlang durchs Heidental auf den Feldweg und letztendlich zum Ausgangspunkt zurück. Der längere Weg geht noch zur Grillhütte Momberg, dann über die Schützenstraße und auf dem Tränkbachweg vorbei an der Riedmühle. Weitere markante Punkte sind das Hainfeld und der Bürgerpark.

Unterwegs erhalten die Wanderer kostenlose Erfrischung. Im vorweihnachtlich geschmückten Saal im „Haus der Begegnung“ gibt es Musik. Um 11 Uhr kommen außerdem der Nikolaus und sein Gehilfe Knecht Ruprecht vorbei - ob in Stiefeln oder Wanderschuhen, ließ sich nicht klären.

von Florian Lerchbacher

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