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Die Ritter fürchten nur den Burggraben

Mittelalter in Josbach Die Ritter fürchten nur den Burggraben

Spiele für Mägdelein und Knaben, Musik von Hof- und Minnesängern und Gaudi nach Ritterart: Am Wochenende hielt das Mittelalter Einzug in Josbach, und die Edelmänner maßen sich im Kampf.

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Für „Sir Ede Pedete vom Rosenstöckchen“ (Matthias Nebel) endete die Schlacht mit „Ritter Claudius“ (Claus-Jörg Klinge) im Burggraben.

Quelle: Karin Waldhüter

Josbach. Zum ersten Mal veranstalteten die evangelische Kirchengemeinde und die Josbacher Vereine ein Ritterfest. „Wir wollten mit den Kräften, die da sind, etwas gemeinsam für das Dorf machen“, verdeutliche Pfarrerin Anja Fülling. Und das klappte: Die Organisatoren hatten keine Mühen gescheut und vor allem für die Ritterspiele am Nachmittag aufwändige Vorbereitungen im Kauf genommen, um das zahlreiche Publikum aufs Beste zu unterhalten.

„Schon die Vorbereitungen waren schön. Viele haben mitgezogen, von der Krabbelgruppe über Jugendliche bis hin zu Frauen, die schon über 70 Jahre alt sind. Alle Generationen haben das Fest unterstützt“, freute sich Fülling, die den Tag als Burgfräulein moderierte.

Nach dem Essen legt sich der Regen

Wie ein roter Faden zog sich das Thema Ritter durch den Tag, bestimmte nicht nur den Gottesdienst, sondern auch die Musikbeiträge und die Sprache, die vorherrschte. In den voll besetzten Zelten, die rund um das Dorfgemeinschaftshaus aufgestellt waren, hatte das Fest mit einer „geistlichen Zurüstung“ zunächst noch bei Regen begonnen. Nach dem Mittagessen mit Erbsensuppe aus dem Schwenktopf, Zwiebelkuchen und Gegrilltem hatte dann der Regen, zur Freude der Organisatoren, aufgehört. Mägdelein und Knaben konnten an verschiedenen Stationen Spielen nachgehen, bei Harry Heckeroth die Kunst des Bogenschießens erlernen oder Hufschmied Helmut Müller, der eigens seine transportable Schmiede aufgebaut hatte, beobachten.

Auf einer Wiese oberhalb des Dorfgemeinschaftshauses startete am Nachmittag das Spiel „Jugger“, die „Schlacht um den Hundskopf“. Zehn Teilnehmer bekämpften sich dabei mit „Pompfen“, also einer Art Keule, die mit Schaumstoff umwickelt ist.

Eine königliche Fanfare (die Blechmusik und die Kistentrommler Josbach unter der Leitung Nina Knostmann) kündigte dann den Einzug des Königs (Bürgermeister Michael Emmerich) und seiner Königin (Bärbel Winter) samt Hofstaat - und damit den Höhepunkt des Nachmittags - an. „Ich, König Michael, eingesetzt in diesem Amt von Frau Pfarrerin Gnaden, begrüße euch“, erklärte das Oberhaupt. Kraft seines Amtes schlug er anschließend acht Edelmänner zu Rittern, auf dass sie sich später im Kampfe messen mögen.

Josbacher haben die Wahl zwischen vier Wappen

Aus Waldemar Dautfest wurde so Ritter Waldemar, der Gestrickte von der Linde. Oliver Hausmann zog als Ritter Feandan vom Waldende in die Spiele. Hermann Henkel ging als Ritter Hermann vom Ungerderf an den Start. Aus Michael Hirschberg wurde Ritter von Deer zu Mountain. Claus-Jörg Klinge trat als Ritter Claudius und Rainer Kuche als Ritter Rainer von der Kuchemühle und zur Seilbach an. Matthias Nebel darf sich jetzt Sir Ede Pedete vom Rosenstöckchen nennen, und Lothar Rhiel wurde zum Ritter Lothar derer von Dallwig.

„Die Spiele können beginnen“, erklärte König Michael sogleich. Die Ritter maßen sich sodann im Tauziehen, Drachenwettlauf, Wasserwerfen, einem Kampf im Dunkeln und im Burggraben-Leerfischen. Die Ritter traten in sieben aufwändig vorbereiteten Spielen an - wobei der Kampf um den Burggraben zum Höhepunkt wurde und die Ritter, um nicht im kalten Wasser zu landen, alles gaben.

Für die siegreichen Rittersleute gab es schließlich Gutscheine, die verschiedene Firmen gestiftet hatten. Zwischen den einzelnen Darbietungen sorgten die Hofsänger (Chorgemeinschaft Josbach-Wolferode, Leitung Bernhard Katzenbach), die Minnesänger und Lautenspieler (Gitarrengruppe Josbach), die Blechmusik und die Kistentrommler für Kurzweil.

Kinder hatten eine Ritterburg und Silas Rhiel für jeden Ritter ein Wappen gemalt. Daneben konnten die Besucher ihre Stimme abgeben und aus vier Vorschlägen ein Josbacher Wappen wählen. „Es war schön, schon im Vorfeld die Aufregung zu spüren und zu sehen, wie alle mithalfen. Dafür hat es sich gelohnt“, unterstrich Pfarrerin Anja Fülling.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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