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Die Patenschaft geht an Amöneburg

Bundeswehr Die Patenschaft geht an Amöneburg

Die Stadt Amöneburg hat das Rennen um die Patenschaft mit der Stabs- und Fernmeldekompanie DSK am Bundeswehrstandort Stadtallendorf gemacht - und will ihr Engagement nun noch ausweiten.

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Das Fußballturnier, an dem sich Soldaten der 3. Kompanie des Luftlandefernmeldebataillons DSO beteiligten, gehörte zu den Höhepunkten der Patenschaft mit Amöneburg.Archivfoto: Lerchbacher

Amöneburg. Stolz vermeldete Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg am Montagabend während der Stadtverordnetenversammlung, dass der Stadt Amöneburg eine besondere Ehre zukomme: Zukünftig könne es strukturbedingt am Bundeswehrstandort Stadtallendorf nur noch eine Patenschaft geben - und Amöneburg habe den Zuschlag bekommen. Nach Gesprächen auf Generalitätsebene habe sich der Kompaniechef der neuen Stabs- und Fernmeldekompanie DSK, Major Gordon Unterköfler, für Amöneburg entschieden und den Wunsch geäußert, die Neubegründung der Patenschaft mit einer Feierstunde am 10. Juli in der Schlossruine zu begehen.

„Durch die Umgliederung der Bundeswehr wird die DSO derzeit aufgelöst - und damit auch unsere Patenkompanie, die 3. Kompanie des Luftlandefernmeldebataillons“, berichtete Richter-Plettenberg und betonte, dass sich die Stadt durch ein frühes Schreiben an den Divisionskommandeur und eine Vielzahl an Gesprächen für eine Übertragung der Patenschaft auf die neue Einheit stark gemacht habe.

„Nach jetzigem Stand wird es nur noch eine Patenschaft geben, entsprechend ist diese äußerst exklusiv - auch wenn eventuell noch eine dazukommt“, betonte der Bürgermeister und begründete so, dass die Stadt ihr Engagement noch ausweiten wolle - auch vor dem Hintergrund, dass die neue Kompanie weitaus größer sei als die bisherige. Entsprechend solle der „Arbeitskreis Patenschaft Bundeswehr“ mit dem Magistrat ein Konzept entwickeln, um die Patenschaft weiter auszugestalten.

Der Rathauschef wertete den erhaltenen Zuschlag als Zeichen, dass die bisherigen Veranstaltungen äußerst gelungen seien - zum Beispiel gab es ein gemeinsames Fußballturnier, Schießveranstaltungen, und die Stadt nimmt Soldaten mit in die Partnergemeinden. Nun solle aber noch mehr gemacht werden - entsprechend gibt es ab dem Jahr 2015 einen eigenen Haushaltsansatz, in dem bisher 5000 Euro vorgesehen sind.

Aus Nachbarstädten kommt kein Wort der Missgunst

Die Stadtverordneten stimmten der Fortführung der Patenschaft und dem Investitionsansatz geschlossen zu. Aus den Nachbarstädten, die in der Vergangenheit ebenfalls Patenschaften pflegten, ist derweil alles andere als Kritik zu hören - die Bürgermeister freuen sich viel eher für die Stadt Amöneburg.

„Ich finde es wichtig, dass sich nicht nur Stadtallendorf klar zur Bundeswehr positioniert. Die Entscheidung für Amöneburg geht in Ordnung, da sich die Stadt und ihre Bürger in den vergangenen Jahren stark für ihre Patenkompanie einsetzten“, sagt Stadtallendorfs Rathauschef Christian Somogyi. Als Divisionsstandort kooperiere seine Stadt ohnehin mit der DSK, entsprechend gebe es genügend Schnittstellen und gemeinsame Veranstaltungen wie parlamentarische Abende oder die Biwaks - daher sei eine explizite Patenschaft mit einer Kompanie nicht zwingend notwendig.

Soldaten fühlten sich stets willkommen

Ähnlich sieht das Bürgermeister Thomas Groll: „Neustadt wird weiterhin ein gutes Verhältnis zur Bundeswehr pflegen und auch wieder gemeinsam ein Wohltätigkeitskonzert veranstalten.“ Er freue sich für die Stadt Amöneburg, die schöne Veranstaltungen auf die Beine gestellt habe. „Uns wurde seinerzeit gesagt, dass wir uns melden sollen, wenn sich die DSK in Stadtallendorf aufgestellt habe. Das werden wir dann auch tun. Ich kann verstehen, dass wegen der neuen Strukturen der Bundeswehr nicht jede Stadt wieder eine Patenschaftskompanie bekommen kann. Eine Patenschaft wäre das I-Tüpfelchen für unsere gute Beziehung - aber wenn das nicht geht, werden wir uns nicht in einen Schmollwinkel zurückziehen.“

Das hofft auch Major Thomas Supe, der Pressesprecher der Division Spezielle Kräfte, der die Verbindung zu Neustadt und insbesondere Stadtallendorf lobt. Nichtsdestotrotz habe die Kompanie sich für eine Stadt entscheiden müssen: „Die Erfahrungen mit der Stadt Amöneburg waren äußerst positiv. Die Patenschaft war sehr aktiv.“ Die Amöneburger hätten den Soldaten das Gefühl vermittelt, stets willkommen zu sein und die Patenschaft gelebt: „Das ist großartig.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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