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Die Wahl - eine logistische Herausforderung

Jede Stimme in Klick Die Wahl - eine logistische Herausforderung

Das hessische Kommunalwahl-Recht bietet viele Möglichkeiten, ist aber auch entsprechend kompliziert. Das fordert nicht nur die Wähler, sondern auch die Auszähler.

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Natascha Schmerberg (von links), Ulrike Huth, Andrea Vitt und Mareike Schulz-Wittekindt haben es geschafft: Der letzte Kernstadt-Bezirk ist ausgezählt. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Die Stimmzettel mit nur einem Kreuz für eine Partei-Liste sind nicht das Problem. Wenn aber kreuz und quer über den Wahlschein kumuliert und panaschiert und dazu vielleicht noch eine Liste angekreuzt wurde, dann wird es kompliziert. Die Auswertung dieser Stimmzettel beschäftigte am Montag alle Mitarbeiter der Rauschenberger Stadtverwaltung, die sich, aufgeteilt in drei Vierer-Teams, durch Berge von Stimmzetteln kämpften.

Andrea Vitt, Büroleiterin der Stadtverwaltung, greift sich den nächsten Stimmzettel. „216, Listenkreuz SPD, Merle Ralf drei, Pigulla Andreas drei, Wysk Julia zwei, Klingelhöfer Brigitte drei, Metke Werner drei, Hampach Manfred drei, Vaupel Pia drei“ sagt sie, während Mareike Schulz-Wittekindt diese zunächst unverständlich erscheinenden Codes am PC mit flinken Mausklicks in das Wahlprogramm eingibt.

Der Code lässt sich entschlüsseln. Die 216 steht für die Nummer, die jeder Wahlschein bei der Auswertung bekommt. Listenkreuz SPD bedeutet, dass jeder SPD-Kandidat eine Stimme erhält. Die folgenden Namen und Zahlen stehen dafür, dass der Wähler die CDU-Kandidaten Ralf Merle, Andreas Pigulla und Julia Wysk, die SPD-Bewerber Brigitte Klingelhöfer und Werner Metke, Manfred Hampach von der FBL und Pia Vaupel von den Grünen mit zusätzlichen Stimmen bedacht hat.

Damit alles stimmt, gilt das Vier-Augen-Prinzip. Die Auszubildende Natascha Schmerberg hat die Stimmzettel fest im Blick, die ihre Chefin auswertet. Ulrike Huth schaut ihrer Kollegin Mareike Schulz-Wittekindt über die Schulter, ob diese die angesagten Stimmen korrekt übertragen hat. Das ganze geht rasend schnell, auch wenn Einzelstimmen querbeet verteilt sind. „Wir kennen die Kandidaten, wissen, wo diese im System platziert sind“ erklärt Andrea Vitt, als der letzte Kernstadt-Bezirk ausgezählt ist. Pause. Die Chefin spendiert eine Runde Teilchen für ihr Team.

Derweil laufen bei Wahlleiterin Gudrun Thiessen und deren Stellvertreter Mario Dönges die Ergebnisse zusammen. Gudrun Thiessen ist mit dem Abläufen nach gut sechsmonatiger Vorbereitung zufrieden. „Damit alles klappt, haben wir alle Wahlvorstände und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung geschult. Im Rathaus haben wir eine Testwahl gemacht“, schildert sie die Vorarbeiten, die in einem knappen Zeitfenster erfolgen mussten. Grund: Noch bis zum 28. Dezember konnten Wahlvorschläge eingereicht werden, die alle geprüft werden mussten. Erst am 8. Januar konnte über die Zulassung entschieden und der Druck der Wahlunterlagen beauftragt werden. Die Vorabeiten haben sich gelohnt. Montagmittag liegt das Rauschenberg-Ergebnis vor.

von Matthias Mayer

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