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Die Schützen lassen es krachen

125 Jahre Horrido Stadtallendorf Die Schützen lassen es krachen

Mit Salutschüssen und vielen Ehrungen feierte Stadtallendorfs ältester Verein, der Schützenverein Horrido, sein 125-jähriges Bestehen. Langjährige Mitglieder erinnerten sich an frühere Zeiten.

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Lautstark und stilecht eröffneten die Stadtallendorfer Schützen ihr Jubiläumsfest mit einigen Salutschüssen.

Quelle: Yanik Schick

Stadtallendorf. Was hält einen Verein über stolze 125 Jahre hinweg zusammen? Für Manfred Huhn ist die Antwort auf diese Frage eindeutig: „Hauptsächlich eine gute Kameradschaft“, sagt er, „denn ohne gegenseitige Unterstützung bricht man auseinander.“ Seit mittlerweile 35 Jahren ist Huhn im Vorstand von „Horrido“ engagiert, seit 23 Jahren leitet er den Stadtallendorfer Schützenverein als Erster Vorsitzender.

Er steht gewissermaßen für die Kontinuität, die den Verein gerade in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ausgezeichnet hat. Der Vorsitzende war auch eins von insgesamt sechs Mitgliedern, die während der Jubiläumsfeier im Schützenhaus eine Ehrenplakette für ihr Engagement überreicht bekamen. Außerdem nahm Schützenkönigin Christa Schick im Rahmen der Königsproklamation die Insignien entgegen.

Schießsport ruht während der Weltkriege

Viele der rund 80 Gäste schauten derweil auf eine bewegte Geschichte des Schützenvereins zurück und unterhielten sich über vergangene Tage. Mit dem Namen „Constantia“ war der Verein 1890 gegründet worden (die OP berichtete), die Mitglieder trafen sich meist in einem Gasthaus am Kirchhainer Weg und richteten später am Lohpfad einen Schießstand ein.

Während der beiden Weltkriege sowie der darauffolgenden US-Besatzung ruhte der Schießsport in Stadtallendorf - es war die tiefste Zäsur in der Geschichte der Schützengemeinschaft. Erst 1954 war der Verein wieder offiziell beim Hessischen Schützenverband gemeldet, einige Jahre danach bekam er den neuen Namen „Horrido.“ Der 84-jährige Hermann Dauzenroth (Foto rechts) erinnert sich noch gut an diese Zeit.

Er ist seit 60 Jahren im Verein und zudem das zweitälteste Mitglied. Den Bau vieler Schießanlagen an der Lindenstraße hat der Stadtallendorfer in der Nachkriegszeit persönlich vorangetrieben. „Ich bin immer direkt nach der Arbeit hierher gefahren“, erzählte Dauzenroth, „wir haben bestimmt tausende Arbeitsstunden hier oben verbracht. Meine Frau sagte schon, ich solle mein Bett doch gleich hier aufstellen.“

Verein sieht seine Zukunft für kommende Jahre gesichert

Zwölf Schießstände besitzt der Verein heute, auf denen die rund 50 aktiven Mitglieder regelmäßig trainieren. Den größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte erreichte der Stadtallendorfer Schütze Michael Schaub, der es vor drei Jahren zu den Paralympischen Spielen nach London schaffte. „Unsere Arbeit hat schon eine gute Ernte gebracht“, bilanzierte Hermann Dauzenroth mit Blick auf die heutige Situation im Verein, der aktuell 120 Mitglieder zählt.

Und obwohl auch „Horrido“ von dem allgemeinen Mitgliederschwund in den Schützenvereinen nicht ausgenommen ist, sieht der Verein seine Zukunft für die kommenden Jahre gesichert - vor allem wegen der guten Anlage rund um das Schützenhaus. „Das muss uns erst mal einer nachmachen“, sagte Dauzenroth.

von Yanik Schick

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