Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Die Ritter haben die Kinder im Auge

Mittelalter Die Ritter haben die Kinder im Auge

"Historica Vagantis" richtet im Juli das "Mittelalter Spectaculum" am Junker-Hansen-Turm aus. Die "Profi"-Ritter und -Wikinger wollen heimische Ritterschaften in ihre Veranstaltung integrieren.

Voriger Artikel
Von 65 Schülern schafften es 11
Nächster Artikel
Biogasanlage geht schon im Mai ans Netz

Christian Gallus (alias Tjalf, von links), Helmut Simgen (Philipp von Falkenstein), Eckhard Bieker, Angela Gallus (Beyla) und Thomas Groll freuen sich auf das „Mittelalter Spectaculum“ am Junker-Hansen-Turm.Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Sie haben sich von Ritter zu Ritter unterhalten - und es scheint zu passen“, sagt Neustadts Bürgermeister über Gespräche zwischen „Historica Vagantis“ und „Dörnbergs Recken“. Die Neustädter Ritterschaft hat Ende des vergangenen Jahres ihren Unmut geäußert, als die Stadt einen neuen Ausrichter für ein mittelalterliches Spektakel gesucht hatte - und „Historica Vagantis“ der heimischen Gruppierung vorzog. „Wir wollen für den Markt eine gewisse Größe haben“, hatte der Bürgermeister damals gesagt und rund 50 Stände angekündigt. Die Zahl hat „Historica Vagantis“ inzwischen auf 40 reduziert - was aber immer noch mehr ist, als die „Recken“ eingeplant hatten.

Die heimische Ritterschaft darf am 19. und 20. Juli beim „Mittelalter Spectaculum“ aber nun wenigstens mitmischen: Sie ist mit einer Taverne und einem eigenen Lager dabei - ein gutes Dutzend Ritterschaften habe bereits zugesagt, außerhalb des Bezahlbereichs ein Lager aufzuschlagen, berichtet Angela Gallus alias Wikingerin „Beyla“ und fügt hinzu: „Es sollen 18 bis 20 Stück werden.“ Diese „Lager“ sollen einen Einblick in die Lebensgewohnheiten der Ritter geben, die dort kochen, einem Handwerk nachgehen oder auch kämpfen.

Im Bezahlbereich geht es ähnlich zu: An 40 Ständen können die Gäste zum Beispiel Schmieden, Glasbläsern oder Malern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Ein Punzierer erklärt seinen Zuschauern, wie er Leder mit Mustern verziert. Es gibt aber auch Einblick in ein Skriptorium, also eine alte Schreibstube.

Besonderes Augenmerk gelte den Kindern, betont Ritter „Philipp von Falkenstein“ (Helmut Simgen). Sie müssen eine Prinzessin aus den Händen von Wikingern und Rittern befreien, dürfen Schwerter basteln, Perlen machen und werden von Gauklern unterhalten - teilweise sind die Angebote zusätzlich kostenpflichtig.

Geschichten für Jung und Alt wollen die Märchenerzähler „Absalom und Gabriela“ bereithalten. Sie werden sich wahrscheinlich ebenso wie „Jean-Jacques und Nikola“, die alte Volksweisen spielen, unter das Volk mischen. Ebenfalls mehrere Auftritte wird „Spectaculatius“ haben - Christian Gallus alias Wikinger „Tjalf“ beschreibt sie als „Vierercombo, die auf lustige Art Mittelaltermusik präsentiert“. Am Samstag, 19. Juli, steht ein Konzert mit Celtic Folk von Dhalia‘s Dream auf dem Programm. Gegen 22.30 Uhr wird es dann spektakulär, wenn die Ritter eine Feuershow bieten.

Das „Mittelalter Spectaculum“ ist das Fünfte, das die Stadt Neustadt erleben wird. Die in der Vergangenheit kritisierten Preise gehen mit dem neuen Veranstalter etwas zurück: Statt neun müssen Erwachsene diesmal immer noch stolze sieben Euro berappen. Für Kinder werden zwei Euro fällig. Besucher bis 1,30 Meter - dem sogenannten Schwertmaß - zahlen nichts. „Gewandete“ Erwachsene - also Gäste in mittelalterlicher Kluft - zahlen nur vier Euro. Einer, der dieses Angebot in jedem Fall nutzen wird, ist Ortsbeiratsmitglied Eckhard Bieker, der sich seit Jahren um mittelalterliche Veranstaltungen in Neustadt verdient macht, und sich „unters Volk“ mischen will: „Natürlich lasse ich mir das nicht entgehen“, sagt er und ergänzt: „Klar - ist ja auch irgendwie mein Kind.“

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr