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Die Pflaster-Not Auf dem Groth

Kein geld für die Sanierung Die Pflaster-Not Auf dem Groth

Der Stadtverordnete Hans-Heinrich Thielemann (SPD) hat das Thema auf die Tagesordnung gesetzt: Die Stützmauer Unterm Groth bröckelt und die Treppenaufgänge sind im schlechten Zustand.

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Hans-Heinrich Thielemann zeigt tiefe Löcher im Mauerwerk einer Treppe. Rosemarie Pilgrim fühlt sich auf dem abschüssigen Pflaster Auf dem Groth unsicher. Sie geht vorsichtshalber in der Regenrinne. Fotos: Matthias Mayer

Kirchhain. Beim OP-Ortstermin zeigt die schöne Sandstein-Mauer einige Abplatzungen in den Mauer-Fugen. Gleichwohl wirkt die Sichtseite der Mauer durchaus vertrauenserweckend. Anders sieht es an den beiden Treppenaufgängen aus. Das Mauerwerk zeigt erhebliche Schäden. Und der Berg - oder der Frost - haben die oberste Stufen aus der Flucht nach vorn gedrückt. Kleine Spalten tun sich auf.

Wer die sechs Stufen hochsteigt, steht nicht mehr Unterm Groth, sondern Auf dem Groth. Hier liegt wunderbares zweifarbiges Pflaster, das gut zu diesem idyllischen Stück Alt-Kirchhain passt. Nur ist es für die älteren Leute, die hier überwiegend wohnen, schwer begehbar. Das sagt die Anwohnerin Rosemarie Pilgrim, die sich auf dem seitlich abschüssigen Pflaster unsicher fühlt. Die zentimetertiefen Auswaschungen des Fugensplitts mögen dieses Unsicherheitsgefühl verstärken.

Sie gehe am liebsten in der Regenrinne, dort fühle sie sich am sichersten, sagte Roseemarie Pilgrim der OP. Ihr Mann könne seinen Rollator nur noch auf der Straße nutzen, bemerkte sie, die dem früher Auf dem Groth liegenden Plattenbelag nachtrauert.

Hans-Heinrich Thielemann merkte zudem an, dass das im bröckelnden Sandstein befestigte Geländer nicht mehr überall festen Halt bietet. Die OP stieß einige Stufen weiter in Richtung Kirche auf einen stählernen Handlauf, der sich mit dem kleinen Finger bewegen ließ.

Besonders ärgerlich für die Stadt: Erst 2002 waren Stützmauer und Treppenaufgänge mit einem Kostenaufwand von mehr als 200000 Euro aufwändig saniert worden. Das Ergebnis erzürnt Anwohner Wilhelm Sennhenn: „Ich war 25 Jahre bei Philipp Holzmann. Aber einen solchen Murks habe ich noch nicht gesehen“, sagte der Fachmann beim Anblick der Treppenaufgänge.

Wie soll es mit der Grothmauer und den Treppenaufgängen weitergehen? Die Stadt wisse um die Probleme, kenne den sanierungswürdigen Zustand, sagte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) in Beantwortung einer kleinen Anfrage Thielemanns.

Aufgrund anderer Prioritäten und der finanziellen Lage der Stadt sei eine Sanierung bisher nicht erfolgt. Diese sei derzeit auch nicht möglich. „Es wird versucht, durch einfachste Bauunterhaltungsmaßnahmen den Bestand zu sichern.“ Dazu gehörten Abdichtungen, um Frostschäden zu vermeiden, erklärte der Bürgermeister.

Auch auf Thielemanns Frage zu möglichen Fördermitteln wusste Jochen Kirchner keine positive Antwort zu geben. Für dieses Vorhaben gebe es weder vom Bund noch vom Land Fördermittel. Ebenso wenig flössen aus dem Denkmalschutz-Fonds Gelder für ein solches Projekt. Auch der von der Stadt angefragte Förderkreis Kirchhainer Kulturdenkmäler habe sich außer Stande gesehen, in dieser Sache zu helfen.

Die Schutzschirm-Kommune Kirchhain hat mit Mühe und Not ihre mit dem Land Hessen vereinbarten Sparziele für den Haushalt 2014 erreicht. Dazu hatten zuletzt sämtliche Budgets des Etats für Sach- und Dienstleistungen um weitere 300000 Euro gekürzt werden müssen. Darunter befinden sich auch Mittel für den Unterhalt städtischer Straßen, Wege und Gebäude.

von Matthias Mayer

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